02.02.2020 - 16:39 Uhr
EbnathOberpfalz

"Das Vertrauen wieder herstellen"

Ebnath soll wachsen, gedeihen und sich zur Wohlfühl-Gemeinde entwickeln. Das ist die Vision von Bernd Kuhbandner, der für die AWE den Chefsessel im Rathaus erobern will. Amtsinhaber Manfred Kratzer habe in den vergangenen Jahren keinen guten Job gemacht, sagt er.

Ein bisschen Spaß muss auch auf einer Wahlveranstaltung sein. Bernd Kuhbandner zeigt seine „neue Dienstkleidung“: Auf dem rechten T-Shirt steht „Bürgermeister“, das linke Hemdchen zeigt Ebnath als paradiesischen Ort.
von Manfred Hartung Kontakt Profil

Kuhbandner will nicht nur Bürgermeister werden, sondern die Fraktion der Aktiven Wähler Ebnath im Gemeinderat stärken. Der 63-jährige Verwaltungsangestellte am Landratsamt Tirschenreuth will ein offenes Rathaus bieten, in dem offene Ohren die Sorgen und Anliegen der Bürger hören. Eines will der gelernte Banker aber nicht sein, "oberlehrerhaft und besserwisserisch". Er wolle Diener der Ebnather sein.

Auftakt in Grünlas

Der Startschuss für den AWE-Wahlkampf fiel am Freitagabend im gut gefüllten Gasthaus Schmidt in Grünlas vor knapp 30 Zuhörern, darunter auch eine kleine CSU-Delegation. Sie alle vernahmen unter anderem: "Eigentlich wäre es für Bürgermeister Kratzer besser und gesünder, seine Rente zu genießen, anstatt seine Kraft sinnlos an Leute zu vergeuden, die erst noch umdenken müssen."

Wer sein Kreuz bei ihm mache, so Kuhbandner, der bekomme einen Mann mit 30-jähriger kommunalpolitischer Erfahrung. Und wer die Namen auf der Liste der AWE betrachte, der erkenne einen sehr guten Mix aus Bürgerinnen und Bürgern, die die gesamte Bevölkerungsschicht darstellen. "Ich möchte das Vertrauen in die Gemeindeführung wieder herstellen", rief Kuhbandner, der die Zusammenarbeit mit allen Vereinen suchen und intensivieren möchte. "Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Kompromissbereitschaft" sollten in den Gemeinderat zurückkehren. Demokratisch gefasste Entscheidungen des Gemeinderats müssten umgesetzt werden, ob sie dem Bürgermeister passen oder nicht.

Mehr Transparenz

Kuhbandner strebt eine transparentere Informationspolitik im Gemeinderat und aus dem Rathaus heraus an. Der AWE-Fraktionssprecher bedauert ausdrücklich die Änderung der Geschäftsordnung bei der Kommunalwahl 2014. Das Verfügungs-Potenzial für den Bürgermeister in Einzelfallentscheidungen sei von 2500 auf 6000 Euro angehoben worden. Der Bürgermeister habe die alleinige Personalhoheit bekommen.

Mit diesen Änderungen habe sich der Gemeinderat ins Aus befördert. "Das möchte ich sofort korrigieren. Ich möchte einen Gemeinderat, der auch etwas zu sagen hat." Alle Gremiumsmitglieder müssten bei jeder Entscheidungsfindung dabei sein. Bernd Kuhbandner kündigte an, dass unter seiner Regie wieder mehr Punkte vom nicht öffentlichen Teil einer Gemeinderatssitzung in den öffentlichen wandern, damit die Bevölkerung auch etwas mitbekomme. "Ich werde kein Bürgermeister sein, der nach dem Grundsatz handelt: Erst wird gemacht, was ich mir vorstelle und dann reden wir über andere Dinge."

Neues Feuerwehrhaus

Als erstes konkretes Projekt will der AWE-Kandidat ein neues Feuerwehrgerätehaus "An der Point" in Angriff nehmen. "Damit schaffen wir freie Zufahrten ohne Behinderungen und geeignete Schulungsräume." Der alte Standort sei in die Jahre gekommen und im Ortskern verbaut. Die Zufahrt sei nur über eine Tempo-30-Zone möglich. Im Übrigen sei das bisherige Depot in der Schulstraße nicht mehr zeitgemäß.

Sinnvoll sei entsprechend die Verlegung des Bauhofs in das Rathaus, wo augenblicklich die Feuerwehr untergebracht ist. Das würde den kostspieligen Ausbau des Bauhofs mit sanitären Anlagen ersparen. Im Übrigen müssten die Ortsteile Grünlas, Hermannsreuth und Selingau durch Schaffung von Fuß- und Radwegen besser angebunden werden. Neben der Erhöhung von Vereinszuschüssen plädiert der Kandidat für die Abschaffung der Grundgebührpauschale für die Abwasseranlage. "Wer sorgsam mit der Ressource umgeht, soll nicht für Verschwender mitzahlen." Beim Thema "bezahlbarer Wohnraum" bringt Kuhbandner den Trend zu Tiny Houses ins Spiel, wie er etwa in Mehlmeisel zu beobachten sei.

In der Diskussionsrunde kam die Frage auf, warum die Alte Schule noch steht. AWE-Gemeinderat Peter Casper wusste: "Weil der zuständige Architekt immer noch keinen Abrissauftrag bekommen hat."

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