02.03.2020 - 11:06 Uhr
EnsdorfOberpfalz

In Ensdorf gehen Schüler zur Wahl-Urne

Politik betrifft nicht nur Erwachsene - auch Kinder haben eine eigene Meinung. Warum also nicht ihnen eine Stimme geben? Die Kommunalwahl wird von der Mittelschule Ensdorf mit Jugendpflegerin Helena Schubert für eine U 18-Wahl genutzt.

Zu Beginn des politischen Projekts fanden in jeder Schulklasse Workshops zum Thema statt.
von Hubert SöllnerProfil

Nun sind am Donnerstag, 5. März, sind an der Mittelschule alle Mädchen und Jungen dazu eingeladen, das Wahllokal zu besuchen. In Bayern ist man eigentlich dazu erst ab 18 Jahren berechtigt, doch an diesem besonderen Tag dürfen auch die Jüngeren mal reinschnuppern.

Dabei wird sich darum bemüht, die Bedingungen möglichst ähnlich zu gestalten. Das erlaubt Einblicke in die fremde Situation und zeigt, wie Demokratie gelebt wird: Vorab wurden, wie bei der echten Wahl, an die Kinder und Jugendlichen Wahlbenachrichtigungen mit den wichtigsten Informationen verteilt. In der Aula der Schule werden m Donnerstag die originalen Wahlkabinen und -urnen für das Wahllokal aufgebaut. Im Laufe des Schultages können die jungen Landkreisbewohner ihre Chance nutzen. Das Wahllokal wird durch freiwillige Schüler aller Jahrgangsstufen als Wahlhelfer betreut. Sie kontrollieren die Listen, stellen sicher, dass jeder nur einmal teilnimmt, erklären und unterstützen beim Wahlvorgang.

Auf dem Stimmzettel können sich die Teilnehmenden zwischen den Parteien, die auch zur Landkreis-Wahl antreten, entscheiden. Diese U 18-Wahl ist damit nicht nur eine Übung und Vorbereitung auf die echte Wahl mit 18 Jahren, sondern sie gibt auch ein Stimmungsbild der jungen Generation im Landkreis wider.

Um eine selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Entscheidung treffen zu können, bedarf es zuerst der Auseinandersetzung mit dem politischen System. Aus diesem Grund gab und gibt es verschiedene Aktionen, die dazu Anreize schaffen: Zu Beginn des politischen Projekts fanden in jeder Klasse Workshops zum Thema statt.

Neben einem Kommunalpolitik-Quiz wurden gemeinsam Themen und Probleme der Kinder und Jugendlichen gesucht. Darauf aufbauend wurden in Gruppen Parteien mit eigenem Namen, Zielvorstellungen, Maßnahmen und Wahlversprechen gegründet.

Diese Jung-Parteien traten in einem Wahlkampf gegeneinander an und versuchten die Mitschüler von sich zu überzeugen. Zum Schluss kam es zur geheimen Abstimmung. Von angeblicher Politik-Müdigkeit war hier keine Spur: Während sich die einen für die Reformierung des Bildung-Systems einsetzten, beschäftigten sich andere mit der Steigerung der Attraktivität ländlicher Ortschaften. Ideen waren hier etwa weniger Verkehr, die Förderung von Gaststätten, Mobilität oder Freizeitmöglichkeiten, wie Spielplätze, Skateparks und Treffs auch für größere "Kinder". Zudem wurde Geldverschwendungen aufgedeckt, die Landwirtschaft, Kulturpflege und vieles mehr thematisiert.

Ziel der Workshops war, zu verdeutlichen, dass Politik keineswegs langweilig oder nur was für Erwachsene ist. Zur weiteren Vorbereitung auf die U 18-Wahl wird das Thema nochmals im Unterricht aufgegriffen. Darüber hinaus hängen Informationen zu einzelnen Parteien, ihren Schwerpunkten und Antworten auf jugendrelevante Fragen im Schulhaus aus. Hier können sich die Kinder und Jugendliche einen Überblick verschaffen und finden ebenso weiterführende Informationen.

Es ist die erste U 18-Wahl in Ensdorf. Die Veranstalter hoffen auf eine hohe Wahlbeteiligung und sind gespannt auf das Ergebnis.

Viele der Schülerinnen und Schüler, wie hier Eli, Aya, Lea, Sarah und Mane beschäftigten sich mit der Steigerung der Attraktivität ländlicher Ortschaften
Hier die Vorschläge einer Schulfördergemeinschaft zu Unterricht und Schulausstattung.
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