Ebermannsdorf
15.06.2026 - 17:30 Uhr

Restaurierte Hofmann-Kapelle feierlich eingeweiht

Seit 1908 lädt in Ebermannsdorf die "Hofmann-Kapelle" Zum Gebet – jetzt hat sie Künstler Hans-Georg Hierl umfassend restauriert. Das wurde jetzt gebührend gefeiert.

Es war ein besonderer Abend für die Dorfgemeinschaft in Ebermannsdorf: Bei einem Vorabendgottesdienst ist die Hofmann-Kapelle im unteren Dorf feierlich eingeweiht worden. Das kleine Gotteshaus an der Weggabelung Richtung Theuern zeigt sich nach der umfassenden Restaurierung nun von seiner schönsten Seite. Ein goldenes Kreuz auf dem frisch gedeckten Dach weist nun schon von weitem auf die Kapelle hin. Vom Künstler Hans-Georg Hierl hat sie außen und innen eine Runderneuerung mit frischem Putz und feiner Farbe, neuen künstlerisch gestalteten Seitenfenstern und vor allem ein prächtiges Altarbild erhalten.

Pfarrer Sagayaraj Lourdusamy berichtete in seiner Predigt über das kleine Kirchlein, das im Volksmund einfach die „Hofmann-Kapelle“ ist, weil sie sich seit vielen Generationen im Familienbesitz des Landwirts Anton Hofmann und dessen gleichnamiger Vorfahren befindet. Erbaut wurde sie 1908. Jahr für Jahr war sie bisher schon eine der Stationen, die bei der Fronleichnamsprozession festlich geschmückt zum Gebet einluden.

Dem ortsansässigen Künstler Hans-Georg Hierl war es nun ein großes Anliegen, das arg in die Jahre gekommene Kleinod zu restaurieren und es – in Anlehnung an die Eigentümer – unter den Schutz des heiligen Antonius zu stellen. Dieser ist bekannt als der Heilige der Suchenden. Wer hat nicht schon etwas verloren und ein Stoßgebet zum heiligen Antonius geschickt?

„Antonius erinnert uns daran, dass Gott uns nicht verloren gehen lässt, dass er uns sucht, wenn wir uns selbst nicht mehr finden“, sagte Sagayaraj. Und vielleicht kann diese Kapelle ein Ort dafür werden, an dem Menschen etwas wiederfinden, was ihnen fehlt. Ein Ort, an dem man mit schweren Gedanken hineingeht und mit leichterem Herzen wieder hinausgeht. Wo man Stille findet, wenn der Alltag laut ist, wo man spürt – Gott ist nahe, auch wenn man ihn aus den Augen verloren hat.

Und so segnete der Geistliche nicht nur das Gebäude, sondern auch die Menschen, die dort sein werden, er besprengte die Anwesenden, die in der Abendsonne strahlende Kapelle und auch die Gebete, die hier gesprochen werden, mit Weihwasser. Sein Dank galt schließlich vor allem Hans-Georg Hierl für die gelungene Restaurierung sowie der Familie Hofmann für ihre Verbundenheit mit diesem besonderen Ort. Auch allen anderen, die die Arbeiten unterstützt oder begleitet haben, galt sein Dank.

Und als die Abendsonne durch das neue Fenster den Heiligen Antonius mit dem Jesuskind am Arm streifte, konnte man ein bisschen das Motiv der beiden Seitenfenster „Das Licht am Ende des Tunnels“ spüren.

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