19.09.2019 - 15:03 Uhr
Eger (Cheb)Oberpfalz

Wo einst Waldsassener Mönche wohnten

 In Cheb/Eger, der tschechischen Nachbarstadt von Waldsassen, führt die Brežinova ulice (früher Rothkirchstraße) vom ehemaligen Obertor zum Marktplatz. In der Nähe des Dudelsackbrunnens befindet sich ein grünes Gebäude – das "Steinhaus".

Das „Steinhaus“ in der Brežinova (ehemalige Rothkirchstraße).
von Autor GJBProfil

Es ist viel breiter als alle anderen Häuser und es lässt nach mehreren Umbauten sein wahres Alter nicht erkennen. Der Name "Steinhaus", verrät aber, das es schon zu einer Zeit gebaut wurde, als die Wohnhäuser üblicherweise noch Fachwerkbauten waren.

Erstmals erwähnt wurde dieses Gebäude im Jahre 1203, als Außenstelle der Waldsassener Zisterzienser. Es war befreit von allen Steuerabgaben an die Stadt Eger und war Lagerhaus für den Verkauf von Stiftländer Erzeugnissen aus Handwerk, Landwirtschaft und Fischzucht.

Das Steinhaus besaß damals auch eine Kapelle mit einem Glockenturm. Geschützt durch die Egerer Stadtmauern diente es den Mönchen in Kriegszeiten als Zufluchtsort und zur sicheren Aufbewahrung von Urkunden und Wertsachen. Mit dem Niedergang des Klosters in der Zeit der Reformation endete diese Ära. Nach der Rekatholisierung am Ende des Dreißigjährigen Krieges konnte das Steinhaus seine ehemalige Bedeutung nicht wiedererlangen, da es seine Privilegien verloren hatte.

Als die Säkularisation von 1803 das (vorläufige) Ende des Klosters Waldsassen bedeutete, kam das Steinhaus kam in Privatbesitz und wurde 1857 zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut.

Bei Ausgrabungen im Hoftrakt (2001/02) wurden zwei Brunnen und eine Abfallgrube freigelegt. Man entdeckte Keramik aus dem 13. Jahrhundert. Eine Besonderheit ist ein "Lichthut", der über einem Kienspan angebracht wurde, um den Rauch abzuleiten.

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