12.01.2021 - 11:27 Uhr
EbnathOberpfalz

"Sportliches Programm" für Ebnath

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Es ist wie bei der Tour de France. Am Anfang tritt man wie entfesselt in die Pedale - und dann muss man auch mal durchschnaufen. So wie der Ebnather Bürgermeister Wolfgang Söllner, der sich über Weihnachten, Neujahr und Dreikönig aber keine allzu große Pause gönnte.

Auch heuer will Bürgermeister Wolfgang Söllner kräftig anschieben.
von Manfred Hartung Kontakt Profil

Die Zeit zwischen den Feiertagen hat zumindest für ein kleines Innehalten gereicht. "Die Zeit seit dem Amtsantritt im Mai 2020 ist geradezu verflogen", sagt der Rathauschef im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Er habe jetzt einmal kräftig durchgeschnauft und die vergangenen Monate Revue passieren lassen. Zu viel Zeit will Söllner aber nicht mit Rückblick verbringen, obwohl er mit der Bilanz durchaus zufrieden ist.

„Die Bürger honorieren, dass sich was rührt im Ort. Das soll auch in Zukunft so bleiben.“

Wolfgang Söllner

Vielzahl von Maßnahmen

Eine Vielzahl von Maßnahmen sei angepackt worden, zum Beispiel die Sanierung der Stützmauer in der Kösseinestraße, mit der eine mehrmonatige Vollsperrung der Fahrbahn einherging. Sehr viele Straßenschäden seien gerichtet worden. Auch die Sanierungsarbeiten im Naturbad Selingau seien sehr gut gelungen, der neue Kiosk sei trotz Corona-Auflagen im Sommer glänzend angekommen. Tolle Erfolge seien auch die Sanierung von landwirtschaftlichen Wegen im Gemeindegebiet oder die Schaffung neuer Parkflächen in der Kösseinestraße mit viel ehrenamtlichem Einsatz der Anlieger gewesen. Zudem seien der Abbruch der Alten Schule mit einer 90-prozentigen Förderung durch den Freistaat und die Aufwertung des Kinderspielplatzes in der Kösseinestraße angepackt worden.

Einen kräftigen Schub wird die Gemeinde durch die Stabilisierungshilfe von 350 000 Euro bekommen. Mit einem Schlag sei damit ein großer Teil der Altschulden getilgt. Noch wichtiger aber sei, dass die Kommune ab 2021 von der "zweiten Säule" der Stabilisierungshilfe profitieren könne. Außerdem ergäben sich dadurch höhere Fördersätze bei Bauvorhaben. Vorausgegangen waren viele Gespräche, vor allem mit dem Landtagsabgeordneten Tobias Reiß und auf Behördenebene. Ebnath war letztmalig 2014 in den Genuss der so wichtigen Förderung gekommen. "Man muss als Gemeinde investieren, um nicht stehen zu bleiben."

Blick in die Zukunft

Und nun ein Blick in die Zukunft: Wichtige Projekte stehen im Jahr 2021 an, das bedeutet eine Menge Arbeit für die Gemeinde. Deutlich zum Ausdruck bringt Wolfgang Söllner hier, wie wichtig ihm die Teamarbeit ist: "Um die vielen anstehenden Baumaßnahmen erfolgreich umsetzen zu können, müssen ein starker Zusammenhalt und ein enges Miteinander gelebt werden. Angefangen von den Bauhofmitarbeitern, der Verwaltung und dem Gemeinderat samt Bürgermeister bis hin zu den von Baustellen betroffenen Bürgern." Wolfgang Söllner ist zuversichtlich. Bisher könne er von einem harmonischen Miteinander in allen Bereichen berichten. Alle Probleme konnten in Gesprächen gelöst werden. "Die Bürger honorieren, dass sich was rührt im Ort. Das soll auch in Zukunft so bleiben." Kanal- und Straßensanierung in der Ringstraße, Dach- und Pausenhofsanierung an der Schule, Marktplatzsanierung und die Neugestaltung der Freifläche an der ehemaligen Alten Schule stehen auf der Agenda. Söllner bezeichnet die Aufgaben des Jahres als "sehr sportliches Programm". Dennoch soll damit auch danach nicht Schluss sein. Um dem demografischen Wandel aktiv zu begegnen, müsse sich die Gemeinde intensiv damit beschäftigen, wie gerade junge Familien in Ebnath gehalten oder ansässig werden. Anfang 2021 soll auch dafür ein mehrjähriger Investitionsplan gestaltet werden. "Unter anderem ist die Ausweisung eines möglichen Sanierungsgebiets im Ortskern eines der Themen, die diskutiert werden, um Altbestände auf Vordermann zu bringen und Leerstände wieder zu beleben."

Tiefe weltpolitische Gräben

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Auch als Kommunalpolitiker hat Söllner die weltpolitische Lage im Blick. Was in den USA augenblicklich abläuft, treibt ihm Sorgenfalten auf die Stirn. Bei Thema "Sturm auf das Capitol" wird der junge Rathauschef nachdenklich. "Die Gräben werden auch im eigenen Land spürbar tiefer", bedauert Wolfgang Söllner. Auch in Deutschland würden durch Falschinformation und Hetze immer mehr Unzufriedenheit, Spaltung und Hass geschürt. Dies gefährde auf Sicht auch bei uns die Demokratie. Dem gelte es entschlossen entgegenzutreten, sei es am Stammtisch oder am Arbeitsplatz. Wolfgang Söllner ist aber optimistisch. Er freut sich vor allem auf die Zeit nach der Corona-Pandemie, wenn das Vereinsleben wieder starten kann. "Hier ist der Kitt unserer Gesellschaft. Zusammenhalt und guter Umgang miteinander werden dort praktiziert." Dies werde sich auf Dauer durchsetzen gegen Spaltung und Missgunst.

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