Der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Leuchtenberg, der Döllnitzer Landwirt Josef Bäumler, führt die achtköpfige Kandidatenliste an. Er kandidiert, wie er sagt, um den Bürgern der Gemeinde eine Stimme zu geben, die unabhängig von Parteidenken sei. In der Nominierungsversammlung im Schützenhaus ärgert sich Bäumler sehr darüber, dass die Gemeinde nur noch in Tännesberg verwaltet werde, und er fordert, dass eine Verwaltungskraft mindestens für zwei halbe Tage ins Rathaus in Leuchtenberg abgeordnet wird, denn der Weg nach Tännesberg sei für manchen Gemeindebürger beschwerlich.
Die Kandidaten betonen übereinstimmend, dass einer der Hauptgründe für ihre Kandidatur der sei, dass sie sich nicht als eine Partei im Sinne der etablierten Parteien sähen, sondern als eine direkte und unmittelbare Bürgervertretung. Daran knüpft auch der Landratskandidat der Freien Wähler, Tobias Groß, an. „Wir sind ganz nah am Bürger“, sagt er, „wir hören auf die Leute.“ Bei den Freien Wählern spiele es keine Rolle, von wem ein guter Vorschlag komme, die Hauptsache sei die gute Idee an sich. Er wolle daher auch keine Litanei eigener Ziele nennen, sagt er, sondern hören, was die Landkreisbürger sich wünschten, was deren Ziele für ihre Heimat seien, und dann diese Ziele versuchen umzusetzen. Eines seiner eigenen Ziele sei die Verhinderung des Süd-Ost-Links. An dieser Stelle äußern mehrere Zuhörer Unverständnis über den nach wie vor sehr zurückhaltenden Ausbau der Windenergie in Bayern. Die Gründe gegen Windkraftanlagen seien oft wenig stichhaltig, sagt der 70-jährige Landwirt Alois Zielbauer, der auf Platz 5 der Liste kandidiert.
Karl Meier, Vorsitzender der FW-Kreisgruppe, stößt in dasselbe Horn. Der Süd-Ost-Link müsse unbedingt verhindert werden. Der Eslarner FW-Kreisrat Albert Gollwitzer blickt zurück auf die zu Ende gehende Legislaturperiode im Kreistag. Da war die Einführung der Bio-Tonne: Laut Gollwitzer hatten die Freien Wähler andere Vorstellungen in Bezug auf die Verwertung des Abfalls. Dieser solle besser in der Region selbst verwertet werden, inzwischen komme auch die CSU auf diese Idee. Stichwort Kliniken AG: Gollwitzer appelliert, das Krankenhaus Vohenstrauß „in irgendeiner Weise“ zu erhalten, und sei es nur als Notfallzentrum. Für die Landkreis-Verwaltung hätten die Freien Wähler laut Gollwitzer nicht neu gebaut, sondern ein vorhandenes Gebäude renoviert; zum Beispiel hätte man Stellen ohne Parteiverkehr in das alte Forstamt in Vohenstrauß auslagern können, das nun renoviert werde.
1. Josef Bäumler, 54, Döllnitz, Landwirtschaftsmeister; 2. Harald Dirnberger, 51, Michldorf, Angestellter; 3. Stefan Neumann, 36, Leuchtenberg, Kfz-Meister/Diplom-Ingenieur; 4. Siegfried Beierl, 51, Wittschau, selbstständiger Schlosser; 5. Alois Zielbauer, 70, Woppenhof, Landwirt/Rentner; 6. Sebastian Eckl, 27, Döllnitz, Kfz-Mechatroniker; 7. Franz Kindl, 68, Michldorf, Regierungsangestellter i. R.; 8. Horst Fuhrmann, 67, Leuchtenberg, Rentner. Die Kandidaten werden jeweils dreifach genannt, um die Liste zu füllen.













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