11.01.2019 - 13:51 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Brücke in Natursteinoptik gefällt

Im Dilemma um die Erneuerung der abrissreifen Bogenbrücke B85/AS11 gibt es eine salomonische Lösung: Zwischen den Gegenpolen ästhetische Bogenform und rein zweckdienlicher Kasten liegt eine Trapez-Ausführung mit Natursteinoptik.

Salomonische Lösung: So soll die neue Brücke B 85/AS 11 aussehen.
von Anke SchäferProfil

Zuvor erläuterte Hannes Neudam, Abteilungsleiter Brückenbau beim Staatlichen Bauamt, noch einmal den Gemeinderäten und den ebenfalls anwesenden Vertretern der Bürgerinitiative „Brücke“, weshalb es für das 1939 errichtete Bauwerk keine Rettung mehr gibt. Für eine wirtschaftlich sinnvolle und vertretbare Sanierung sind die vorhandenen Schäden schlichtweg zu zahlreich und groß.

Eine neue Brücke in alter Bogenform ist auch keine Alternative, da das Bauwerk in seiner jetzigen Gestalt die modernen Vorgaben nicht erfüllt und eine diesbezügliche Anpassung erheblich mehr Raum und vor allem wesentlich mehr Aufwand erfordern würde, so der Experte. Mit seinem vorgestellten, luftig-lichten Form-Kompromiss können Gemeinderat und Bürgerinitiative gleichermaßen leben. Insbesondere die Naturstein-Verblendungsoptik fand Gefallen, auch wenn es sich dabei letztlich nur um eine aufgehübschte Beton-Oberfläche handelt. Als besonderer Clou sticht das Gemeindewappen am Brückengeländer ins Auge.

Die Vergabe der rund zwei Millionen Euro teuren Gesamt-Baumaßnahme soll im März erfolgen, die tatsächlichen Arbeiten beginnen noch im Frühling, damit bis Jahresende alles inklusive ordentlich angelegtem Gehweg neu und sicher erstrahlt. Eine Umfahrung mittels Rampe sorgt in der Zwischenzeit für Ersatz im fließenden Verkehr.

Beim von Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl angesprochenen Lärmschutz zog der zuständige Abteilungsleiter für den Landkreis Amberg-Sulzbach und den Brückenneubau, Bauoberrat Stefan Noll, allerdings den Stecker: Die Fahrzeugdichte auf der B85 erreiche nicht die dazu erforderlichen Orientierungswerte und der Friedhof falle nicht unter die schutzwürdigen Einrichtungen. Wie auch beim Thema Beleuchtung stehe der Gemeinde selbstverständlich eine diesbezügliche Initiative auf eigene Kosten frei, hieß es.

In Sachen Beleuchtung Gleiches gilt für die B85-Fußgängerunterführung, die das Staatliche Bauamt in seine Pläne zum Umbau der Kreuzung B85/AS6 in Höhe Edelsfeld aufgenommen hat. Nachdem die Gefahr dieser sogenannten Vollkreuzung bereits seit Jahrzehnten immer wieder Ideen zur Entschärfung beflügelt hat, macht man jetzt Nägel mit Köpfen, wie Noll den Räten erläuterte. Beim Rechtsversatz 200 Meter in Richtung Nordwest mit zwei Einmündungen handele es sich um eine Standardlösung. Bei diesem Gemeinschaftsprojekt von Bundesrepublik und Landkreis werde die B85 auf insgesamt 350 Metern baulich angepasst.

Dass die mit Unterführung und Behelfsumfahrung ebenfalls bei rund zwei Millionen Euro liegende Großaktion wohl erst 2020 startet, liegt zum einen am vorrangigen Brückenneubau, zum anderen an noch ausstehenden Grunderwerben. Die Finanzierung sei aber bereits gesichert, so Noll, der im übrigen auch auf weitere baubedingte Vollsperrungen der B85 vorbereitete.

Ein Rechtsversatz mit zwei Einmündungen und einer Fußgänger-Unterführung entschärft die gefährliche Kreuzung B 85/AS 6 auf Höhe Edelsfeld.

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Kurz nachdem im Sommer 2018 die Neubau-Pläne bekannt geworden waren, formierte sich eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Bogenbrücke, die seit 1939 das Edelsfelder Ortsbild prägt. Innerhalb von knapp vier Wochen wurden 528 Unterschriften gesammelt, wie Elfriede Winter, eine der Sprecherinnen der Initiative, im Gespräch mit der SRZ berichtete. Und obwohl dieser Packen dem Staatlichen Bauamt nicht übergeben werden konnte, zeigte die Behörde offenkundig Verständnis.

Statt der befürchteten, schnöden Kastenform liegt nun also eine salomonische Variante auf dem Tisch, mit der man „leben könne“, so Elfriede Winter. Die Neubau-Argumentation leuchtete ein, die Trapez-Form und Naturstein-Optik sagte auch den Bogenbrücken-Freunden zu. Und eine Gewissheit bleibt: Ohne das Bürger-Engagement wären die ästhetischen Aspekte auf der Strecke geblieben. (aks)

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