13.10.2020 - 11:32 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Obergrenze für Verkaufsflächen im neuen Gewerbegebiet West in Edelsfeld

Mehr als 800 Quadratmeter lässt der Entwurf des Bebauungsplans nicht zu. Und das gilt nicht nur für einzelne Betriebe.

Bis im Edelsfelder Gewerbegebiet West gebaut werden kann, vergeht noch einige Zeit. Der Bebauungsplan hat jetzt im Gemeinderat eine weitere Hürde genommen.
von Redaktion ONETZProfil

Mit dem geplanten Gewerbegebiet an der B 85 beschäftigte sich der Edelsfelder Gemeinderat über weite Strecken seiner jüngsten Sitzung. Hans-Jürgen Tiefel vom Ingenieurbüro Renner + Hartmann Consult GmbH informierte über die eingegangenen Stellungnahmen von Behörden und Verbänden. Reaktionen von Bürgern hatte es dazu nicht gegeben.

Das Verbot von Verkaufsflächen oberhalb der Marke von 800 Quadratmetern wollte die Regierung der Oberpfalz auf Ansammlungen von mehr als zwei Einzelhandelsbetrieben in räumlich funktionalem Zusammenhang ausgedehnt sehen. Für die Erschließung des Gewerbegebiets verlangt das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach zwei Zufahrten über die Kreisstraße AS 6. Die notwendig werdende Umsiedlung eines landwirtschaftlichen Gebäudes wurde mit in den Planentwurf aufgenommen.

Unmittelbar an den Planungsbereich grenzt ein im Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst gelegenes Landschaftsschutzgebiet an. Ein Grünstreifen am Rande des Gewerbegebietes würde die Grenze zu einem geringen Teil überschreiten. Deshalb wurde die betreffende Flurnummer neu abgegrenzt. Ein Umweltbericht komme zu dem Ergebnis, dass die Bauleitplanung nicht im Widerspruch zu den Vorgaben des bayerischen Landesentwicklungsprogramms stehe. Die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Amberg-Sulzbach sah das Landschaftsschutzgebiet nur geringfügig beeinträchtigt und zeigte sich mit den Kompensierungsmaßnahmen aus dem Ökokonto der Gemeinde Edelsfeld einverstanden. Der Bund Naturschutz merkte kritisch an, dass 48 180 Quadratmeter landwirtschaftliche Produktionsfläche verloren gingen und machte auf die Verpflichtung zum Flächensparen aufmerksam.

Ein schalltechnisches Gutachten verlangte das Sachgebiet für Immissionsschutzrecht des Landratsamtes. Dieses sei in Auftrag gegeben, liege aber noch nicht vor, informierte Tiefel. Für das Gebiet würden Lärmschutz-Kontingente festgelegt: Wenn sich einem Bereich ein Betrieb ansiedelt, der viel Lärm macht, dürften dann jene, die später kommen, weniger oder gar keinen Lärm mehr verursachen.

Der Zweckverband zur Wasserversorgung Edelsfeld-Gruppe beabsichtigt für das betroffene Gebiet eine Erneuerung der Leitung von DN 100 auf DN 150. Ob dies für den Brandschutz dann ausreichend sei, habe die Gemeinde zu prüfen. Ein ausreichender Durchmesser werde im Zuge der Erschließung immer hergestellt, teilte der Referent mit. Dem Wunsch des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach, das künftige Gewerbegebiet an die Buslinie 57 Amberg - Sulzbach-Rosenberg - Auerbach anzubinden, könne die Gemeinde aktuell nicht nachkommen. Dafür wäre eine Bushaltestelle direkt an der B 85 nötig. Ob eine solche zu verwirklichen sei, müsste mit dem Staatlichen Bauamt geklärt werden. Zudem lasse sich im Moment noch nicht abschätzen, ob überhaupt ein Bedarf an einer Haltestelle bestehe.

Einstimmig fasste der Gemeinderat den sogenannten Billigungs- und Auslegungsbeschluss der Entwürfe des Bebauungsplans "Gewerbegebiet West Bauabschnitt V". Damit geht das Verfahren weiter.

Zeit der Umleitung auf der B 85 bei Edelsfeld vorbei

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