10.08.2020 - 10:54 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Gemeinde Edelsfeld investiert kräftig und baut Schulden ab

Mehr als drei Millionen Euro steckt die Gemeinde Edelsfeld heuer in ihre Bauvorhaben. Gut, dass sie noch etwas auf der hohen Kante liegen hat.

Der Haushalt 2020 sieht einige Ausgaben vor, für die die Gemeinde Edelsfeld auf ihre Rücklagen zurückgreift.
von Redaktion ONETZProfil

Die Haushaltsberatungen im Gemeinderat Edelsfeld eröffnete Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl mit einem Überblick der größten Ausgabeposten, die eine Entnahme aus der Rücklage begründeten. Er nannte die einfache Dorferneuerung Edelsfeld und die Dorferneuerung Sinnleithen, das AOVE-Kernwegenetz und die Abwasserbeseitigung mit Kanalsanierung, Sandwaschanlage und Kanalkataster. Außerdem stünden die Schlussrechnungen für die Erschließung und den Kanalbau im zweiten Abschnitt des Baugebiets "Am Östlichen Ortsrand" bevor.

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Edelsfeld

Geschäftsführer Andreas Kredler stellte dann den Haushaltsplan 2020 in allen Einzelheiten vor. Einen Ausgleich der Einbußen bei Gewerbesteuer - 2019 stand sie noch mit 550 000 Euro im Plan - erhoffte er sich durch Bund und Land. Das würde das Ganze dann wieder etwas freundlicher gestalten, warf Bürgermeister Strehl ein. Ingesamt zeigte sich Kredler über das Zahlenwerk zufrieden: "Mit der Zuführung zum Vermögenshaushalt können wir vergleichsweise gut leben." Ohne Gegenstimmen beschlossen die Räte den Haushaltsplan.

Abwassergebühren steigen rückwirkend

Teilweise erhebliche Kostensteigerungen, beispielsweise für die Klärschlammentsorgung, machten die Anpassung der Abwassergebühr zum 1. Januar 2020 unumgänglich, denn: "Es handelt sich um eine Einrichtung, die kostendeckend arbeiten muss", erklärte Bürgermeister Strehl. Kämmerer Kredler errechnete bei der Einleitungsgebühr, die bisher 2,45 Euro pro Kubikmeter Abwasser beträgt, einen Bedarf von 3,19 Euro. Der Gemeinderat stimmte dem Neuerlass der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung zu.

Jugend soll zu Wort kommen

Gemeinderätin Elisabeth Dehling stellte für die Jugendvertreter des Gemeinderates das Projekt "Sag wAS" des Kreisjugendrings Amberg-Sulzbach in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach und der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises vor. Ziel sei es, die Altersgruppe an der Zukunftsgestaltung ihrer Heimatgemeinde beteiligen. Bewährt habe sich dieses Projekt bereits in Städten wie Amberg und Hof, teilte Dehling mit. Für Freitag, 16. Oktober, ist um 18 Uhr eine Veranstaltung in der Turnhalle in Edelsfeld angesetzt, in der die jungen Leute mit Wünschen und Kritik zu Wort kommen sollen. Die Gemeinde wird dazu noch einladen und - wegen der begrenzten Teilnehmerzahl - Anmeldungen entgegen nehmen.

Kläranlage und Bauhof mit genug Bandbreite

Zurückstellen müsse die Gemeinde die Glasfaseranbindung für Kläranlage und Bauhof. Die Kosten würden mehr als das Dreifache der noch vorhandenen Fördermittel betragen. Außerdem kämen sie mit ihrer aktuellen Bandbreite zurecht.

Die Finanzen der Gemeinde Edelsfeld:

Haushalt 2020, Schulden und Rücklagen

  • Verwaltungshaushalt: 3 378 900 Euro
  • Wichtige Einnahmeposten: Grundsteuer A und B (Hebesatz unverändert je 330 v.H.) 167 000 Euro; Gewerbesteuer (Hebesatz unverändert 330 v.H.) 450 000 Euro;
    Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 930 000 Euro;
    Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer 79 000 Euro;
    Schlüsselzuweisungen: 614 000 Euro;
    Finanzzuweisung und Beteiligungsbetrag am Einkommensteuer-Ersatz 114 600 Euro;
    Benutzungsgebühren und ähnliche Entgelte 285 000 Euro;
    Zuweisungen und Zuschüsse für laufende Zwecke 380 600 Euro;
    Ausschüttung aus Windkraftbeteiligung 66 700 Euro.
  • Wichtige Ausgabenposten: Personalkosten (ohne Kindergarten): 654 000 Euro; Personalkosten Kindergarten 506 000 Euro;
    Verwaltungs- und Betriebsaufwand 990 000 Euro;
    Gewerbesteuerumlage 70 000 Euro;
    Kreisumlage 890 700 Euro.
  • Vermögenshaushalt: 4 587 000 Euro
  • Wichtige Einnahmeposten: Zuführung vom Verwaltungshaushalt 227 600 Euro; Verkauf von Grundstücken 250 000 Euro;
    Zuweisungen und Zuschüsse für diverse Maßnahmen 1 563 000 Euro;
    Entnahme aus der allgemeinen Rücklage 1 576 900 Euro.
  • Wichtige Ausgabeposten:
    Vermögenserwerb 368 800 Euro;
    Baumaßnahmen 3 139 000 Euro;
    Tilgung von Krediten 48 000 Euro.
  • Schuldenstand Ende 2019 330 000 Euro; Ende 2020 voraussichtlich 282 000 Euro; pro Kopf 168 Euro (Ende 2019) bzw. 144 Euro (Ende 2020).
  • Rücklagen am 31.12.2019: 2 840 000 Euro; am 31.12.2020 voraussichtlich 1 191 000 Euro.
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