Ebnath
21.11.2019 - 15:11 Uhr

Leidenschaft für Heimatstadt

Stefan Frank steigt für die SPD ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters in Wunsiedel ein. Frank ist in Ebnath aufgewachsen.

Stefan Frank (Mitte) will auf den Chefsessel im Rathaus. Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach und Fraktions-Chef Konrad Scharnagl wollen ihren Kandidaten voll unterstützen. Bild: Matthias Bäumler
Stefan Frank (Mitte) will auf den Chefsessel im Rathaus. Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach und Fraktions-Chef Konrad Scharnagl wollen ihren Kandidaten voll unterstützen.

Die Sozialdemokraten präsentierten ihren Kandidaten - "ein echter Knaller", wie der Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Konrad Scharnagl, sagte. Auch Ortsvereinsvorsitzende Christine Lauterbach ist sichtlich zufrieden mit dem Angebot, das die SPD den Wunsiedlern unterbreitet.

Frank gibt zu, dass er "schon etwas überrascht ist, von der Dynamik, die sich jetzt entwickelt". Das Bürgermeisteramt sei ihm sicherlich nicht in die Wiege gelegt worden, "aber ich traue es mir zu. Ich habe eine riesige Leidenschaft für meine Heimatstadt. Daher will ich Wunsiedel weiter voranbringen."

Frank ist im Landkreis als Leiter des Juko-Mobils bekannt, das Jugendlichen in allen Städten und Gemeinden Kunst und Kultur nahe bringt. Der gebürtige Marktredwitzer und in Ebnath aufgewachsene Kandidat bezeichnet sich als einen, der sein Herz an Wunsiedel verloren hat. "Ich bin nach dem Abitur nach München gezogen und habe dort als Filmemacher gearbeitet. Doch nach einiger Zeit hat meine aus Kemnath stammende Frau Claudia und mich die Sehnsucht nach dem Fichtelgebirge gepackt."

Auf der Suche nach einem neuen Zuhause sei schnell klar geworden, dass es Wunsiedel sein werde. "Als ich durch die Altstadtgassen geschlendert bin, haben wir uns in die Stadt verliebt." Frank ist kein SPD-Mitglied und will auch keines werden. Dennoch habe der gesamte Vorstand des Ortsvereins für Frank gestimmt, als es um die Kandidatenfrage gegangen sei, sagt Konrad Scharnagl. Noch ist Frank allerdings nicht nominiert. Die SPD-Mitglieder werden am 29. November über den Kandidaten ebenso abstimmen wie über die Stadtratsliste.

Dass das Bürgermeisteramt in Wunsiedel nicht gerade einfach werden wird, ist Frank bewusst. "Wollte ich es mir leicht machen, würde ich nicht kandidieren. Mir liegt diese Stadt mit ihren vielen Potenzialen aber am Herzen, daher will ich mich nun als Bürgermeister engagieren."

Als seine wichtigen Eigenschaften bezeichnet der 43-Jährige das analytische Denken, die als Filmemacher ebenso wie als Bürgermeister wichtige Begabung, sich schnell in unterschiedliche Materien einarbeiten zu können, und das Zuhören. "Ich halte es für unseriös, jetzt großartige Versprechen abzugeben. Eines ist aber sicher: Wenn wir wieder gute Kontakte zum Landratsamt, zur Regierung in Oberfranken und nach München aufbauen, dann müsste es schon verhext sein, sollten wir es im Verein mit unseren guten Unternehmen in der Stadt nicht schaffen, wieder in ein positives Fahrwasser zu kommen."

Als Vorsitzender des Bürgerforums wisse er, was möglich sei. "Was dessen Mitglieder in den vergangenen beiden Jahrzehnten bewegt haben, ist beispielhaft." Kultur sei zwar seine Leidenschaft, aber sicherlich nicht der Schwerpunkt, falls er Bürgermeister werde.

Dass der Leerstand, der Haushalt, die Verkehrsführung angegangen werden müssen, steht für den SPD-Kandidaten außer Frage. "Ich bin jetzt aber sicherlich nicht der Politiker, der einen Masterplan aufschlägt und nichts anderes gelten lässt. Mir ist wichtig, den Menschen zuzuhören, denn das kann ich." Er könne aber auch in der Sache streiten, wenn es sein müsse, sogar richtig hart. "Aber eines darf man nie verlieren: den Respekt vor seinem Gegenüber."

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