04.06.2020 - 10:39 Uhr
Oberpfalz

Einzigartige Momente auf Holz gebannt

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Bilder landen im besten Fall in einem Rahmen, im schlechtesten Fall stapeln sie sich in einer Schublade. Mit einem Foto-Transfer auf Holz verhilft ihnen Bastelexpertin Anja Andraschko zu einer ganz neuen Optik.

An dem Bild einer Wanderung musste Anja Andraschko "ganz schön lange rubbeln". Doch die Geduld zahlt sich aus.
von Autor AJAProfil

Fotos sollten nicht in Schubladen oder auf dem Rechner landen. Dafür sind sie viel zu wertvoll. Sie sind Erinnerungen an schöne, traurige, lustige, skurrile, verrückte und einzigartige Momente. Daher habe ich aus meiner Do-it-yourself-Trickkiste einen Basteltipp gezaubert, der Fotos zu neuem Glanz verhilft und auch als Geschenk super ankommt: einen Foto-Transfer auf Holz.

Jedes Mal, wenn ich meine Urlaubsfotos aus Lissabon ansehe, kommt mir die Fahrt mit der Straßenbahn-Linie 28 ins Gedächtnis und sofort bin ich gedanklich wieder in Lissabon. Inzwischen ist diese Fahrt sechs Jahre her. Dennoch kommt es mir so vor, als wäre sie gestern gewesen. Zeit, ein Erinnerungsstück herzustellen!

Bevor es mit dem Bastelprojekt so richtig losgehen kann, werden ein paar Dinge benötigt:

Ein Holzstück (Form und Größe nach Gusto)

Schleifpapier

Ein Foto: Spiegelverkehrt ausgedruckt auf einem Laserdrucker

Holzleim, Serviettenkleber oder Transfer-Kleber (Potch/Patch)

Pinsel

Unterlage

Küchenpapier

kleines Schwämmchen

Klarlack

Geduld

Ich habe mich unter anderem für ein Holzstück in Form eines Triangels entschieden. Mein Papa war so lieb und hat mir das Holz zugesägt. Das kann natürlich auch im Baumarkt erledigt werden. Anschließend ging es ans Schleifen. Je glatter die Oberfläche, desto besser hält das Foto am Ende.

Das Foto, das übertragen werden soll, muss nun mit einem Laserdrucker ausgedruckt werden. In meinem Fall ist das die Straßenbahn. Diese habe ich nach dem Druck zu einem Dreieck geschnitten, damit ich mich beim Foto-Transfer etwas leichter tue.

Tipp:

Die Bilder werden zum Schluss spiegelverkehrt auf dem Holz sein. Wenn zum Beispiel ein Schriftzug, wie in meinem Fall der "Coca Cola"-Slogan, auf dem Foto ist, würde ich dazu raten, das Foto vor dem Drucken einmal zu spiegeln.

Der Foto-Transfer:

Nun kommt der spannende Teil an die Reihe - der eigentliche Foto-Transfer. Dafür schnappe ich mir meine Unterlage (eine alte Zeitung), das Holzstück, das Foto, einen Pinsel und den Kleber. Ich habe einen Transfer-Kleber (Potch) verwendet, aber ein Holzleim oder Serviettenkleber gehen auch. Sicherheitshalber habe ich noch etwas Küchenpapier hergerichtet, denn falls etwas Kleber danebengeht, kann ich ihn ohne große Mühe wegwischen.

Und so geht's:

1. Das Holzstück mit dem Transfer-Kleber bestreichen.

2. Die Vorderseite des Fotos mit Kleber bestreichen.

Achtung:

Bitte einen weichen Pinsel verwenden, sonst wird das Foto noch vor dem Transfer beschädigt.3. Das Foto mit der eingestrichenen Vorderseite auf das Holz legen und das Papier glatt streichen. Blasen sollten für ein optimales Ergebnis ausgestrichen werden.

4. Nun heißt es: Abwarten und Tee trinken. Denn laut Beschreibung muss der Kleber zwölf Stunden trocknen.

Aber für alle Eiligen habe ich einen Tipp:

Einfach mit einem Föhn das Foto auf Holz trocknen. Das ist in etwa zehn Minuten erledigt. Gleich danach kann weitergebastelt werden. 5. Wenn das Papier vollständig trocken ist, wird es wieder nass gemacht. Dafür habe ich es mit einem Schwamm befeuchtet, solange bis das Motiv wieder sichtbar war. Bitte nicht unter fließendes Wasser halten, das bekommt dem Holz nicht gut.

6. Nun muss das Papier vom Holz abgerubbelt werden. Hierfür ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Bei meinem ersten Motiv hatte ich es doch glatt geschafft, so stark zu rubbeln, dass ein Teil des Fotos komplett abgegangen ist. Doch bei der Straßenbahn hat alles super geklappt. Hier gilt: Übung macht den Meister und kleine Unregelmäßigkeiten gehören zu dieser Technik dazu. Sie verstärken den gewünschten Vintage-Look.

7. Sobald das Papier entfernt wurde, muss das Foto auf Holz trocknen. Die restlichen Papierfasern habe ich mit angefeuchteten Fingern weggerubbelt.

8. Nach dem Trocknen werden die Kanten mit dem Schleifpapier bearbeitet. Zu guter Letzt wird das Foto versiegelt. Hierfür habe ich eine dünne Schicht Klarlack aufgetragen. Fertig!

Das fertige Foto hat einen Platz in meinem Raumteiler gefunden. Wer es aufhängen möchte, befestigt einen Aufhänger auf der Rückseite.

Das Foto-Transfer-Prinzip kann auch für Leinwände, Glas oder Stoff verwendet werden. Egal, mit welchem Material, das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Ich bin zufrieden mit meinem Do-it-yourself-Foto-Transfer und glaube, dass ich das ein oder andere Geschenk für meine Lieben nach dieser Methode basteln werde.

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