10.09.2019 - 16:21 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Eggenberg: Wallfahrtsort seit über 300 Jahren

Auf eine über 300-jährige Tradition kann der Eggenberg als Wallfahrtsort zurückblicken. Das am Rande des Hirschwalds idyllisch gelegene Wallfahrtskirchlein, die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, wurde 1699 geweiht.

Die idyllisch auf dem Eggenberg bei Ensdorf gelegene Wallfahrtskirsche lädt am Sonntag zur letzten der beliebten Bergkirchweihen im Landkreis ein.
von Hubert SöllnerProfil

Verehrt durch die Bevölkerung wurde bereits im 17. Jahrhundert ein an einem Baum angebrachtes Marienbild. Pater Hans Zitzelsberger berichtete in seiner Chronik von Ensdorf: "Es entstanden dann ein Marterl oder ein kleines Kapellelein, also eine ganz kleine Kapelle, vielleicht in Form eines aufgemauerten Marterls, welches das Marienbild enthielt."

Mit Opfergeldern vom Marterl, Spenden und eigenen Mitteln ließ dann ab 1698 der Eggenbergbauer Johann Forster durch Baumeister Martin Funk das Gotteshaus erbauen. Als Kirchenpatrone wurden auf Anraten des Hofrichters Rümerlein die Vierzehn Nothelfer verehrt. Forster stiftete für die Inneneinrichtung ein Ölbild der Vierzehn Nothelfer, das heute noch erhalten und das Jahr über in der Kirche Hofstetten ist.

1701 wurde der Altar aufgestellt, 1703 in Amberg vom Orgelbauer Johann Conrad Vogl eine Orgel gekauft. Schlimmes gab es bereits im Jahre 1702 zu berichten, als der äußere Opferstock "von einem heimblichen Räuber" zerschlagen wurde. Und Chronist Zitzelsberger vermeldet: "Ähnliches oder Schlimmeres hat sich bis heute zugetragen."

So reichlich flossen die Wallfahrtsopfer auf dem Eggenberg, dass von 1710 an vom Opfergeld - das war damals so üblich - Kredite gewährt werden konnten und, als sich 1732 die Kirche für den Pilgerstrom bereits als zu klein erwies, ein Erweiterungsbau, der Mittelteil der heutigen Kirche, erfolgte. Im Jahre 1793 wurde die Eggenbergkirche um den heutigen Altarraum erweitert, 1875 eine erste Restaurierung vorgenommen und 1886 durch Pfarrer Wittmann das Mesnerhaus angebaut. Erneut renoviert wurde der Innenraum der Kirche in den Jahren 1966/67, das Mauerwerk in den darauffolgenden Jahren saniert. Der Turm der Wallfahrtskirche musste 1994 neu verkupfert, im Jahr darauf mussten Dach und Dachstuhl und teilweise der Innenraum saniert werden. Ein neuer Außenanstrich war nötig und auch das Umfeld der Kirche wurde zu einem einladenden Festplatz umgestaltet. 1999 wurde der Innenraum einer Total-Renovierung unterzogen, die Elektroanlage neu installiert und die bis zu 300 Jahre alten Fenster ersetzt. Von freiwilligen Helfern wurde das Eggenberghaus neben der Kirche renoviert, es ist jetzt ein weiterer Anziehungspunkt.

Die Festwoche beginnt am Sonntag

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