06.10.2020 - 10:22 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Rechtsversatz und Kreisverkehr als Lösungen für Unfallschwerpunkte

Der Bau- und Planungsausschuss des Kreistags beschließt Maßnahmen an den Unfall-Kreuzungen in Edelsfeld und Immenstetten. Stellvertretender Landrat Stefan Braun sieht in den Plänen eine „Win-Win-Situation“.

So kennt man die Einmündung der AS 30 in die Staatsstraße 2238 beim Industriegebiet Nord: Oft wird beim Einfahren in die Staatsstraße der Verkehr unterschätzt, dann kracht es.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Kreisstraße AS 6 stellt eine wichtige West-Ost-Traverse im nördlichen Landkreis dar. In Edelsfeld quert sie die Bundesstraße B 85 an einer höhengleichen Kreuzung. "Trotz einer Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit im Kreuzungsbereich auf 80 km/h ist eine Häufung von Unfällen festzustellen." Das erläuterte Baudirektor Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach dem Bau- und Planungsausschuss des Kreistages bei der Sitzung im Sonderpädagogischen Förderzentrum unter Leitung von stellvertretendem Landrat Stefan Braun.

Der Umbau zu einem sogenannten Rechtsversatz sei eine kostengünstige und effektive Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Mit ihr werde die bisherige Kreuzung aufgelöst und eine neue Anbindung von Westen her geschaffen. Dem hatte der Ausschuss bereits 2015 grundsätzlich zugestimmt. Zwischenzeitlich wurde der Kreisstraßenabschnitt zwischen Edelsfeld und Fichtenhof 2018 durch den Landkreis ausgebaut. Um auch für den Geh- und Radverkehr eine sichere Querung der Bundesstraße B 85 zu schaffen, sei zudem ein Unterführungsbauwerk geplant, denn der Bedarf sei durch vorhandene und geplante Industriegebiete westlich der Bundesstraße gegeben, erklärte Noll.

Alte Straße bleibt bestehen

Die bisherige Kreisstraßentrasse zum Kreuzungspunkt bleibe bestehen, werde zur Gemeindestraße abgestuft und solle am Ende eine Wendeschleife erhalten. Die Kosten von etwa 2,8 Millionen Euro würden zwischen den Baulastträgern aufgeteilt, den Landkreis treffe ein Kostenanteil von rund 40 Prozent, also rund 1,1 Millionen, nach Förderungsabzug lägen die Eigenmittel somit bei rund 780 000 Euro. Gegen eine Stimme verabschiedete der Ausschuss diese Entwurfsplanung.

Weiter ging es mit dem Umbau der Kreuzung mit der Staatsstraße 2238 bei Immenstetten zu einem Kreisverkehr. Schon 2017 hatte der Bau- und Planungsausschuss dem Umbau der Kreuzung aufgrund von Unfallhäufungen sowie der finanziellen Beteiligung des Landkreises grundsätzlich zugestimmt.

"Zunächst war die Errichtung einer Lichtsignalanlage geplant", erinnerte der Leiter des Tiefbauamtes, Matthias Kolb. Im weiteren Planungs- und Beteiligungsprozesses wurde der Bau eines Kreisverkehrsplatzes favorisiert, schloss sich Baudirektor Stefan Noll an: Verbesserung des Verkehrsflusses im Vergleich zur Ampel-Kreuzung, direkte Anbindung des Industriegebietes Nord der Stadt Amberg an den Kreisverkehr und barrierefreie Überwege für Geh- und Radverkehr. Der Kreisverkehr wird vier Arme aufweisen, eine eigene Busbucht und nebenbei eine weitere Lücke im Radwegenetz Schnaittenbach-Hirschau-Amberg schließen, was allgemein begrüßt wurde.

Amberg mit im Boot

Es ergebe sich folgende Aufteilung der 2,26 Millionen Euro Gesamtkosten: Freistaat Bayern als Baulastträger der Staatsstraße 40,62 Prozent, Landkreis Amberg-Sulzbach als Baulastträger der Kreisstraße AS 30 22,41 und die Stadt Amberg als Baulastträger der Anbindung an das Industriegebiet Nord mit 36,97 Prozent. Auf den Landkreis kämen nach Abzug der Förderungen noch rund 300000 Euro zu.

Der Ausschuss stimmte der Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt und der Stadt Amberg zu, und Stefan Braun sah unter allgemeiner Zustimmung in Immenstetten eine attraktive Win-win-win-Situation entstehen.

Mehr zur Kreuzung mit der Staatsstraße 2238

Amberg

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