14.10.2020 - 17:34 Uhr
Elbart bei FreihungOberpfalz

Über Stein und tief in die Kurve: Beim Pumptrack kommen Mountainbiker auf ihre Kosten

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Es ist der neue Treffpunkt für junge Fahrradfahrer in Elbart bei Freihung: der vor kurzem fertiggestellte Pumptrack. Mit möglichst wenig Energieaufwand drehen die Mountainbiker hier ihre Runden. Ein Besuch an der Buckelpiste.

Seit einigen Wochen ist der Pumptrack in Elbart bei Freihung eröffnet: Der Fahrrad-Parcours ist etwa 500 Quadratmeter groß, die Strecke gut 110 Meter lang.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Es geht wellenförmig rauf und runter. Gleich kommt eine scharfe Rechtskurve. Linus legt sich mit Druck in die Kehre, das Mountainbike fliegt nur wenige Zentimeter über die Piste. Der 13-Jährige lacht. "Es macht so Spaß, wenn man schnell rumfährt, die Steilkurven gut nimmt und Tempo aufnimmt", sagt er. Und schon kommt die nächste Linkskurve, die der Mountainbiker eng anfährt.

Mehr Bilder vom Pumptrack in Elbart bei Freihung

Der Pumptrack in Elbart bei Freihung ist seit einigen Wochen geöffnet. Und schon jetzt zieht der Vorsitzende des Radfahrvereins Eintracht Elbart, Christian Wiesneth, ein richtig zufriedenes Fazit über den Bau seines Hindernisparcours'. Jugendliche aus der ganzen Region kämen hierher, um sich an der frischen Luft mit dem Fahrrad zu bewegen. "Der Zuspruch ist der Wahnsinn", sagt der 47-Jährige, der gleich um die Ecke wohnt. Er ist sichtlich stolz, was sich da in den vergangenen Monaten am Spielplatz an der Mergelstraße getan hat. Anfang Oktober fand schon der ersten Trainingstag am Pumptrack statt. Vor allem waren auch einige Fahrer da, die es richtig drauf haben.

25 Runden durch den Hindernisparcours

Ein Pumptrack ist ein Hindernisparcours "mit Buckeln und Steilkurven", erklärt Wiesneth, der selbst ein passionierter Radfahrer ist. Die Idee dahinter ist, dass man möglichst wenig in die Pedale tritt (Englisch "pump"), und trotzdem sehr weit kommt. Mit Körperspannung und Gewichtsverlagerung am Fahrrad gelingt es bei den Hügeln, immer schneller zu werden. Auch mit der richtigen Technik in der Kurve schaffen es die Biker, Geschwindigkeit aufzunehmen. "Gute Fahrer schaffen in dem Track 25 Runden", sagt Wiesneth. Gerade bei dem Trainingstag Anfang Oktober habe einer das gezeigt. Sohn Linus ist das Kunststück mit vier Runden schon gelungen.

Bei einer Alpenüberquerung 2019 hätten die Mitglieder zum ersten Mal einen Pumptrack in Südtirol gesehen, erzählt Christian Wiesneth. "Wir haben ihn probiert, waren begeistert und beschlossen, so etwas bei uns auch haben zu wollen", sagt er strahlend. Dem damaligen Bürgermeister Norbert Bücherl war das recht. Er empfahl, dass sich der Verein für ein Zuschussprogramm der AOVE beziehungsweise beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz bewerben solle. 10.000 Euro erhielten die Radfahrer aus dem Topf, 5000 Euro kamen von der Gemeinde. "Der Pumptrack steht auf gemeindlichem Grund. Er ist seit der Übergabe des Vereins auch eine offizielle Sportstätte der Gemeinde."

Christian Wiesneth ist Vorsitzender des Radfahrervereins Eintracht Elbart und war die treibende Kraft hinter dem Bau des Pumptracks.

So wie der Track aussieht, ist er das Ergebnis der Vorstellungen der Vereinsmitglieder, sagt Wiesneth. "Wir hatten keinen Plan. Stattdessen haben die Jungs beim Fahren ausprobiert. Als Untergrund dient nun ein hartes Lehm-Sandgemisch. "Beim Fahren entwickelte sich: weiter, enger, höher, niedriger. Nach und nach haben wir modelliert und dem Baggerfahrer gesagt, wie wir es gern hätten."

"Runde um Runde mehr Spaß"

Der Antrag wurde im Januar gestellt, der Bagger startete im Juni mit den Arbeiten, dann "drei Monate ist der Track aus dem Boden gestampft worden", sagt Wiesneth. Heraus kam ein kurzweiliger Parcours auf 500 Quadratmetern und einer Länge von 110 Metern. Vom höchsten Hügel aus in den Track starten können eigentlich alle Kinder ab zwölf Jahren. Man brauche einen Helm und ein Mountainbike. Dabei sei sogar ein Fahrrad bestens geeignet, das weder vorn noch hinten eine Feder hat. "Damit verliert man am wenigsten Energie." Man müsse sich zwar ein bisschen etwas trauen. "Aber bemerkt bald, dass man von Runde zu Runde mehr Spaß hat", verspricht Wiesneth. Wer hier fährt, muss kein Vereinsmitglied sein oder aus der Gemeinde Freihung stammen, "hier kann wirklich jeder fahren".

Der Pumptrack wird offiziell eröffnet

Freihung

Genau das stand letztlich hinter der Idee. "Wir brauchten einen Ort in der Gemeinde für Kinder, die zu groß für den Spielplatz sind, an dem sich Jugendliche zwischen 12 und 17, 18 Jahren wohl fühlen." Nun sehe Wiesneth junge Leute, die schon lange nicht mehr am Spielplatz vorbeischauen. "Wir haben ganz viele dazu gebracht, die Playstation daheim stehen zu lassen und am Nachmittag mit Radfahren die Zeit zu verbringen", freut er sich.

Linus (13) kommt gern am Pumptrack vorbei. "Es macht Spaß, wenn man schnell rumfährt und die Steilkurven gut nimmt, dass man Tempo aufnimmt."

Oft verbringt auch Linus seine Freizeit hier. Zwei- bis dreimal in der Woche, schätzt er. "Entweder fahre ich gern auf Waldpfaden, die bergab führen, oder hier am Mergelweg." Ihm gefällt, dass es einerseits anstrengend ist, und man andererseits auch "sehr konzentriert sein muss. Ein Fehler und du liegst", sagt er und nimmt die nächste Runde in Angriff.

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