05.03.2020 - 15:59 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Vilstalstraße bei Theuern: Tunnel für Radler und Fußgänger

Öfter mal aufs Rad umsteigen: Dieser Appell ist in Zeiten des Klimawandels öfter zu hören - verbunden mit Klagen, dass es Radler schwer haben neben dem motorisierten Verkehr. Auf der Vilstalstraße soll sich das ändern.

Die drei Bürgermeister (von links) Roland Strehl (Kümmersbruck), Erich Meidinger und Josef Gilch (Ebermannsdorf) an der gefährlichen Kreuzung der Staatsstraße 2165 in Richtung Theuern. Hier soll eine Unterführung das Queren der Vilstalstraße für Fahrradfahrer und Fußgänger sicherer machen.
von Christine Wendl - wecProfil

"Nur durch mehr Sicherheit können wir die Menschen dazu bewegen, mehr mit dem Rad zu fahren", betonte Bürgermeister Roland Strehl (Kümmersbruck) bei einem Ortstermin an der Theuerner Kreuzung. Hier mündet künftig der aus Ebermannsdorf kommende Radweg in den der Gemeinde Kümmersbruck ein, der von Theuern kommt. Die Staatsstraße 2165 wird im Bereich der Querung untertunnelt.

Kommentar:

Reine Glückssache

Prima, wenn Radler und Fußgänger die Vilstalstraße an der Abzweigung nach Theuern künftig ganz ungefährdet unterqueren können. Auch wenn die nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer hier nicht in Scharen unterwegs sind. Jeder Unfall, der nicht passiert, ist ein Gewinn.
Ein Problem wäre dann gelöst. Aber ein anderes bleibt: Wer hier mit dem Auto unterwegs ist, muss um sein Leben fürchten – wenn er von Kümmersbruck kommend nach links Richtung Ebermannsdorf abbiegen will, aber wegen Gegenverkehrs warten muss. Dann sieht er im Rückspiegel den Unfall schon auf sich zurasen. Weil diejenigen, die von hinten kommen, nicht groß bremsen, sondern auf den Stehenden draufhalten, um dann in letzter Sekunde haarscharf an ihm vorbei zu rauschen.
Dass hier nur maximal 80 km/h erlaubt sind, ändert wenig an diesem Nervenkitzel. Und dass es hier nicht öfter kracht, dürfte reine Glückssache sein.

Heike Unger

Wichtige Baumaßnahme

Eine für beide Gemeinden wichtige Baumaßnahme, da sehr viele Bürger aus Theuern und Ebermannsdorf diese Verbindung nutzen. Mit der geplanten Unterführung, die vom Staatlichen Bauamt errichtet wird, soll diese gefährliche Straßenquerung bald der Vergangenheit angehören.

Josef Gilch hofft, ab Mai, nach seiner Zeit als Ebermannsdorfer Bürgermeister, mehr Zeit zum Fahrradfahren zu haben. "Nicht nur, weil es für meine Gesundheit sehr wichtig ist, sondern weil es auch ein ganz kleiner Mosaikstein im Klimaschutz ist. Radlfahren bedeutet Entschleunigung und verursacht keine Feinstaubbelastung." Doch um den Radverkehr zu fördern, reichten Kampagnen und Dieselverbote nicht aus, ist seine Meinung. Stattdessen müsse eine sichere Infrastruktur geschaffen werden, die zum Radfahren einlädt. Und zwar nicht nur für Menschen, die sich sowieso sicher fühlen, sondern auch für Kinder und Senioren.

Es gibt unterschiedliche Radfahrer-Typen:

Von "stark und furchtlos" bis "interessiert aber besorgt"

Eine Studie aus den USA belegt, dass bei 33 Prozent der Bevölkerung alle Hoffnung vergebens ist: Diese Menschen fahren aus verschiedenen Gründen gar nicht Rad, unabhängig von der vorhandenen Infrastruktur. Spannend wird es, wenn man sich den Gruppen zuwendet, die tatsächlich am Radfahren interessiert sind – und zwar im Alltag, denn hier geht es nicht um Radtouren am Wochenende. Weniger als ein Prozent der Radfahrer zählt zu den „Strong & Fearless“, also zu der Gruppe furchtloser Radfahrer, die bei jedem Wetter und unabhängig von den Straßenverhältnissen unterwegs sind. Auffällig an ihnen ist, dass sie vor allem aus jungen, sportlichen Männern besteht. Radfahren ist Teil ihrer Identität.

Weitere sieben Prozent der Bevölkerung fallen in die Kategorie „Enthused and Confident“, das ist die Gruppe derer, die gerne Rad fahren und sich in der Regel dabei auch sicher fühlen. Sie haben kein Problem damit, sich die Straße mit Autos zu teilen, wünschen sich aber auch eine bessere, sichere Rad-Infrastruktur. Die große Masse, 60 Prozent der Befragten, gilt jedoch als „Interested but Concerned“. Diese Menschen möchten eigentlich gern (mehr) Rad fahren, fühlen sich aber unsicher und machen sich Sorgen.

Dabei geht es nicht um die Angst vor anderen Radfahrern, Fußgängern oder vor Stürzen. Nein, es ist die Angst vor dem Autoverkehr, die die Menschen vom Radfahren abhält.

Lücken geschlossen

In den vergangenen Jahren hat das Ebermannsdorfer Radwegekonzept Gestalt angenommen und ist gewachsen. Manche Lücke wurde geschlossen oder steht kurz vor dem Bau, wie der Radweg entlang der AS 23 zum neuen Industriegebiet Schafhof Ost. Auch die Verbindung nach Theuern wird in nächster Zeit gebaut. Jugendbeauftragter Erich Meidinger möchte, dass dann der Radweg in Ebermannsdorf nicht am Erzweg endet, sondern bis zum Ortseingang verlängert wird.

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