Kampf gegen Holzwurm unter schwarz-rot-goldenen Zeltbahnen

Hat der Künstler Christo einen Nachfolger gefunden, oder werden so 30 Jahre deutsche Einheit gefeiert? Weder noch: Die Verhüllung des Goglhofs hat ganz andere Hintergründe.

Das neue Gewand des Goglhofs in den Nationalfarben ist nicht etwa dem 30. Jahrestag der deutschen Einheit gewidmet. Darunter tobt der Kampf gegen Holzwurm und Hausbock..
von Helga KammProfil

Das Fachwerk, die Fensterläden, die Bank vor dem Haus: Alles ist verschwunden. Das Freilandmuseum Goglhof ist umhüllt von schwarz-rot-goldenen Zeltbahnen, vom Fundament bis hinauf zum Kamin. Zwei Tage lang haben die Handwerker der Firma Binker Materialschutz aus Lauf für diese Verhüllung gebraucht. Warum, das erklärt Margarete Jäkel, die Hausherrin vom Goglhof.

"Schädlinge sind im Holz. Kein Wunder, das Haus ist schließlich über 250 Jahre alt", sagt sie. Damit Holzwurm und Hausbock nicht noch mehr Unheil anrichten, hat sie die Laufer Firma beauftragt, ihnen zu Leibe zu rücken. Das geschieht mit Gas.

Die Mitarbeiter kamen mit einer schweren Hebebühne und haben von unten nach oben das Haus mit den farbenprächtigen Folien verhüllt. Etwa zwölf Bahnen haben sie gebraucht, die größten davon 21 Meter lang und 13 Meter breit. Die Übergänge wurden eingerollt und mit schweren Eisenklammern fixiert. Der nächste Schritt ist dann die Einleitung des Gases. In großen Gasflaschen wartet es in einem Pferdewagen im Hof des Museums auf seinen Einsatz.

"Sulfurylfluorid", buchstabiert Mario Hartmann den Namen des farb- und geruchlosen Mittels, mit dem er in wenigen Stunden den Schädlingen den Garaus machen will. Wie viel Gas in das alte Haus strömen muss, hängt nach Auskunft von Csaba Posset von der Innentemperatur ab. "Auch wenn Eierzeit ist", ergänzt der Fachmann, "brauchen wir mehr."

Ein paar Tage muss nach getaner Arbeit gelüftet werden, bis Margarete Jäkel ihren Goglhof wieder beziehen kann. Sie ist in der Zwischenzeit von guten Bekannten in Irlbach aufgenommen worden; selbstverständlich zusammen mit ihren Ziegen und Hühnern. Sie hofft, das die sehr teure Aktion von Erfolg gekrönt sein wird, weiß aber, "eine Gewähr, dass sie nicht wiederkommen, die Viecher, habe ich nicht". Sehr dankbar ist sie der Firma Lobinger, die ihr bei der doch recht aufregenden Aktion zur Seite steht; unter anderem durch eine sorgfältige Behandlung der Bäume, die aus Platzgründen zurückgeschnitten werden mussten.

Die Goglhof-Hausherrin erzählt aus ihrem Leben

Amberg
Eine Tafel an der Absperrung warnt vor drohenden Vergiftungen.
"Bald sind Sie nur noch von toten Schädlingen umgeben", scherzt Csaba Posset mit Margarete Jäkel..
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