22.10.2020 - 11:23 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Grundschüler aus Edelsfeld hören Sagen an Originalschauplätzen

Das Peuteltal-Männchen soll schon viele Leute erschreckt haben. Den Edelsfelder Kindern jagt es keine Angst ein.

An der Peuteltalquelle erzählt Werner Luber den Schulkindern über das im Volksmund sogenannte „Beindohlmandl“, das einst hier sein Unwesen getrieben und Leute erschreckt haben soll.
von Rudi GruberProfil

Bekanntschaft mit dem Peutental-Männchen und anderen Sagengestaltern machten die Kinder der Grundschule Edelsfeld auf einer herbstlichen Wanderung. Mit ihren Lehrkräften und Pfarrer Matthias Ahnert zogen sie über den Hahnenkamm zur Quelle des Peutentalbachs. Während er in Richtung Schwarzes Meer fließt, erreicht das Wasser der nur 150 Meter entfernt liegenden Eiselbachquelle irgendwann die Nordsee: Der Europäischen Wasserscheide zwischen Donau und Rhein, die hier verläuft, ist bei der Kapelle in Bernricht ein Denkmal gesetzt worden.

Ein Bewohner des Dorfes, Werner Luber, wusste den Kindern viel über Geschichte und Geschichten aus dem Peutental zu berichten. Es besaß einmal eine große Wallfahrtsstätte zu Ehren der heiligen Mutter Anna, die 1374 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Später verfiel die Kapelle, und ihr Gnadenbild steht heute in der Kirche am Annaberg.

Die Ohren wurden gespitzt, als Werner Luber die Sage über das kopflose Peutental-Männchen - im Volksmund "Beindohlmandl" - mit seinem schwarzen Pudel erzählte. Um sein Tal vor Dieben zu schützen, die Holz oder Steine stehlen wollten, lähmte es deren Hände und trieb sie aus dem Wald. Auch andere Leute erschreckte es zu Tode - zum Beispiel einen Schirmmacher, der seine Schirme in Panik wegwarf und nach Hause rannte. Die Kinder kehrten dagegen ganz gemütlich zurück zur Schule.

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