16.08.2018 - 16:04 Uhr
Eglsee bei AmbergOberpfalz

Die Wärme der Anderen

Photovoltaik, Solarthermie, Erdwärme, Windkraft. Diese Schlagwörter bestimmen die Diskussion um eine ressourcenschonende Energieversorgung. Doch da war noch etwas.

Martin Malitzke, Prokurist der Stadtwerke (links), erläutert den Mitarbeitern der Stadtwerke die technische Konzeption der von einer Biogasanlage bespeisten Fernwärmeversorgung des neuen Wohnbaugebiets Drillingsfeld II.

(exb) Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärme-Systeme. Diese technischen Konzepte standen sogar ziemlich am Anfang des Gedankens, nicht nur aus dem Vollen zu schöpfen. Regenerative Wärme für das neue Baugebiet Drillingsfeld II sieht deshalb auch das Engagement der Stadtwerke vor, um dort eine effiziente und umweltfreundliche Versorgung anbieten zu können.

Die ersten Bauherren starten dort nun durch, heißt es in einer Pressemitteilung des kommunalen Versorgungsunternehmens. Deshalb hat sich eine Rathaus-Delegation dort einmal näher umgeschaut. Stadtkämmerer Franz Mertel, der Leiter des Liegenschaftsamts Herbert Bösl und seine Mitarbeiterin Ulrike Höcht sowie Josef Setzer, stellvertretender Leiter des Tiefbauamts, haben mit der Materie zu tun und wollten deshalb wissen, was dort entsteht.

Die Fernwärmeversorgung für das neue Baugebiet wird laut der Stadtwerke von der benachbarten Biogasanlage von Manfred Beck bespeist. Mit ihm wurde ein entsprechender Wärmeliefer- und Abnahmevertrag abgeschlossen. Zur eigentlichen Fernwärmeversorgung des neuen Baugebietes, so die Stadtwerke, wird eine neue Energiezentrale mit einem Spitzenlastkessel - erweiterbar mit einem hocheffizienten Blockheizkraftwerk (BHKW) - errichtet. In das Fernwärmenetz zur Versorgung der Wohngebäude wird die Abwärme aus dem BHKW der benachbarten Biogasanlage eingespeist.

Insbesondere durch den Einbezug der Abwärme aus der Biogasanlage "werden die CO2-Emissionen im Vergleich zu konventionellen Heizungsanlagen deutlich reduziert", schreiben die Stadtwerke. Die Abwärme aus dem BHKW der Biogasanlage sei deshalb "sozusagen CO2-frei". So würden jährlich über 150 Tonnen Kohlendioxid vermieden.

Neben dem wichtigen Aspekt einer umweltfreundlichen Fernwärmeversorgung, verbleibe zudem die Wertschöpfung in Amberg beziehungsweise der Region, was einen weiteren Vorteil dieser Versorgungsvariante darstelle. Für die Bauherren bringe dieses Fernwärmeangebot hinsichtlich des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes (Fernwärmekunde erfüllt hier automatisch die gesetzlichen Auflagen)und der Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV, Primärenergiefaktor kommt voll zum Tragen) große Vorteile. Hausbesitzer haben keine Brennstoffe im Haus, keine Kosten für den Kaminkehrer, keine Abgasüberprüfung, keine Zusatzmaßnahmen für Zwangslüftung und die Anlage ist sehr geräuscharm, um nur einige weitere Vorteile zu nennen.

Zur Erschließung des neuen Baugebietes mit umweltfreundlicher Fernwärme haben die Stadtwerke mit dem Liegenschaftsamt der Stadt eine entsprechende privatrechtliche Vereinbarung abgeschlossen. Sie entspricht dem Modell der Baugebiete "Housing-Area" und "Kennedystr. Süd" sowie nach erfolgtem Stadtratsbeschluss abgeschlossen.

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