26.04.2020 - 10:47 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Ebermannsdorfer nähen Mund- und Nasenschutz

„Gemeinsam schaffen wir’s!“, heißt es auch in der Gemeinde Ebermannsdorf während der aktuellen Corona-Krise. Hier lassen tagtäglich an die vierzig "Näh-Feen" in jeder freien Minute die Maschinen rattern.

Ein ganzer Korb voller fertiggestellter Mund-Nase-Abdeckungen, die demnächst in den Briefkästen der Risikogruppen sowie an den bekannten öffentlich zugänglichen Läden und Praxen zu erhalten sind. Auch einige der bunt bemalten Spendendosen sind hier zu sehen.
von Christine Wendl - wecProfil

Die Helfer haben inzwischen bereits über 1900 Stück der wichtigen Nasen-/Mundbedeckungen fertiggestellt. Ein Drittel davon ging bereits an eine Reha-Klinik in Nittenau, auch die Seniorenheime in Ensdorf und Kümmersbruck haben welche bekommen. Es liegen noch zahlreiche weitere Nachfragen aus dem ganzen Landkreis vor. Priorität haben jedoch die Exemplare für die Gemeindebürger. Tina Schindler, die Koordinatorin der "Näh-Feen", hat auch schon Anfragen aus umliegenden Schulen bekommen. Da diese jedoch noch nicht öffnen dürfen, werden nun erstmal die Risikogruppen und Mitbürger der Gemeinde Ebermannsdorf bedient.

Schindler hat auf die Anfrage des Landratsamtes an die Gemeinde Ebermannsdorf zugesagt, sich um die Herstellung der Masken zu kümmern. Auf diverse Aufrufe über die sozialen Netzwerke kamen spontan zahlreiche positive Rückmeldungen von Frauen, die sofort bereit waren, mitzunähen.

Kistenweise wurden auch Stoffspenden zu Tina Schindler gebracht. Moderne Stoffe ebenso wie gut erhaltene feine Tisch- und Bettwäsche, alles 100 Prozent Baumwolle. Auch Stoffe mit Kindermotiven sind darunter. Die Freiwillige Feuerwehr Ebermannsdorf half tatkräftig beim Zuschneiden der Stoffe mit, so dass die ehrenamtlichen Näherinnen über 7600 bereits zugeschnittene Stoffe und sehr viel noch zu verarbeitenden Stoff zur Verfügung haben. Wer also Zeit übrig und vielleicht auch eine funktionierende Nähmaschine zuhause hat, kann sich unter der Telefonnummer 01575/3656121 melden und mitnähen. Es gibt auch Tätigkeiten, für die man nicht des Nähens kundig sein muss, beispielsweise den Stoff falten und bügeln oder die Gummis schneiden, heißt es.

Tina Schindler und die Näherinnen haben ganz oben auf ihrer Liste die Ü-60er in der Gemeinde Ebermannsdorf. Als Risikogruppe erhalten diese Mitbürger – ebenso wie die der außenliegenden Ortsteile – in den nächsten Tagen ihre Nasen-/Mundbedeckung frei Haus geliefert. Die Masken, die jeder ab sofort, sobald er seine vier Wände verlässt, tragen sollte, werden in die Briefkästen gelegt, zusammen mit einer kurzen Anleitung, wie man sie am besten verwendet und hygienisch sauber hält. Die Schutzbedeckungen wurden bereits entsprechend vorbehandelt und gewaschen. Es empfiehlt sich jedoch eine eigene Wäsche bei mindestens 60 Grad Celsius vor der Benutzung.

Für alle restlichen Gemeindebürger liegen in den üblichen Läden, Praxen und öffentlich zugänglichen Stellen diese Masken zum Mitnehmen aus: Bei der Hausarztpraxis Dr. Michaela Schrödl, bei Physio-Team Herrmann, beim Bäcker Hiltner, und auch bei der Metzgerei Maria. Bei den Friseuren Weigert und Hellerbrand werden Masken ausliegen, sobald sie wieder geöffnet haben. Auch auf der Gemeindeverwaltung werden die Schutzmasken erhältlich sein, sobald diese wieder regulär geöffnet hat. Die Bewohner der umliegenden Ortsteile dürfen sich ebenfalls an den Ausgabestellen bedienen. Es wird vorausgesetzt, dass jeder nur für den eigenen Haushalt sorgt und sich nicht in irgendeiner Form daran bereichert.

Da auch die Kleinsten unbedingt ihren Beitrag zur Hilfe leisten wollten, bastelten die Kinder der Näherinnen kleine Schachteln, in denen die Masken zur Mitnahme angeboten werden. Für jeden, der ein kleines Dankeschön für die fleißigen Frauen hinterlassen möchte, stehen auch tolle, von den Kindern gestaltete „Dankeschön-Dosen“ bei den Schachteln. Die Masken sind jedoch völlig kostenlos, die Spenden somit freiwillig.

Tina Schindler zeigt sich überwältigt von der unglaublichen Hilfsbereitschaft im Ort und sprach jedem Einzelnen, der sich in irgendeiner Weise bei der Herstellung der so wichtigen Mund-Nase-Bedeckungen beteiligt, ihren Dank aus. „Es gibt immer noch viel zu tun! Wer also mitmachen will und kann, ist jederzeit willkommen. Anruf genügt.“

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