12.08.2021 - 11:25 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Köhlerschweiß und die Rote Rebekka: Ebermannsdorfer Köhlerfreunde bieten Hochprozentiges an

Bei der Verkostung am Meilerplatz: Mit „Gut Brand!“ stoßen Bürgermeister Erich Meidinger, Vorsitzender Josef Gilch, Landrat Richard Reisinger und Markus Dollacker als Vertreter des Naturparks Hirschwald mit einigen Vereinsmitglieder an.
von Christine Wendl - wecProfil

Zu einem ganz besonderen Frühschoppen hatte der Vorsitzende der Ebermannsdorfer Köhlerfreunde, Josef Gilch, auf den Meilerplatz eingeladen. Dort empfing die Gäste ein schwelender Kohlenmeiler und ein gedeckter Tisch, auf dem einige gefüllten Flaschen präsentiert wurden. Gut gelaunt lüftete er das Geheimnis der Flaschen in verschiedenen Größen, die mit diversen Flüssigkeiten gefüllt waren. Seitdem er sich im bürgermeisterlichen Ruhestand befindet, habe er zunehmend „geistige Kapazitäten“ frei, so Gilch. Normalerweise verschenke man gern eine Flasche Wein zu Anlässen wie den Zehnjährigen der Köhlerfreunde und dem 15. Geburtstag des Historischen Vereins. Als Vorsitzender dieser Vereine habe er überlegt, ob man nicht auch regional und nachhaltig etwas produzieren könnte, was im Zusammenhang mit den Köhlern stehe. Karin Peuker, die in Ensdorf einen Laden betreibt, sei gleich Feuer und Flamme gewesen, als er sie gefragt habe, ob man nicht auch etwas Spezielles zum Thema Köhlern brauen könnte. Zusammen hätten sie Rezepte entworfen und das Ergebnis schließlich in Flaschen abgefüllt.

Diese flüssigen Raritäten wurden nun zum ersten Mal einem auserwählten Kreis direkt nach dem Frühstück angeboten. Zum Ausschank kamen die Rote Rebekka, ein weicher, aus heimischen Beeren des Naturparks Hirschwald kreierter Likör. Dessen Farbe spielt auf die in der Sonne glänzenden roten Haare der gleichnamigen Köhlerstochter an, die seinerzeit unsterblich in den Sohn des Burgherrn verliebt war. Der in Flaschen abgefüllter „Köhlerschweiß“ wirkte auf manchen zunächst etwas befremdlich. Die Verkostung des 30-Prozent-Likörs, der aus dunklem Bier aus der Region hergestellt wurde, ließ jedoch die Zungen der Testpersonen anerkennend schnalzen. Geschmacklich soll er die harte Köhlerarbeit erahnen lassen und beim Genuss in geselliger Runde schnell zeigen, wer für dieses raue Handwerk geeignet ist und wer nicht.

Schließlich suchte noch ein Gin namens Carbonarius seinen Weg durch die Gurgeln der Gäste am Meilerplatz. In ihm vereint sich angeblich eine kühne Mischung aus erfrischend-würzigen Wacholdernoten mit der zartherben Vogelbeere, garniert mit einem leichten Hauch rauchigen Köhlerbrands. Diese hochprozentigen Erzeugnisse der Köhlerfreunde sind ab sofort in Ensdorf im Laden „Liköre und mehr“, bei der Gemeindeverwaltung, den Köhlern selbst oder auch am Bauernmarkt in Amberg erhältlich.

Die süffigen Kostbarkeiten, die sich die Köhlefreunde unter fachmännischer Hilfe von Karin Peukert zusammengebraut haben und die auch für jedermann erhältlich sind.
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