03.03.2020 - 17:25 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Repair-Cafés gut für Klima und Boden

Die Themen erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit sind in aller Munde. Doch ZEN-Vorsitzender Florian Junkes betont: "Nur wenn aus Lippenbekenntnissen auch Taten werden, hat unsere Umwelt etwas davon."

Projektleiterin Linda Trager berichtete, dass bis jetzt „169 Gegenstände erfolgreich repariert wurden“ in den Klima- und Repair-Cafés.
von Hubert SöllnerProfil

Bei der Mitgliederversammlung des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) im Fürstensaal sei der Blick nicht nur auf das Geleistete mit rund 50 Veranstaltung, 60 Energieberatungen und der Klimaschutzwoche mit alleine 20 Terminen zu richten, sagte Vorsitzender Florian Junkes. Als Zukunftsaufgabe sehe er das Bemühen um die Weiterentwicklung zu einer gemeinsamen Entwicklungsagentur. "Und wenn ich hier gemeinsam sage, dann meine ich nicht nur den Landkreis und die Stadt Amberg, sondern auch die Nachbarlandkreise Schwandorf und Neumarkt."

ZEN-Vorsitzender Florian Junkes betont, dass eine gemeinsame Entwicklungsagentur eine Aufgabe der Zukunft ist.

Stellvertretender Landrat Hans Kummert dankte für die geleistete Arbeit: "Es bewegt sich etwas. Macht weiter so." Der Zuschuss des Landkreises für das ZEN sei weiter gesichert und notwendig. Ziele der Klima- und Repair-Cafés, so Projektleiterin Linda Trager, seien die Einsparung von CO2 und Ressourcen, die Weitergabe von Reparaturwissen und der Erhalt von Informationen über den Klimaschutz sowie die Stärkung des Ehrenamts, die Verbindung von Jung und Alt sowie der Austausch bei Kaffee und Kuchen.

32 Termine im Jahr geplant

Angedacht sei die Verstetigung des Projekts im Landkreis bei vier Terminen in acht Kommunen, 32 Termine im Jahr also. Rund 45 ehrenamtliche Helfer seien derzeit als Reparateure und Organisatoren vor Ort. Für eine einfachere Organisation soll eine neue Website sorgen, führte Trager aus. Nach einer Bilderschau über die bisherigen Aktionen in Ensdorf, Vilseck, Neukirchen/Etzelwang, Freudenberg, Kastl und Auerbach bilanzierte sie, "dass bis jetzt 169 Gegenstände erfolgreich repariert werden konnten". Bisher seien damit 1791 Kilogramm CO2 und 16.019 Kilogramm Boden beziehungsweise Gestein durch die Vermeidung des Abbaus von Rohstoffen eingespart worden. Geplant seien die Vorführung des Films "Welcome to Sodom" am Samstag, 9. Mai, in Kastl und in Kooperation mit Conrad Löt-Kurse für Kinder und Jugendliche.

Glücksmomente im Repair-Café

Freudenberg

Bürgermeister Markus Dollacker betonte: "Das ZEN hat viel erreicht, Repair-Cafés und Solarkataster laufen toll." Klima- und Umweltschutz machbar umsetzen, das sei die Aufgabe des ZEN und die werde weiterverfolgt. Klimaschutz-Koordinator Joachim Scheid konnte verkünden, dass der Anteil erneuerbarer Energie beim Stromverbrauch im Landkreis sich von 2016 auf 2017 von 76 Prozent auf 80,9 Prozent erhöht habe. Der Anteil der Solarenergie sei im gleichen Zeitraum von 23 Prozent (installierte Leistung 126 MW) auf 25,31 Prozent (135,6 MW) gestiegen. Das neue Solarpotenzialkataster, das eine anbieterunabhängige Untersuchung ermögliche, könne seit der Einführung im Mai 2019 täglich 15 Zugriffe verzeichnen.

Scheid verwies auch auf die Informationsveranstaltung "Bürgerenergie für den Landkreis Amberg-Sulzbach" am Dienstag, 31. März, um 19 Uhr im ZEN. Viel Potenzial gebe es auch bei der Energieeinsparung, betonte der Klimaschutz-Koordinator und sprach den Energiesparcheck des ZEN an. Abschließend kündigte Scheid die Klimaschutzwoche, die vom 9. bis 17. Mai in Zusammenarbeit mit der Stadt Amberg stattfinden wird, an.

Klimaschutz-Koordinator Joachim Scheid verkündete, dass der Anteil erneuerbarer Energie beim Stromverbrauch im Landkreis sich von 2016 bis 2017 von 76 Prozent auf 80,9 Prozent erhöht hat.

Immer mehr Energieschulen

"Wenn ein Lehrer von der Sache begeistert ist, kann er das an die Schüler weitergeben", sagte Manfred Klemm, Projektleiter der AG Schule. Im vergangenen Schuljahr seien wieder drei Schulen mit dem Prädikat "Energieschule im Landkreis Amberg-Sulzbach" durch Landrat Richard Reisinger ausgezeichnet worden. Zum Schuljahresende kommen die Schulen in Ursensollen, Kastl, Freudenberg und Schmidmühlen hinzu.

Ins Detail ging beim Kassenbericht Wolfgang Streich. Er konnte einen positiven Kassenstand aufweisen, regte aber auch eine verstärkte Mitgliederwerbung an, "um den Verein auf eine breitere Basis zu stellen". Der durch Wolfgang Streich vorgestellte Haushaltsplan 2020 wurde nach Diskussion ohne Gegenstimme angenommen.

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