22.06.2020 - 15:20 Uhr
Ehenfeld bei HirschauOberpfalz

Ehemaliger Oberpfälzer Bauernverbands-Präsident Franz Kustner feiert 70. Geburtstag

In den Datenbanken des bayerischen Landtags haben sie auch „Schweißer“ als Beruf von Franz Kustner eingetragen. Aber seine überregionale Bekanntheit hat sich der Ehenfelder mit einer anderen Profession erarbeitet.

Franz Kustner auf dem Hof der Familie in Ehenfeld (Stadt Hirschau).
von Markus Müller Kontakt Profil

Franz Kustner ist Landwirt mit Leib und Seele. Zwar hat er seinen Hof in Ehenfeld inzwischen an die Tochter und den Schwiegersohn übergeben und akzeptiert seine Rolle als Rentner, wie er im Gespräch mit der AZ erklärt, aber auch die Probleme mit seinem linken Bein – unter anderem musste er zwölf Wochen lang auf Krücken gehen – können nichts an seiner Entschlossenheit ändern, weiterhin im Wald und der Landwirtschaft mitzuhelfen, wenn er gebraucht wird.

Kustner kommt aus der Praxis, hat die Landwirtschaft von Grund auf gelernt, seinen Meister gemacht und doch gleichzeitig früh die Notwendigkeit gesehen, über den dörflichen und agrarischen Tellerrand hinauszublicken. Seine Berufsgenossen haben seine Vordenker-Qualitäten schnell erkannt und ihn in zahlreiche Ämter gewählt: vom Orts- und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (beides seit 1982) reichte seine Karriere über den Präsidenten des BBV Oberpfalz (ab 1992) bis hin zum Mitglied des Bayerischen Senats (1992-1999).

Sechs Jahre im Landtag

Die politische Laufbahn hielt damit Schritt: Seit 1966 Mitglied der CSU, zog Kustner 1984 in den Kreistag ein, 1996 in den Hirschauer Stadtrat und war von 2002 (als Nachrücker) bis 2008 Landtagsabgeordneter. Im Maximilianeum erarbeitete er sich den Ruf eines hartnäckigen und fleißigen Vertreters seines Heimatraumes sowie seines Berufsstandes. Vorstandsmitglied der Milchwerke Regensburg (Domspitzmilch eG) wurde er 1982, später nahm er sogar die Position des Vorstandsvorsitzenden ein.

Sein großes Steckenpferd neben all diesen Tätigkeiten waren schon sehr früh die nachwachsenden Rohstoffe und die erneuerbaren Energien. Häufig war er hier zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Bundestagsabgeordneten Hermann Fellner unterwegs, der ebenfalls aus Ehenfeld stammte.

Kustner beheizt sein Haus seit 1982 mit Hackschnitzeln. Er propagierte seit 1995 umweltfreundliches Verpackungsmaterial und erkannte bald das Potenzial von Pflanzenölen für den Antrieb von Motoren. Auch in diesem Bereich engagierte sich der Ehenfelder in vielen Organisationen.

Nicht mehr in der Politik

Seit einiger Zeit allerdings zog er sich altersbedingt aus seinen Ämtern zurück. „Im letzten Jahr habe ich bei der Molkerei aufgehört, außerdem bei der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen und im Wissenschaftsbeirat von C.A.R.M.E.N.“, erzählt Kustner. 2017 gab er den Vorsitz im Oberpfälzer Bauernverband ab; dieses Jahr trat er nicht mehr zur Kreistagswahl an.

Zum Abschied von Franz Kustner aus dem Amt des BBV-Bezirkspräsidenten

Langweilig ist ihm trotzdem nicht. Dafür sorgen schon die vier Töchter und sechs Enkel, die Kustner und seine Frau Monika ordentlich auf Trab halten. Die Feier des 70. Geburtstags am 23. Juni wäre jetzt beinahe durch die Corona-Beschränkungen verdorben worden. Doch die Lockerungen kamen gerade noch rechtzeitig, so dass eine „kleine Feier“ auf dem Hof im Freien möglich wird. So 100 Leute könnten es mit Familie, Freunden und Vereinsvertretern schon werden, schätzt Franz Kustner. Und wenn es mehr werden sollten? Dann wird der Jubilar das mit genau dem Erfindungsreichtum bewältigen, der ihn seit Jahrzehnten auszeichnet.

Wie BBV-Präsident Walter Heidl Franz Kustner würdigte

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