07.04.2021 - 11:01 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Verfahrene Situation: Keine Firma will in kleinen Orten rund um Ebermannsdorf Breitbandausbau übernehmen

Schnelles Internet ist in manchem Ebermannsdorfer Gemeindeteil immer noch Wunschdenken. In der Fläche stehen 68 Anschlüsse auf der Warteliste, weil kein Unternehmen sie einrichten will. Wie lange ist das noch so?, fragen sich die Menschen.

Die Förderung steht, die Ausschreibung ist gelaufen. Doch in mehreren Ortschaften in der Gemeinde Ebermannsdorf stehen insgesamt 68 DSL-Anschlüsse für einen Ausbau in der Fläche weiter auf der Warteliste, weil kein Unternehmen das übernehmen will.
von Paul BöhmProfil

„Das kann doch wohl nicht wahr sein! Überall redet man von schnellem Internet und Breitbandversorgung in der Fläche, aber in den Ebermannsdorfer Ortsteilen Au, Breitenbrunn, Arling, Frauenlohe, Gleicheröd, Herflucht, Niederarling und Teilen von Pittersberg zeigt niemand Interesse an einem Ausbau. Teilweise sind es nur sechs Mega-Bit pro Sekunde, die derzeit in diesen Ortsteilen erreicht werden. Wenn mehrere Teilnehmer gleichzeitig telefonieren, bricht das Netz wegen Überlastung zusammen.“ Das beklagte Zweiter Bürgermeister Johann Vornlocher bei einer Videokonferenz zusammen mit Bürgermeister Erich Meidinger, Bundestagsabgeordnetem Alois Karl (CSU), Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz (CSU), Markus Brunhofer vom Bayerischen Breitbandzentrum sowie Anna-Lena Braun von der Gemeinde Ebermannsdorf und Reiner Grasberger von betreuenden Büro IK-T aus Regensburg.

„Der derzeitige Stand in diesen Ortsteilen entspricht nicht dem flächendeckenden Ausbau mit Internet, wie er immer propagiert wird“, unterstrich auch Bürgermeister Erich Meidinger in der Runde, bei der man im Ebermannsdorfer Rathaus versuchte, auch unter Einschaltung der Politik Bewegung in die Versorgung mit schnellem Internet zu bringen.

Sowohl Harald Schwartz als auch Alois Karl versprachen alles zu versuchen, um den Internetausbau in diesen Ebermannsdorfer Ortsteilen voranzubringen. Wie sie bemerkten, ist diese Situation in vielen Gemeinden ähnlich: "Die guten Aufträge sind weg. Übrig geblieben sind die vermeintlich unattraktiven Internetversorgungen draußen in der Fläche."

„Die letzten Monate haben gezeigt, wie wichtig ein zuverlässiger und entsprechend dimensionierter Breitbandanschluss für Menschen aller Generationen ist. Sei es beruflich mittels Home-Office oder bei der schulischen Bildung, die Corona-bedingt von zu Hause aus erfolgen muss“, sagten Bürgermeister Erich Meidinger und sein Vize Johann Vornlocher.

In der Gemeinde Ebermannsdorf gehe es um insgesamt 68 Anschlüsse in der Fläche, die keiner machen wolle, sagte Erich Meidinger. Eine bereits gelaufene Ausschreibung sei ohne Angebot geblieben. Als untragbar sieht auch der Zweite Bürgermeister und Breitbandpate Johann Vornlocher, der selbst aus Pittersberg kommt, die Situation. Es müsse etwas unternommen werden, damit alle Gemeindebürger in Sachen DSL-Versorgung gleich behandelt werden.

Nachdem eine Ausschreibung für Pittersberg sowie die umliegenden kleineren Ortsteile ohne Ergebnis geblieben war, ist die Gemeinde in ein erneutes Markterkundungsverfahren nach den neuen Gigabit-Richtlinien eingestiegen. Dabei ging aber lediglich ein Angebot ein. Breitbandpate Johann Vornlocher sprach von „Rosinen-Pickerei, wie da gearbeitet wird“. Die Unternehmen wollten lediglich lukrative Ortsteile ausbauen. „Die kleinen Ortsteile der Gemeinde sowie Teile Pittersbergs finden dabei keine Beachtung: „Sie bleiben auf der Strecke.“ Laut Angebotsabgabe sollen zwei Lose gebildet werden – eines für scheinbar lukrative Bereiche und ein weiteres für Bereiche, die nach Bewertung durch Reiner Grasberger von IK-T Regensburg weniger lukrativ sind.

Wie die beiden Bürgermeister bei der Besprechung erklärten, will die Gemeinde Ebermannsdorf zusammen mit dem Unternehmer, der als einziger auf die Markterkundung reagiert hat, unter Einbindung des Breitbandzentrums die komplette Erschließung der nicht versorgten Gemeindeteile auf den Weg bringen. Traurig finden es die Ebermannsdorfer, "dass zuerst viel versprochen und dann aber nichts gemacht wird".

„Auch wenn ein weiteres Markterkundungs- oder ein Auswahlverfahren angestrebt wird, kommt die Gemeinde nicht weiter bei der Breitbandversorgung der Ortsteile rund um Pittersberg“, sagte Johann Vornlocher zu der verfahrenen Situation.

Wie die Abgeordneten Alois Karl und Harald Schwartz sagten, führe die Lösung nur über einen runden Tisch mit dem Anbieter, der dann erklären solle, wie er sich eine Lösung heraus aus dieser Sackgasse vorstelle. Die Quint-Essenz: „Entweder anpacken und eine Lösung präsentieren. Oder schlichtweg die Projektfreigabe für einen andersartigeren Ausbau ansteuern."

Breitbandausbau Investition in die Zukunft

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