18.07.2019 - 16:59 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Kettensägen ohne Massaker

Ein sogenannter Carver ist seit einigen Wochen in Ebermannsdorf mit seinen Kettensägen am Werk. Heraus kommt dabei kein Massaker, sondern eine imposante Holzskulptur.

Bürgermeister Josef Gilch besucht den Carver Karl-Heinz Stoiber, der am Meilerplatz einen lebensgroßen Köhler aus einer alten Eiche gestaltet – mit Hilfe von ungewöhnlichem Schnitz-Werkzeug.
von Christine Wendl - wecProfil

Mit ungewöhnlichem Schnitz-Werkzeug haucht der Carver Karl-Heinz Stoiber einem Köhlergesellen Leben ein. Bürgermeister Josef Gilch besucht den Künstler regelmäßig am Meilerplatz, um sich von dem Fortschritt der Arbeiten ein Bild zu machen. Die Wurzeln des "Chainsaw Carving" (englisch: Kettensägen-Schnitzen) liegen in den USA und bezeichnen die Kunst, filigrane Holzskulpturen mit dem groben Werkzeug Motorsäge zu gestalten. Für die Ebermannsdorfer Köhler fertigt der Amberger Künstler Karl-Heinz Stoiber, der auch Maler ist, derzeit einen lebensgroßen Köhler.

Alte Eiche neu belebt

Aus einem fast eine Tonne schweren Eichenstamm arbeitete er in den ersten Tagen mit großen Kettensägen die groben Umrisse heraus. Je filigraner die Ausführung, desto kleiner werden auch die Kettensägen. Immer mehr hauchte Stoiber der Skulptur Leben ein. Die schwere und anstrengende Arbeit des Künstlers überträgt sich förmlich in die Holzfigur des von harter Arbeit gezeichneten Köhlers. Mit Neugierde verfolgen auch Wanderer und Besucher der Picknickstation die Fortschritte der nicht alltäglichen Kunst. Stoiber arbeitet mit Begeisterung und Präzision. "Es ist eine tolle Herausforderung für mich, auch kleine Details mit einem groben Gerät, wie der Motorsäge, zu erschaffen und Ideen und Inspiration finde ich überall", sagt der Künstler mit einem verschmitzten Lächeln. "Der Naturwerkstoff Holz regt mich immer wieder dazu an, Waldbewohner wie Wildschweine, Bären, Eulen und Adler zu schnitzen."

Begeisterung und Technik

Stoiber fertigt Holzskulpturen nach den Wünschen, Vorstellungen und Vorgaben seiner Kunden in jeder Größe und Form. Manchmal reicht eine kleine Skizze. Mit einem geübten Auge, der Leidenschaft, etwas aus dem Nichts zu erschaffen, und der Begeisterung für die Technik der Motorsäge lebt er für seine Holzkunstwerke. Zwei seiner Skulpturen stehen am Mariahilfberg in Amberg.

"Künstler aus unserer Region", betonte Bürgermeister Josef Gilch, der gleichzeitig Vorsitzender der Köhlerfreunde Ebermannsdorf ist, "müssen unterstützt und gefördert werden". Der lebensgroße Köhler wird bald fertig und begrüßt künftig die Besucher am Eingang zum Köhlerplatz.

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