Ebnath
29.05.2022 - 11:36 Uhr

Bürgerversammlung in Ebnath: "Gemeinde sind wir alle"

Nach zwei Jahren im Amt konnte Bürgermeister Wolfgang Söllner nun seine erste Bürgerversammlung abhalten. 35 Besucher waren ins Rathaus gekommen, um Informationen aus erster Hand zu erhalten – und das waren nicht wenige.

In knapp zwei Stunden ging Bürgermeister Wolfgang Söllner auf die wichtigsten Ereignisse der beiden vergangenen Jahre ein. Als großer Erfolg für die Gemeinde sei demnach zu bewerten, dass in diesem Zeitraum allein 1,235 Millionen Euro durch sogenannte "Stabilisierungshilfen" nach Ebnath flossen. Zuletzt sei dies 2013 und 2014 der Fall gewesen. Dass Ebnath nun endlich als "Stabilisierungsgemeinde" auch von höheren Fördersätzen bei sogenannten "Finanzausgleich-Mitteln" profitieren könne, sei elementar wichtig. Söllner dankte vor allem Kämmerer Josef Regner für die Unterstützung bei der Erstellung der Förderanträge.

Der Gemeindechef ging auch auf die vielen baulichen Maßnahmen der vergangenen beiden Jahre ein: 2020 wurden die einbruchgefährdete Stützmauer in der Kösseinestraße und ein Teil der angrenzenden Straße erneuert. Es folgten der Abriss der alten Schule und die Neugestaltung des Rathausumfeldes, gefördert durch die Städtebauförderung mit 90 Prozent. Eine weitere große Baumaßnahme, deren Umsetzung vor dem Abschluss steht, ist die Marktplatzsanierung. Zunächst wurden hier alte, leerstehende Gebäude (Garage/Kellergewölbe) im Bereich der ehemaligen „Obstecke“ abgerissen, danach stand die Neugestaltung des Marktplatzbereichs an. Diese Großbaustelle, deren Umfang circa 1,4 Millionen Euro beträgt, wird ebenfalls mit 90 Prozent vom Freistaat gefördert. In den nächsten Wochen sollen die Sanierung und die Neugestaltung des Marktplatzes abgeschlossen werden. Beim Bürgerfest am 17. Juli wird der Marktplatz offiziell eingeweiht.

In diesem Zusammenhang wird im Bereich des Marktplatzes derzeit auch die Planung für die Sanierung und den Umbau des alten Feuerwehrhäuschens vorangetrieben, wofür ebenfalls bereits ein Förderbescheid vorliege.

"Schmuckstück" Freibad

Über das Kommunalinvestitionsprogramm zur Verbesserung der Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen in Bayern (KIP-S) wurden die Sanierung des Pausenhofes und die Dacherneuerung des Schulgebäudes ausgeführt. Zusätzlich stand die Sanierung des Naturbades Selingau an. Hier habe man nach den Renovierungsarbeiten ein "Schmuckstück" der Gemeinde herausgeputzt. Dank des Regionalbudgets der Steinwald-Allianz konnte der Spielplatz in der Kösseinestraße erweitert werden. Auch die Anbindung des Fichtelnaabradweges an die Selingau wurde mit diesem Förderprogramm umgesetzt.

Eine große Baumaßnahme 2021 sei die Sanierung der Ringstraße gewesen, bei der die letzten Arbeiten im Frühjahr 2022 erledigt wurden. Hier wurden der marode Kanal mit der "RZWAS-Förderung" mit 80 Prozent sowie der Straßenauf-/unterbau und alle Wasserleitungen komplett erneuert. Auch eine Erdverkabelung des Stromnetzes sowie ein Leerrohrverbundsystem für einen möglichen späteren Glasfaserausbau seien erfolgt.

Mit dem Sonderprogramm „Kommunale Trinkbrunnen“ werden in diesem Jahr noch Trinkbrunnen in den Ortsteilen Selingau und Grünlas gebaut. Der Einbau von dezentralen Lüftungsanlagen in der Fichtelnaabtal-Mittelschule wurde dank einer hohen Bundesförderung ermöglicht und wird noch diesen Sommer ausgeführt.

Verschuldung halbiert

Trotz der sehr zahlreichen Investitionen konnte die Verschuldung der Gemeinde in den vergangenen beiden Jahren von 937.787 Euro Ende 2019 auf 583.198 Euro im Jahre 2020 und auf 477.503 Euro Ende 2021 fast halbiert werden. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 377,59 Euro. Laut Söllner soll auch in den nächsten Jahren das Investitionsniveau weiter hoch gehalten werden. Hier stünden beispielsweise die mögliche Turnhallensanierung und die Erneuerung weiterer Kanal- und Straßenzüge im Fokus; auch ein Neubaugebiet stehe auf der Agenda ganz oben.

Nach Fragen der Zuhörer bedankte sich Kirchenpfleger Stefan Kausler bei Söllner für die gute Zusammenarbeit. Vor allem die geplante Generalsanierung des Kindergartens sei ein wichtiger Punkt in der nahen Zukunft.

Söllner dankte der Feuerwehr für ihren unermüdlichen Einsatz, dem Bauhofpersonal, den Lehrern, Mitarbeitern in der Verwaltungsgemeinschaft sowie allen Gemeinderäten für die gute Zusammenarbeit. „Helfen wir auch weiterhin so gut zusammen, dann können wir gemeinsam auch in Zukunft viel in unserer Gemeinde erreichen. Gemeinde sind wir alle, jeder von den Mitbürgerinnen und Mitbürgern trägt seinen Teil zum guten Miteinander in der Gemeinde bei.“

 
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