15.03.2020 - 20:55 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

Dieterskirchen wählt Anita Forster zur Bürgermeisterin

Die Entscheidung ist hauchdünn, sie steht erst nach Auszählen der Briefwähler fest. Mit gerade mal sechs Stimmen Vorsprung gewinnt CSU-Kandidatin Anita Forster die Bürgermeisterwahl in Dieterskirchen.

Die Wähler in Dieterskirchen haben Anita Forster (CSU) zur Bürgermeisterin gewählt. Als fairer Verlierer zeigte sich Mitbewerber Thomas Köppl (Freie Wähler), der in Zeiten von Corona nicht per Handschlag, sondern per Ellbogen-Gruß gratulierte.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Exakt ein Prozentpunkt trennte die beiden Kandidaten, die sich um die Nachfolge von Hans Graßl bewarben, am Ende des Wahlabends. Mit 50,5 Prozent der Wählerstimmen lag Anita Forster (CSU/Engagierte Bürger für die Gemeinde) schließlich vor Thomas Köppl (49,5 Prozent), der für die Freien Wähler angetreten war. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze der Gemeinde.

"Cool bleiben" hatte CSU-Ortsvorsitzender Richard Brunner noch empfohlen, als die Kandidatin nach Auszählen der beiden Stimmbezirke in der Grundschule mit 137:130 Stimmen vorne lag. Als im Rathaus wenig später schließlich das Ergebnis der Briefwahl ermittelt war, stand fest, dass der Bürgermeisterstuhl in den Händen der CSU bleibt: Zwar hatte hier Thomas Köppl mit 163:162 Stimmen die Nase vorne, doch Anita Forster konnte er damit nicht mehr von der Spitze verdrängen.

"Erstmal geschafft." Die künftige Bürgermeisterin atmete nach Bekanntwerden des Ergebnisses kräftig durch. Gemeinsam mit Ehemann Michael und den beiden Töchtern Anna und Maria war sie ins Rathaus gekommen. Fair und sachlich sei der Wahlkampf verlaufen, kein Kandidat habe den jeweils anderen schlechtgeredet. Ohnehin würde sie sich mit ihrem Mitbewerber gut verstehen, auch die Töchter beider Familien seien befreundet. Das "denkbar knappe Ergebnis" müsse sie trotzdem erst mal sacken lassen. Sie kündigte aber an, "das Beste" aus der Entscheidung der Dieterskirchner machen zu wollen.

Er sei "schon leicht enttäuscht", räumte der unterlegene Thomas Köppl ein, gerade angesichts des knappen Ergebnisses. Auch er war am Sonntag ins Rathaus gekommen und hatte sich als fairer Verlierer gezeigt: Sobald das Ergebnis bekannt war, hatte er Anita Forster seine Glückwünsche ausgesprochen. Er signalisierte, dass die bisher gute Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderats auch in der neuen Legislaturperiode ab Mai fortgesetzt werden soll. Köppl sprach dem bisherigen Bürgermeister Hans Graßl ein Kompliment für seine Arbeit aus, in den Sitzungen sei man sich "selten uneins" gewesen.

Hans Graßl selbst freute sich, dass die Dieterskirchner "meine Wunschkandidatin" gewählt hatten. Angesichts des denkbar knappen Ergebnisses freue ihn aber der Wahlausgang umso mehr. Am Sonntagabend hoffte er, dass bei den Wahlen zum künftigen Gemeinderat auch eine "Bürgermeister-Mehrheit" herausspringt. Graßl anerkannte, dass beide Bürgermeisterkandidaten einen fairen Wahlkampf geführt haben. Auch der unterlegene Thomas Köppl könne mit seinem Ergebnis zufrieden sein.

Einmischen in die Gemeindepolitik wolle er sich nach Ende seiner Amtszeit nicht mehr, gab Graßl zu verstehen. Wenn aber sein Ratschlag gefragt sei, wäre er bereit, Anita Forster zur Seite zu stehen.

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