29.07.2019 - 09:27 Uhr
EbnathOberpfalz

Belüfter gegen Blaualgen passé

Eine Extrarunde drehte der Gemeinderat mit einer Sondersitzung zur Aufwertung des Naturbades Selingau. In der Kernfrage ging es dabei um die Anschaffung von Wasserbelüftern hinsichtlich der Algenbekämpfung im Freibad.

Das Naturbad Selingau bereit den Gemeinderäten hinsichtlich der Algenproblematik weiterhin Kopfzerbrechen. Der Einsatz von Wasserbelüftern, wie vom Arbeitskreis „Freibad Selingau“ angeregt, ist vorerst vom Tisch.
von Redaktion ONETZProfil

Der Erwerb und der Einsatz von Wasserbelüftern ist nunmehr aus Wirtschaftlichkeits- und Haftungsgründen vorerst vom Tisch. Bereits in seiner Sitzung Anfang Juli hatte sich das Gremium mit dem Erwerb von Wasserbelüftern befasst und seine Entscheidung vertagt. Zwischenzeitlich hat die Verwaltung auf Hinweis von Gemeinderat und Leiter des Arbeitskreises Freibad Selingau Michael Sticht (CSU) die Gemeinde Bordesholm (Schleswig-Holstein) kontaktiert, nachdem die norddeutsche Kommune mit ihrem Badesee ebenfalls erhebliche Blaualgenprobleme hat.

Abgestimmt mit Fachfirmen auf den Einsatzbereich im Naturbad Selingau standen jetzt zwei Ausführungsvarianten zur Diskussion. Zum einen ein Wasserbelüfter "Aqua-Pilz" mit Tauchmotor. Die Kosten hierfür belaufen sich grob geschätzt auf bis zu 10 000 Euro. Allerdings ist dieser Belüfter rein für die Fischzucht konzipiert. Der Betrieb in einem Badeteich sei damit mit einer Zweckentfremdung vergleichbar und dem Betreiber obliegt jegliche Haftung.

Der Alternativvorschlag war ein Biologisches Teichentschlammungssystem. Die grob geschätzten Kosten hierfür belaufen sich auf bis zu 25 000 Euro. Eine Verschlammung des Naturbades Selingau konnte Bürgermeister Manfred Kratzer ausräumen. Zudem verwies er auf die jüngst vorgenommenen Überprüfungen der Wasserqualität, die zu keiner Beanstandungen führten. Ferner erinnerte er daran, dass schon einmal zur Algenbekämpfung eine Wasserfontäne eingebaut worden war, die allerdings nichts gebracht habe.

Wie AWE-Fraktionssprecher Bernd Kuhbandner in Erfahrung brachte, wäre eine Schilfanlage am kostengünstigsten und zudem sinnvoll, den Sauerstoffgehalt des Gewässers zu erhöhen. Doch sei das Naturbad Selingau für eine Schilfanlage zu klein. Er rief eine Empfehlung des Wasserwirtschaftsamtes Weiden zum Einsatz von chemischen Mitteln in Erinnerung. Bei dieser Empfehlung wurde auf eine richtige Dosierung hingewiesen, um eine Gefahr für Umwelt und Badegäste auszuschließen. Mit dem Einsatz von chemischen Mitteln vermochte sich Zweite Bürgermeisterin Heidi Philipp (SPD) nicht anfreunden.

Mit Blick auf die grob geschätzten Kosten von rund 30 000 Euro ist der Erwerb von Wasserbelüftern aus wirtschaftlichen, aber auch aus Haftungsgründen vorerst vom Tisch. Das Gremium kam überein, mit einem Bademeister aus Marktredwitz bei einem erneuten Ortstermin die Algenproblematik zu erörtern, um eine Lösung zu finden.

Info:

Hintergrund

Zwar erhielt auf Nachfrage die Kommune eine Antwort, warum und weshalb sie bei der Vergabe von Fördermitteln aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ nicht berücksichtigt wurde. Allerdings wurde in der Rückantwort kein konkreter Grund für die Ablehnung zur Förderung des Projektes Sanierung und Aufwertung des Naturbades Selingau genannt.

In der Rückantwort der Bundesbehörde wurde darauf verwiesen, dass auf dem Aufruf des Bundesinnenministeriums rund 1300 Projekte ihr Interesse bekundeten. Damit war das Programm trotz des nochmals vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages erhöhten Mittelvolumens auf 300 Millionen Euro um das Neunfache überzeichnet. Der Haushaltsausschuss habe mit Beschluss vom 10. April dieses Jahres 186 Projekte in die Förderliste aufgenommen. In der Rückmeldung wurde darauf verwiesen, dass für die nicht berücksichtigten Kommunen die Möglichkeit bestehe, bei anderen Programmen des Bundes und der Länder Fördermittel zu beantragen, insbesondere beim Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ oder auch der Städtebauförderung.

Aus Sicht der Verwaltungsgemeinschaft Neusorg wurde allerdings kein Grund für die Ablehnung einer Förderung genannt und hatte nochmals „nachgehakt“. Vor allem deshalb, da den Gemeinderat gleichwohl interessiert, was im Einzelnen die Gründe waren, warum Ebnath nicht zum Zuge kam. Eine entsprechende Auskunft könnte bei einem zukünftigen Förderaufruf dahingehend helfen, das Projekt gegebenenfalls umzugestalten und damit eine größere Chance haben, in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Eine Antwort hierauf gab es allerdings, trotz erneuter Erinnerung, bislang noch nicht.

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