20.04.2021 - 14:51 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

"Lückenschluss", damit junge Leute in Dieterskirchen bleiben können

Langjährige Gremiumsmitglieder werden zum Auftakt der Gemeinderatssitzung in Dieterskirchen geehrt. Um junge Leute im Ort zu halten, machen sich die Räte für ein Bauvorhaben im Außenbereich des Ortsteils Bach stark.

Bürgermeisterin Anita Forster überreichte die von Staatsminister Joachim Herrmann unterzeichnete kommunale Dankurkunde an die Ratsmitglieder Erhard Fischer (links) und Richard Brunner.
von Elfriede WeißProfil

Vor Beginn der Sitzung im Dieterskirchner Rathaus bat Bürgermeisterin Anita Forster ihre Räte zum Corona-Selbsttest. Während einige routiniert an die Sache herangingen, war der Test für andere Neuland und so musste die Anleitung genau gelesen werden. Nachdem kein positiver Befund verzeichnet wurde, begann die Tagesordnung mit der Verleihung der Kommunalen Dankurkunde.

Mit dieser Auszeichnung werden Dank und Anerkennung für verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung durch den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann ausgesprochen. Die Urkunde erhielten Erhard Fischer (seit 2002 im Gemeinderat) und Richard Brunner (im Gemeinderat von 1996 bis 2002 und von 2008 bis jetzt; seit 2014 Zweiter Bürgermeister). Aus dem früheren Ratsgremium erhielt Josef Zwack die Kommunalen Dankurkunde. Er gehört dem Gemeinderat von 2002 bis 2020 an.

Eine Auszeichnung bekommt auch der frühere Bürgermeister von Dieterskirchen: Johann Graßl wird die kommunale Verdienstmedaille in Bronze am Landratsamt überreicht werden. Der Altbürgermeister war Mitglied des Gemeinderats ab 1990 und übte das Amt des Bürgermeisters von 1996 bis 2020 aus.

Im weiteren Verlauf der Sitzung führte die Bauanfrage einer jungen Familie zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses samt Stallungen für Alpakas, Hühner und Gänse im Ortsteil Bach zu Diskussionen. Laut Aussage von Simon Heiser, zuständiger Sachbearbeiter in der Verwaltung, erhält die im Außenbereich liegende Baumaßnahme nach dem Baugesetzbuch normalerweise keine Genehmigung. Bereits vor zehn Jahren sei eine diesbezügliche Voranfrage abgelehnt worden.

Hier verwiesen die Ratsmitglieder Andreas Eckl und Roswitha Lindl auf die erteilte Baugenehmigung auf einem angrenzenden Grundstück und forderten, gleiche Maßstäbe anzulegen. Auch die Bürgermeisterin wünschte sich einen Lückenschluss, der mit diesem Vorhaben erreicht würde. Richard Brunner argumentierte, dass das Grundstück an ein Baugebiet angrenze. Er betonte, dass junge Familien im Ort gehalten werden müssten.

So wurde seitens des Gemeinderats schließlich die Zustimmung für das Vorhaben erteilt. Die letzte Entscheidung trifft das Landratsamt. Ohne Probleme passierte ein Antrag auf eine etwa vier mal fünf Meter große Terrassenüberdachung an einem Haus in Dieterskirchen den Gemeinderat.

Der Bericht über die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2019 der Gemeinde wurde zur Kenntnis genommen, die im Haushaltsjahr angefallenen über- und außerplanmäßigen Ausgaben wurden genehmigt. So stand der Entlastung nichts im Wege. Die Steuererklärung 2019 für die gemeindlichen Photovoltaikanlagen wurde erstellt und an das Finanzamt Cham weitergeleitet. Die Betriebseinnahmen von 35 715 Euro standen Betriebsausgaben von 24 019 Euro gegenüber, so dass sich ein Gewinn von 11 696 Euro errechnete. Die Räte nahmen dies zur Kenntnis. Der Gewinn wird abzüglich eines Freibetrags von 5000 Euro der Körperschaftssteuer unterworfen, der Steuersatz beträgt 15 Prozent.

Nach der Überprüfung des Straßen- und Wegebestandsverzeichnisses der Ortsstraßen der Gemeinde haben sich bei den Straßenlängen und den Anfangs- und Endpunkten Veränderungen ergeben, die auf den Bestandskarteiblättern korrigiert werden müssen. Dies betraf eine ganze Reihe von Straßen in der Gemeinde, die dem Gremium in einer Zusammenstellung vorlagen. So wurde auch die Flurnummer, die direkt an die "Prackendorfer Straße" anschließt, als Ortsstraße gewidmet. Ebenso wurde eine Teilfläche, die sich auf der Erschließungsstraße im Bebauungsplan "Horneckfeld" befindet, zur bestehenden Ortsstraße "Von-Perglas-Straße" gewidmet und im Bestandsverzeichnis berichtigt.

An Beschlüssen aus nichtöffentlicher Sitzung gab Bürgermeisterin Anita Forster bekannt, dass sich die Gemeinde über die Verwaltungsgemeinschaft Neunburg an der Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung für die Lieferjahre 2023 bis 2025 beteiligt. Der Auftrag zur historischen Erkundung der ehemaligen Hausmülldeponie Dieterskirchen wird an die Firma Pe Terra GmbH aus Kitzingen erteilt. Die Vertragsergänzung zum Ingenieurvertrag mit dem Büro Weiß aus Neunburg zur Sanierung der Oberviechtacher Straße mit Neubau einer Stützmauer wurde genehmigt.

Tobias Held aus Dieterskirchen ist für sein Studium nach Hongkong gezogen.

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