19.06.2018 - 16:47 Uhr

Ehrenamtlich glücklich werden

Inzwischen ist es auch wissenschaftlich belegt: Helfende leben länger und glücklicher. Engagieren Sie sich, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Das Gehirn belohnt selbstlose Handlungen mit Wohlgefühlen ähnlich denen, die durch Drogen, Sex oder gutes Essen ausgelöst werden können.  Syda Productions – stock.adobe.com
Das Gehirn belohnt selbstlose Handlungen mit Wohlgefühlen ähnlich denen, die durch Drogen, Sex oder gutes Essen ausgelöst werden können.

Sind Sie bei der Freiwilligen Feuerwehr? Engagieren Sie sich in der Freiwilligenagentur, in einem gemeinnützigen Verein oder bei einer Hilfsorganisation? Sammeln Sie in Ihrer Freizeit Spenden, helfen Sie Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben oder gehen Sie für Senioren einkaufen? Herzlichen Glückwunsch, dann tun Sie nicht nur anderen viel Gutes, sondern erfüllen auch die besten Voraussetzungen, um selbst glücklich zu werden.

„Bei der Frage, was einen glücklich macht, sind bestimmte Glücksfaktoren entscheidend“, sagt Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule Nürnberg. „Neben den gelingenden sozialen Beziehungen und der Gesundheit geht es eben auch um Engagement und eine befriedigende Tätigkeit. Wir wollen mit unserer Zeit ja etwas Sinnvolles machen und sie nicht vertrödeln.

Untersuchungen belegen: Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, haben eine bessere Gefühlsbilanz und eine höhere Zufriedenheit.“

Neu ist das nicht, denn schon Johann Wolfgang von Goethe wusste: „Froh ist nur, wer geben mag.“ Doch inzwischen ist es auch wissenschaftlich belegt: Helfende leben länger und glücklicher. Das Gehirn belohnt selbstlose Handlungen mit Wohlgefühlen ähnlich denen, die durch Drogen, Sex oder gutes Essen ausgelöst werden können. Vielleicht haben Sie das selbst schon öfter erlebt: Das wunderbare Gefühl, wenn sich jemand freut, weil Sie ihm geholfen haben. Die tiefe Zufriedenheit, wenn Sie merken, dass Sie einem anderen Menschen gerade etwas Gutes getan haben.

Soziales Engagement oder eine ehrenamtliche Tätigkeit bereichern das Leben und verbessern das persönliche Wohlbefinden. Glücklich wird also nicht der, der sich egoistisch alle eigenen Wünsche erfüllt, sondern der, der sich auch für andere einsetzt. Nichts setzt wohl mehr Glückshormone frei, als wenn Sie dankbar von jemandem umarmt werden, dem Sie helfen konnten. Dafür müssen Sie ja nicht gleich zum Lebensretter werden. Übernehmen Sie doch einfach eine Aufgabe in Ihrem Lieblingsverein, melden Sie sich freiwillig als Begleitperson einer Ferienaktion oder als Helfer bei der Tafel.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Werden Sie aktiv – und ganz nebenbei so richtig glücklich! (ewa)

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