14.11.2018 - 18:00 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

Die Jugend ins Boot holen

45 Männer aus der Gemeinde fallen im Ersten und 72 im Zweiten Weltkrieg. Das sind Tragödien, die sich nie wiederholen sollen. Die Völkerverständigung hat sich der Dieterskirchener Partnerschaftsverein auf die Fahne geschrieben.

Organisator Johann Köppl und Bürgermeister Johann Graßl (von rechts) waren sich beim Besuch im September mit Neufmanils Bürgermeister Dominique Wafflard (links) und dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Philippe Lesieux, einig, dass es wieder eine schöne Begegnung war, und man diese Freundschaft gerne weiterführen möchte.
von Udo WeißProfil

„11. November 2018, welch geschichtsträchtiges Datum. Vor genau 100 Jahren wurde der Waffenstillstand unterzeichnet.“ Zur Jahreshauptversammlung des Dieterskirchener Partnerschaftsvereins, der die Freundschaft mit Neufmanil in Frankreich pflegt, begrüßte Vorsitzender Johann Köppl am „jour de l´armistice“, dem französischen Tag des Waffenstillstands, besonders Bürgermeister Johann Graßl im „Hexenhäusl“. In die Gedenkminute, die den verstorbenen Mitgliedern Sebastian Scheitinger, Franz Kirschner und Albert Dier galt, wurden auch die Opfer der Kriege mit einbezogen. „Aus unserer Gemeinde sind nach Angaben im Heimatbuch 45 Opfer im Ersten Weltkrieg zu beklagen, 72 waren es im Zweiten Weltkrieg“, berichtete Köppl. Für den Verein sei dies ein "wesentlicher Grund, zur Völkerverständigung beizutragen. "Damit sich so etwas hoffentlich nie wiederholt.“ Der Vorsitzende las einen Brief des früheren Bürgermeisters von Neufmanil, Pierre Cordier vor, der in der Nationalversammlung sitzt. In dem an Staatschef Emmanuel Macron gerichteten Schreiben, das Köppl übersetzt hatte, schließt sich Pierre Cordier der Ehrung der Gefallenen an, die der Präsident in einer Gedenkrundreise vollzogen hat. Die Ardennen seien 1914 schwer getroffen worden und hätten beträchtliche Verluste erlitten. Darunter würden die Menschen heute noch leiden, schrieb Cordier.

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit von 28,4 Prozent, das Fehlen des öffentlichen Nahverkehrs, wenig Hoffnung und Vertrauen Jugendlicher in den Staat erfordern starke Entscheidungen. Obwohl sich die Ardenner vom Staat benachteiligt fühlen, seien sie stolz auf ihr Departement. Cordier lud den Präsidenten ein, sich mit den Menschen in seinem Wahlkreis zu treffen und sich deren Probleme anzuhören.

Die Vorstandssitzungen des Partnerschaftsvereins dienten zur Planung des Aufenthalts der Gäste aus Neufmanil im vergangenen September, fuhr Köppl in seinem Bericht fort. „Der Besuch unserer Freunde war ein voller Erfolg“, betonte er. Von der Ankunft am Genusswerk über den Ausflug nach Kelheim bis hin zum Ausklang in der Sternwarte und dem gemeinsamen Frühstück mit den Gastfamilien im Gasthaus Plecher am Abreisetag habe alles gut geklappt, freute sich Köppl. Dennoch werde es immer schwieriger, Unterkünfte zu finden und die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen. „Wo ist die Jugend?“ Der Vorsitzende betonte, dass die gegenseitigen Besuche auch auf jüngere Beine gestellt werden sollten.

In Sachen Jugendschutz sei man den Vorgaben nachgekommen. Der Verein habe ein erweitertes Führungszeugnis für alle, die mit Kindern zu tun haben, eingeholt. Nach dem Kassenbericht von Robert Reiml wurden die Eckpunkte des Gegenbesuchs in Neufmanil zu Pfingsten 2019 diskutiert.

Aus unserer Gemeinde sind 45 Opfer im Ersten Weltkrieg zu beklagen, 72 waren es im Zweiten Weltkrieg. Hierin liegt ein wesentlicher Grund unseres Vereins, beizutragen zur Völkerverständigung, damit sich so etwas hoffentlich nie wiederholt.

Johann Köppl, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins

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