02.12.2020 - 15:30 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Grundschule Ebermannsdorf nutzt künftig Klassenzimmer im Wald

Regelmäßiges Lüften: Was in Zeiten von Corona an den Schulen Gesetz geworden ist, fällt in einem Klassenzimmer im Wald komplett weg. Künftig dürfen sich die Grundschüler von Ebermannsdorf über einen Platz im Grünen zum Lernen freuen.

Bevor das grüne Klassenzimmer in Betrieb gehen kann, sind viele Schritte notwendig. Die Beteiligten um Schulleiterin Heidrun Leitz (Sechste von links) kamen beim Sammelplatz im Wald zusammen.
von Christine Wendl - wecProfil

Die Grundschule Ebermannsdorf lehrt und lernt nach Pestalozzis Grundsatz „Mit Kopf, Herz und Hand“. Nun wird dieses Motto – besonders im aktuellen Zustand der Corona-Pandemie um einen entscheidenden Punkt erweitert: frische Luft. Und damit ist, laut Schulleiterin Heidrun Leitz, nicht nur gemeint, dass regelmäßig die Fenster geöffnet werden. Die Rektorin Heidrun und das Lehrerkollegium wollen künftig kompetenzorientierten, lehrplangerechten Unterricht im Freien stattfinden lassen. Somit war der Wunsch nach einem „Klassenzimmer im Wald“, das den Schulkindern als fester außerschulischer Lernort dient, geboren. Das Anliegen stieß bei Bürgermeister Erich Meidinger auf offene Ohren.

Gemeinsam bemühte man sich, ein Waldgrundstück zu finden, das alle gewünschten Kriterien erfüllt: fußläufige Erreichbarkeit in maximal 20 Minuten, Pflanzenvielfalt, Anfahrmöglichkeit für Rettungsfahrzeuge und dies alles möglichst nicht zu nah an der Autobahn. Im Privatwald von Hubertus von Eyb zwischen der Autobahnbrücke beim Berggasthof und dem Luxemburger Weg fand sich ein Bereich, der sowohl die Lehrkräfte als auch die Schulkinder überzeugte. Um Gefahren im künftigen "grünen Klassenzimmer“ von vornherein zu minimieren und alle gültigen Sicherheitsvorschriften im Blick zu behalten, trafen sich auf Einladung der Rektorin Bürgermeister Erich Meidinger, Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger und die Juristin am Landratsamt, Andrea Herrmann, mit dem Waldbesitzer Hubertus von Eyb zu einer Besprechung.

Als Referenten konnten Adrian Rauschenbach von der kommunalen Unfallversicherung Bayern sowie Simon Tangerding, der Landesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SWD) Bayern, gewonnen werden. Nach einer gemeinsamen Ortsbesichtigung erklärte Adrian Rauschenbach die präventive Gefährdungsbeurteilung. Seine Erfahrung mit Waldkindergärten zeigt, dass im Wald sogar weniger Unfälle passieren als in geschlossenen Räumen. Simon Tangerding, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Waldpädagogik, der an diversen Forschungsprojekten zum „Draußenlernen“ beteiligt ist, koordiniert und organisiert in ganz Bayern die Einrichtung von Schulwäldern und konnte deshalb wesentliche Praxistipps beisteuern. Besonders interessant waren seine wissenschaftlich belegten Studien zu den Vorteilen des Lernens an der frischen Luft zu Zeiten der Corona-Pandemie.

Alltag im Klassenzimmer während der Corona-Pandemie

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