14.11.2019 - 10:22 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Ebermannsdorfer Gemeinderat kappt Pläne der Firma Godelmann

Die Bombe platzte schon vorher, als der Ebermannsdorfer Bürgermeister Josef Gilch seinen Entschluss publik machte, nicht mehr bei der Wahl 2020 anzutreten.Trotzdem war das Interesse groß an der Gemeinderatssitzung, denn es gab Zündstoff.

Der Gemeinderat Ebermannsdorf machte in seiner Sitzung den Ausbauplänen der Firma Godelmann (Hauptsitz in Högling/Gemeinde Fensterbach) einen Strich durch die Rechnung.
von Gerd SpiesProfil

So kündigte die CSU-Fraktion als Reaktion auf die Angriffe gegen den Bürgermeister in der Oktober-Sitzung den beiden abtrünnigen Gemeinderäten Johann Vornlocher und Richard Scharf die Plätze in den Ausschüssen auf.

Im Fokus der Ebermannsdorfer Bürger stand aber der Tagesordnungspunkt 6, in dem der Beitragssatz für die Wasserversorgung neu festgesetzt werden sollte. Die Verlegung einer neuen Versorgungsleitung in der Hauptstraße in Ebermannsdorf und die Errichtung einer sogenannten Druckerhöhungskompaktanlage sorgte ja für große Unruhe bei den Bürgern. Die Gerüchteküche kochte, dass aufgrund der Baumaßnahmen die Wassergebühren für die Grundstückseigentümer in den vierstelligen Bereich hochschnellen würden. Die Beitragssatzung der Gemeinde sieht vor, die Kosten für Investitionen auf die Grundstückseigentümer umzulegen.

Arno Bitterwolf, Chef des Unternehmens „Kommunale Beratung“, das von der Verwaltung beauftragt worden war, legte nun in der Sitzung die Zahlen auf den Tisch. Genau 866 656,50 Euro kosteten die Investitionen in die Wasserversorgung der Gemeinde. Als Beitragssatz für die Bürger würden sich daraus 0,37 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 1,06 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche ergeben. Als Zahlenbeispiel nannte Bitterwolf ein Grundstück von 800 Quadratmetern bei einer Geschossfläche von 320 Quadratmetern, woraus sich ein Betrag von insgesamt 679,66 Euro ergebe. „Wir mussten bisher schon in anderen Gemeinden viel schlechtere Botschaften vermelden“, kommentierte Bitterwolf die seiner Meinung nach doch moderaten Zahlen. Man glaubte auch bei der Vorstellung der Kosten ein leichtes Aufatmen unter den anwesenden Bürgern zu hören. Deren Geldbeutel wird doch nicht so strapaziert wie von manchen befürchtet. Der Referent schlug dem Gemeinderat noch vor, in die neue Satzung bei unbebauten Grundstücken auch die Erfassung von Geschossflächen mit einem Faktor von 0,25 aufzunehmen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Vorschlag.

Eine überraschende Wende dann bei der beabsichtigten Behandlung des Bebauungsplans „Industriegebiet Godelmann“. So überraschend, dass die eingeladenen Vertreter des Amberger Planungsbüros „Seuss Ingenieure GmbH“, die die Pläne der Firma Godelmann vorstellen sollten, ihre Unterlagen gar nicht auspacken durften, sondern unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten. Das Unternehmen Godelmann mit Hauptsitz in der Gemeinde Fensterbach beabsichtigte, sich über die Gebietsgrenze zur Gemeinde Ebermannsdorf hinaus zu erweitern. Das 22,9 Hektar große Waldstück südlich des bestehenden Betriebsgeländes in Richtung der Staatsstraße 2151 sollte nach Rodung und Erschließung als Sandlagerfläche, später auch für eine Produktionshalle dienen.

„Wir werden den Plänen nicht zustimmen“, lautete das einheitliche Urteil von Thomas Wiedenbauer (CSU), Thomas Klee (SPD) und dem aus der CSU-Fraktion ausgetretenen Johann Vornlocher. Einstimmig lautete daher auch der Beschluss: „Aus Umwelt- und Naturschutzgründen und den vorliegenden Einwendungen und Bedenken der jeweiligen Träger öffentlicher Belange den Bebauungsplan nicht mehr zu verfolgen.“

Der Gemeinderat Ebermannsdorf machte in seiner Sitzung den Ausbauplänen der Firma Godelmann (Hauptsitz in Högling/Gemeinde Fensterbach) einen Strich durch die Rechnung.
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