27.05.2019 - 14:38 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

In Ebermannsdorf kokelt der Kohlenmeiler

Die Nachfrage nach echter Ebermannsdorfer Holzkohle ist enorm. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum es auch heuer wieder eine Köhlerwoche gibt: Die Akteure haben einfach riesigen Spaß daran, dieses alte Handwerk am Leben zu halten.

Die Köhlergesellen waren in den vergangenen Wochen schon fleißig damit beschäftigt, den neuen Kohlenmeiler aufzuschlichten. Inzwischen ist er entfacht, an Christi Himmelfahrt wird wieder ein Köhlerfest gefeiert.
von Christine Wendl - wecProfil

Die Nachfrage nach echter Ebermannsdorfer Holzkohle ist enorm. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum es im Ort auch heuer wieder eine Köhlerwoche gibt: Die Akteure haben einfach riesigen Spaß daran, dieses alte Handwerk am Leben zu halten.

So raucht am Meilerplatz zwischen Ebermannsdorf und Schafhof seit Samstag, 25. Mai, und noch bis Samstag, 2. Juni, wieder ein Kohlenmeiler. Neben dem Köhlern soll hier aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Die herrliche Stimmung unter den Obstbäumen hat in den vergangenen Jahren die Besucher verzaubert.

Am Samstag entfacht

Entfacht wurde der Meiler am Samstagabend vom Schirmherrn Michael Doblinger, Vorstand der Raiffeisenbank Unteres Vilstal. Zuvor wurde der Meiler bei einer Maiandacht gesegnet, begleitet von der Ebermannsdorfer Blaskapelle. Danach gab's Bratwürste, Kraut, Bier und Wein.

An Christi Himmelfahrt, 30. Mai, findet wieder das große Köhlerfest statt. Der Vatertag beginnt bereits um 10.30 Uhr mit einem Frühschoppen. Danach gibt es den ganzen Tag Programm. Mittags wird Köhlerbraten mit Kraut und Kartoffeln serviert, ganztags Bratwürste und Getränke, nachmittags Kaffee und Kuchen. Vor allem in den Abendstunden lohnt sich täglich ein Besuch beim Kohlenmeiler. Das Köhlerteam steht für Fragen rund um die Herstellung von Holzkohle zur Verfügung und freut sich auch über Gesellschaft.

Zeitintensive Arbeit

Mit dem Anzünden des Meilers und dem kontrollierten Abschwelen des Holzes hat die zeitintensive Arbeit begonnen. Denn es gilt, den Verkohlungsprozess rund um die Uhr sowie bei jedem Wetter zu kontrollieren sowie - je nach Farbe des aufsteigenden Rauches - die Luftzufuhr zu regulieren.

Das "Putzen", die Endphase, wenn der Meiler durchgeschwelt ist, beginnt nach rund 14 Tagen, also am Samstag, 8. Juni, um 9 Uhr. Dies ist das schwarze Handwerk des Köhlers: Der Ruß durchsetzt Kleidung und Haut. Aber die Ernte von frischer, glänzender Ebermannsdorfer Buchenholzkohle entschädigt für die tage- und nächtelange Arbeit. Und alle Profi-Griller können dann wieder Kohle für die neue Saison bunkern.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.