Ensdorf
13.01.2026 - 14:18 Uhr
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Warum in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf gelbe und rote Strommasten stehen

Schon bemerkt? In den Landkreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach sind etliche Strommasten rot oder gelb angestrichen. Netzbetreiber Tennet erklärt, warum das derzeit so ist. Am Ende werden 214 Masten von den Arbeiten betroffen sein.

Dem ein oder anderen werden sie sicherlich schon aufgefallen sein: die in verschiedenen Farben angestrichenen Strommasten in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf. Manche sind rot, manche gelb, manche rot-grün oder gelb-grün.

Will man wissen, was es damit auf sich hat, landet man bei Tennet. Die betroffene Freileitung gehört dem Netzbetreiber mit Sitz in Bayreuth. Der Grund für die farbig angestrichenen Strommasten, erklärt Tennet-Pressesprecher Markus Lieberknecht auf Anfrage von Oberpfalz-Medien, seien „turnusgemäße Korrosionsschutzarbeiten“. Diese würden bei einer Freileitung „in der Regel alle 40 bis 50 Jahre“ durchgeführt. Die Maßnahme dient der Langlebigkeit und der Sicherheit der Strommasten und der Leitung.

„Aufgrund der Konstruktion“, erklärt der Tennet-Sprecher weiter, „wird der Mast vollständig entschichtet und mit einem dreilagigen neuen Korrosionsschutzsystem versehen.“ Dabei habe jede Schicht eine eigene Farbe, damit die Schichten voneinander unterschieden werden können. Das diene zur besseren Kontrolle. „Am Ende der Maßnahme werden alle Masten wieder im gleichen Grünton beschichtet sein“, sagt Lieberknecht.

Von Altdorf nach Schwandorf

Die Arbeiten begannen im vergangenen Jahr. Witterungsbedingt hätten aber nicht alle drei Schichten fertiggestellt werden können, so der Sprecher. „Dadurch ergeben sich temporär die unterschiedlichen Mastfarben.“

Die von der Maßnahme betroffene Freileitung LH-08-B82 verläuft laut Tennet vom Umspannwerk Ludersheim (Altdorf bei Nürnberg) über Ursensollen, Köfering, Kümmersbruck, Ensdorf bis zum Umspannwerk Schwandorf. „Auf rund 63 Kilometern Länge werden insgesamt 214 Masten neu angestrichen“, erklärt Markus Lieberknecht.

Im Frühjahr sollen die über den Winter pausierten Arbeiten wieder aufgenommen werden. Dafür setze Tennet „speziell qualifizierte Firmen“ ein, die „sehr erfahren bei der Umsetzung solcher Korrosionsschutzmaßnahmen“ seien. Die Arbeiten im Landkreis Schwandorf werden im Jahr 2026 fertig, erklärt der Tennet-Sprecher. Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach soll der Großteil ebenfalls in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Allerdings kann es 2027 hier noch zu Restarbeiten kommen“, sagt Lieberknecht. In Richtung Ludersheim (Landkreise Nürnberger Land und Neumarkt) werden die Arbeiten laut Tennet voraussichtlich im Jahr 2027 beginnen. Bis alles fertig ist, könne es da auch bis zum Jahr 2028 dauern.

Lange Projektdauer

„Hintergrund der langen Projektdauer ist“, erklärt Sprecher Lieberknecht, „dass wir unser Höchstspannungsnetz rund um die Uhr sicher betreiben müssen und eine Unterbrechung der Versorgungssicherheit aufgrund der Arbeiten ausschließen müssen.“ Für die Korrosionsschutzarbeiten müsse aber an dem jeweiligen Arbeitstag von 7 bis 17 Uhr immer die Seite der Leitung freigeschaltet werden, an der gearbeitet wird. Die andere Seite bleibe normalerweise in Betrieb. Die hierfür notwendigen Abschaltzeiten würden weit über ein Jahr im Voraus geplant.

„Wenn aber zum Beispiel aufgrund von viel Windstrom- oder Photovoltaik-Einspeisung unser Netz an dem jeweiligen Arbeitstag zu hoch ausgelastet werden würde, wenn ein Stromkreis aufgrund der Korrosionsschutzarbeiten nicht zur Verfügung stehen würde, kann es auch dazu führen, dass die Arbeiten an den jeweiligen Tagen dann verschoben werden, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden“, sagt Lieberknecht. Das sei ein übliches Vorgehen und führe immer wieder zu einer langen Projektdauer. Die Versorgungssicherheit habe freilich Vorrang.

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