Zu ihrem 90. wurde für Hedwig Hauer ein Traum wahr: Sie durfte an ihrem Geburtstag daheim sein - in ihrem Heimat- und Geburtsort Kirchenödenhart, mitten im Truppenübungsplatz Hohenfels. Dort hat die Zivilbevölkerung normalerweise keinen Zutritt. Aber zu diesem besonderen Anlass gab es eine Ausnahme.
Es war natürlich "die" große und bis zur letzten Stunde geheim gehaltene Geburtstagsüberraschung für Hedwig Hauer aus Ensdorf. Mit Hilfe von Freunden konnte die Jubilarin zu ihrem 90. Geburtstag ihr Heimatdorf Kirchenödenhart im Übungsplatz Hohenfels besuchen - zum ersten Mal nach der Aussiedlung 1938. Es hat also fast 80 Jahre gedauert, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Im Juli 1929 wurde Hedwig, damals noch Scheuerer, im Kirchdorf Kirchenödenhart geboren. Als sie neun Jahre alt war, kam auch für sie die Ablösung ihres Heimatdorfs im Zug der Errichtung des Truppenübungsplatzes für die Deutsche Wehrmacht. Hedwig fand zunächst in Vilshofen, dann in Ensdorf ein Zuhause. Doch in ihr Heimatdorf ist nie zurückgekommen, weil es zum militärischen Sperrgebiet geworden war. 1955 heiratete Hedwig Scheuerer Ludwig Hauer auf dem Mariahilfberg in Amberg.
Dass sie jetzt noch einmal auf dem Grundstück der damaligen Hausnummer 4 in Kirchenödenhart, gleich neben der Dorfkirche St. Maria Magdalena, weilen durfte, hat die US- Armee in Hohenfels möglich gemacht. "Ich kann gar nicht mit Worten ausdrücken, wie mich dieser Tag heute berührt", sagte sie beim Anblick der zwischen Obstbäumen und Holunderstauden versteckt liegenden Mauerreste Norbert Wittl von der Öffentlichkeitsarbeit der US Army in Hohenfels hatte den an ihn herangetragenen Geburtstagswunsch gerne angenommen und die Jubilarin zu einer Fahrt in ihr Heimatdorf Kirchenödenhart eingeladen.
Zu einer kleinen Führung durch das Dorf mit Tochter Dagmar Jeziorowski und Schwiegersohn Jochen gehörten natürlich auch Erinnerungen an ihre Kinderzeit. Die Jubilarin berichtete, dass sie damals ins fast vier Kilometer entfernte Emhof zur Schule und nach Dirldorf zur Kirche ging. Sie erzählte von ihrer Lehrerin in Emhof und von Erinnerungen an ihr Dorf. Diese tatsächlich jetzt dort noch einmal aufleben lassen zu können, war für sie wie Ostern und Weihnachten auf einmal. "Ein wunderschöner Geburtstag, wie ich ihn mir nicht zu erträumen gewagt habe", gestand sie Norbert Wittl beim Gang durch das Dorf.
Zu ihrem Ehrentag gratulierten ihr ihre drei Kinder mit Familien und natürlich auch Bürgermeister Markus Dollacker und Pfarrer Hermann Sturm von der Pfarrei Ensdorf.














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