07.01.2020 - 14:58 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Bischof Voderholzer auf Krippentour in Ebermannsdorf

Die Zeit „zwischen den Jahren“ führte Bischof Rudolf Voderholzer bei seiner alljährlichen Krippentour auch nach Ebermannsdorf – Und dort ins Hause von Michael Elsner

Bischof Rudolf Voderholzer (Mitte) besuchte die Werkstatt des Ebermannsdorfer Krippenbauers Michael Elsner (rechts). Er zeigt sich sehr begeistert von den vielen verschiedenen Kunstwerken, die er auf den drei Etagen des Wohnhauses zu sehen bekam. Mit im bild Michael Elsners Geschwister und Neffen.
von Christine Wendl - wecProfil

Durch Presse und Fernsehen hatte er vom passionierten Krippenbauer Michael Elsner jun. erfahren und es hatte ihn neugierig gemacht, diese ganzjährige Krippenausstellung einmal selbst zu besuchen. Die ganze Familie hatte sich eingefunden, um den Bischof bei seinem Besuch in der Schulstraße 9a zu begleiten. Bischof Rudolf Voderholzer ist selbst ein großer Krippenfreund und hat eine beträchtliche Sammlung in verschiedensten Größen und Stilen, weshalb er sehr gerne in der ruhigeren Weihnachtszeit andere Baumeister und deren Werke besucht.

Michael Elsner führte seinen Ehrengast durch sein Haus, in dem sich auf drei Etagen über hundert verschiedene Krippen befinden. Mit den zahlreichen verschiedenen Darstellungen der Geburt Christi in unterschiedlichen Stilrichtungen, Größen und Landschaften beeindruckte er den hohen Gast sehr. Aber auch Bischof Voderholzer teilte sein großes Wissen um den Wert, die Bedeutung und die Geschichte der Krippe mit den anwesenden Familienmitgliedern Elsners. So erfuhr man, warum von den Hirten oft ein gebundenes Lamm vor der Krippe niedergelegt wird. Es symbolisiere die Menschwerdung des „Lamm Gottes“ und weise quasi den Weg des Kindes voraus. „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Joh 1,29). Dass das Jesuskind in eine Futterkrippe gelegt wurde, habe wohl auch die Bezeichnung „Weihnachtskrippe“ ursprünglich geprägt.

Der bescheidene Stall mit Ochs und Esel darin soll die bittere Not des Kindes versinnbildlichen, in die es hineingeboren wurde. Beim Anblick einer Weihnachtskrippe werde man irgendwie immer zurückversetzt in die eigene Kindheit, so Bischof Rudolf. Diese Erinnerung, die von der Liebe Gottes erzähle, der Kind geworden ist, und dadurch jedem Menschen ganz nahe sei, könne man an die Kinder und Enkelkinder weitergeben, indem man die Krippe in den Häusern gemeinsam aufbaue.

Sehr interessiert betrachtete er die Feinheiten der unterschiedlich gebauten Krippenarten, mal heimatlich, mal alpenländisch oder orientalisch anmutend. Auch zu den jeweiligen Figuren, von denen Elsner etliche in Vitrinen aufbewahrt, wusste er einiges an Hintergrundinformation zu berichten. Dass die Heiligen drei Könige einerseits wohl die Völkerwelt Europas, Afrikas und Amerikas repräsentieren, aber auch die drei Lebensalter Jugend, Mittelalter und Greis. Kastenkrippen, die komplett eingerichtet und relativ handlich zum Transportieren sind, seien – so Bischof Rudolf mit einem Augenzwinkern – wohl eher was für Faulenzer, die nicht alles immer wieder neu aufbauen wollen.

Der Bischof berichtete in diesem Zusammenhang schmunzelnd von einer großen Playmobil-Krippe, in der der Erbauer scheinbar alle verfügbaren Playmobilfiguren, die es gibt, zur Krippe kommen lässt, was ein kunterbuntes, fröhliches Bild ergebe. Er überreichte zum Abschied ein Büchlein „Vom Staunen und Bewundern“, in dem er und Papst Franziskus über die Geschichte der Krippe philosophieren und informieren.

Bischof Rudolf bestaunt die unterschiedlichen Krippen, die Michael Elsner gebaut und ausgestellt hat.
Ein gut gelaunter Bischof Rudolf mit Michael Elsner vor dessen Ausstellungsvitrine mit einer großen Auswahl an Krippenfiguren.
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