28.02.2020 - 11:08 Uhr
Edeldorf bei TheisseilOberpfalz

Lingl wettert gegen "One-Man-Show" der Theisseiler Bürgermeisterin

Die Freien Wähler beenden den Wahlkampf mit einem Aschermittwochs-Fischessen. Bürgermeisterkandidat Oswald Lingl spricht von der Notwendigkeit, die „One-Man-Show“ der Bürgermeisterin zu beenden. Und er nennt Beispiele.

Kandidatenrunde der Freien Wähler: Bürgermeisterkandidat Oswald Lingl (links) und Landratskandidat Tobias Groß (rechts) im Gespräch mit den Kandidatenkollegen Petra Baierl (Bechtsrieth), Bernd Pscheidt (Altenstadt/WN) und Gerhard Steiner (Neustadt/WN).
von Gabi EichlProfil

Von der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für den Bauhof hat Lingl, obwohl selbst Gemeinderat, eigenem Bekunden nach erst erfahren, als der Kauf schon getätigt gewesen sei. „So was dann als Eilentscheidung zu deklarieren, geht einfach nicht“, sagt er im vollbesetzten Gasthaus Janker. Bürgermeisterin Marianne Rauh stelle den Gemeinderat allzu oft vor vollendete Tatsachen. Dabei müsse ein Bürgermeister „Teamplayer“ sein.

Ein anderes Beispiel: Für den geplanten Neubau eines Feuerwehrhauses für die Edeldorfer Wehr seien vorab schon Gespräche mit dem Grundbesitzer geführt worden, bis sich herausgestellt habe, dass die Wehr einen ganz anderen Standort bevorzuge.

Lingl bemängelt weiter, dass keines der Feuerwehrhäuser über eine anständige Internetverbindung verfüge, da sei kaum ein vernünftiger Unterricht zu halten. Dabei gebe es durchaus Lösungen, wenn man sich nur mit der Telekom in Verbindung setze. Allgemein sei die Gemeinde in Sachen Digitalisierung „noch bei weitem nicht da, wo wir hinmüssten“, sagt Lingl.

Keine Schulden, keine Zuschüsse

Der Freie Wähler kritisiert auch die seiner Auffassung nach zu sparsame Haushaltspolitik; wenig Schulden bedeuteten auch den Ausschluss von verschiedenen Zuschüssen. Er begrüße daher ausdrücklich die im nächsten Haushaltsjahr geplanten Investitionen.

In Bezug auf mehr Transparenz springt Lingl der Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag, Manfred Plößner, zur Seite. Transparenz in der Gemeindepolitik bekomme immer größere Bedeutung; der Bürger wolle wissen, was warum geschehe oder geplant sei.

Ähnlich wie Lingl äußert sich der Landratskandidat Tobias Groß. „Was aktuell läuft, kann ich nicht mehr mit anschauen“, sagt er. Groß sucht an zwei Beispielen aufzuzeigen, was der amtierende Landrat Andreas Meier „verschlafe“. Die Telekom verlege aktuell bei neuen Hausanschlüssen immer noch Kupfer- statt der billigeren Glasfaserkabel, und das nur weil das Gebiet noch nicht in das jeweilige Ausbauprogramm aufgenommen sei. Beispiel Südostlink: Groß wirft Meier vor, sich auf eine nicht realisierbare Autobahn-Variante zu fixieren, anstatt wie der Landkreis Wunsiedel den Klageweg zu beschreiten. In dasselbe Horn stößt der stellvertretende Fraktionssprecher im Kreistag, Karl Lorenz. Bei dem Besuch Wirtschaftsminister Hubert Aiwangers sei ganz klar geworden, dass die Autobahn-Variante der „beiden Experten“ - gemeint sind der Landrat und MdB Albert Rupprecht - vollkommen unrealistisch sei.

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