23.07.2021 - 17:38 Uhr
Döllnitz bei PressathOberpfalz

Pelletwerk der Ziegler-Group "kurz vor Fertigstellung"

Wie die Pilze sind sie aus dem Boden geschossen: Neben zwei Kränen ragen mittlerweile auch vier Silos auf der Baustelle im Industriegebiet Döllnitz bei Pressath in die Höhe. Die Ziegler-Group errichtet dort ein neues Pelletwerk.

Auf der Baustelle des Pelletwerks der Ziegler-Group im Industriegebiet Döllnitz bei Pressath hat sich in den vergangenen Monaten viel getan. Schon in absehbarer Zeit soll das 25,5-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen sein: Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einer Inbetriebnahme im Herbst.
von Anita Reichenberger Kontakt Profil

Ein Heizwerk mit zwölf Megawatt Leistung, um die Rohware zu trocknen, eine Produktionshalle (1500 Quadratmeter), zwei Lagerhallen (je 3000 Quadratmeter) und fünf Silos: Zusammen werden sie auf dem 65 0000 Quadratmeter großen Gelände am Heidweg im Industriegebiet Döllnitz bei Pressath das neue Pelletwerk der Ziegler-Group bilden. 25,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen mit Sitz in Betzenmühle bei Plößberg in das Projekt, das für 200 000 Tonnen Pelletbrennstoff pro Jahr sorgen soll. Dafür ist die Einstellung von 50 Mitarbeitern vorgesehen: für Produktion, Lager, Transport, Vertrieb, Verwaltung .

Beim Spatenstich Mitte November vergangenen Jahres war die Fertigstellung für das dritte Quartal 2021 ins Auge gefasst worden. Und damit scheint es zu klappen: "Unser neues Pelletwerk in Pressath/Döllnitz steht kurz vor der Fertigstellung. Schon bald fallen dort die ersten Holzpellets aus den Pressen", schrieb das Unternehmen am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite.

Bereits Anfang Juli hatte es gemeldet: "Inzwischen sind die Produktionsmaschinen verbaut und die Gebäude wachsen. Der Inbetriebnahme im Herbst diesen Jahres steht soweit erstmal nichts im Weg." Weitere Informationen zum Baufortschritt gibt es seitens der Ziegler-Group allerdings nicht: Eine entsprechende Anfrage von Oberpfalz-Medien wurde negativ beschieden.

"Der Baufortschritt ist sehr positiv", hebt Bernhard Stangl hervor. Der Pressather Bürgermeister, der des Öfteren vor Ort ist, merkt zur Baustelle kurz und knapp an: "perfekt" und "passt". Besonders freut ihn, dass es dort bisher keine Unfälle gegeben habe. "Bei diesem Betrieb, bei diesem Umfang an Technik", die für das neue Pelletwerk nötig sei, sei dies bemerkenswert.

"Für Landkreis einmalig"

Die Stadt stehe "im guten, freundschaftlichen Kontakt mit der Firma Ziegler", erklärt Stangl und betont: Das Unternehmen "war von Anfang an sehr bemüht, wenn Probleme aufgetreten sind, diese zusammen mit der Stadt zu lösen". Dass es Schwierigkeiten gebe, sei bei einer "Großbaustelle in der Art" auch "klar", spricht er beispielsweise Abschwemmungen bei Starkregen an: "Weil das Gelände noch nicht fertig ist."

Nicht nur von den Erdbewegungen her - die "nicht alltäglich" seien - sei das Projekt "für den Landkreis in dieser Form einmalig", sagt der Bürgermeister. Man sehe deutlich, was innerhalb eines Jahres entstanden sei. Und das sei "außergewöhnlich": "in der heutigen Zeit sowieso", schiebt Stangl hinterher. Er meint damit die aktuellen Lieferschwierigkeiten bei Baustoffen: "dass Materialien ausgehen, nicht mehr vorhanden sind". Das gelte für den Neubau des Pelletwerks ebenfalls: "Man merkt zwar, dass Schwierigkeiten da sind, von den Zulieferern her", aber auch, dass sich das noch im Rahmen bewege.

Die städtischen Projekt bilden da keine Ausnahme: Manche Materialien dafür - wie Teile für die Kanalisation, Holzbauteile wie USB-Platten und Pflastersteine - seien knapp. "Wir haben deshalb eine Baustelle verschieben müssen", berichtet der Bürgermeister.

Regenüberlaufbecken erweitern

Eine weitere Entwicklung komme hinzu: "Alle Unternehmen" seien dazu übergegangen, "die Preise für Material sehr stark anzuheben" - "man hat das Gefühl, egal um welches Produkt es sich handelt". Deshalb seien "Kostenschätzungen derzeit mit Vorsicht zu genießen".

Zurück zu Döllnitz, wo die Stadt Pressath sich für den Ziegler-Neubau ganz konkret mit einem eigenen Bauvorhaben einbringt: Die Kommune vergrößert das vor ungefähr zwei Jahrzehnten bei der Ausweisung des Industriegebiets errichtete Regenüberlaufbecken (RÜB). "Das ist am Laufen", berichtet Stangl: "Es sind noch Genehmigungen einzuholen."

Da bei der Entstehung des Industriegebiets bereits "eine gewisse Fläche" eingerechnet worden sei, "wird es von der Größe her nicht so stark erweitert werden müssen", erläutert der Bürgermeister. Abhängig sei dies von der Versickerungsfähigkeit des Geländes.

Die Ziegler-Group habe außerdem auf dem Areal des neuen Pelletwerks selbst "eine große Versickerungsfläche" gebaut, auf der das Regenwasser dezentral - etwa in Mulden - ablaufen könne. Das Niederschlagswasser von den Dachflächen aber werde "im Regenüberlaufbecken zurückgehalten und gedrosselt in den Vorfluter eingeleitet". Dabei habe das RÜB selbst ebenfalls "eine gewisse Versickerungsfähigkeit".

Mehr zum Ziegler-Neubau in Döllnitz

Pressath
Info:

Der Standort Döllnitz der Ziegler-Group

  • 2017 Übernahme des Holzwerks Dippel im Industriegebiet Döllnitz durch die Ziegler-Group
  • 2019 erste Planungen und Gespräche für das neue Pelletwerk in unmittelbarer Nachbarschaft. Ziel: Verknüpfung der Unternehmensbereiche Fertighausbau und Holzwirtschaft
  • August 2020 Stadtrat Pressath erteilt für Bauvorhaben das gemeindliche Einvernehmen
  • 13. November 2020 Spatenstich durch Geschäftsführer Andreas Sandner, Landrat Andreas Meier und Bürgermeister Bernhard Stangl
  • 21. April 2021 Erstes von fünf Silos "fast fertig"
  • 5. Juli 2021 Produktionsmaschinen zur Verwertung von Restholz durch Pellets sind verbaut

 

 

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