30.04.2019 - 12:44 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Alles im Zeitplan auf der Großbaustelle B299

Auf der Baustelle der B299 geht es zügig voran. "Wir sind voll und ganz im Zeitplan", bestätigt auch Gerhard Kederer. Der erste Bauabschnitt, von Erbendorf in Richtung Hessenreuth, soll bis Ende September diesen Jahres fertiggestellt sein.

von PMLProfil

Das trockene Frühlingswetter und die warmen Temperaturen waren für den Neubau der B 299 zwischen Erbendorf und Hessenreuth ein großer Vorteil. Inzwischen ist der Streckenverlauf im zwei Kilometer langen Teilstück gut zu sehen. Die Aushubarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Die letzten Anpassungen des Fahrbahnniveaus laufen. Höhen sind abgeflacht, Tiefen aufgefüllt, die Böschungen sind schon teilweise befestigt und werden mit einer Humusschicht abgedeckt. Die bisherige Steigung von bis zu 19 Prozent wird es nicht mehr geben. "8 bis 9 Prozent sind das Maximum", erklärt Kederer, der beim Staatlichen Bauamt die Straßenbaustellen in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt betreut.

Rückhaltebecken und Entwässerungsleitungen werden gebaut. Etwa drei Kilometer Abflussrohre und vier Kilometer Drainageleitungen werden verlegt. Davon wird in wenigen Wochen nichts mehr zu sehen sein. Wenn die Rohre eingebracht sind, wird das aktuell ausgehobene Straßenbett wieder mit Frostschutz-Unterbau aufgefüllt. Die spätere Fahrbahn wird etwa 80 Zentimeter höher liegen. Dabei sieht man keine klassischen Vermessungs-Instrumente auf der Baustelle: Bagger und Planierraupen sind GPS-gesteuert. "Der Fahrer weiß genau, wo das Niveau der Fahrbahn und der Böschung liegt", erklärt Josef Heigl von der zuständigen Baufirma. "Eine Baustelle in der Größe und der kurzen Zeit lässt sich sonst kaum noch schaffen."

Auch für Kederer ist es keine normale Baustelle. "So große Baustellen gibt es doch nicht mehr viele", sagt der Mitarbeiter des Bauamts, während er die Pläne im Baucontainer erklärt. Etwa 150 Höhenmeter müssen auf den zwei Kilometern überwunden werden. Und sehr viel Boden muss bewegt werden: "Im ersten Abschnitt haben wir einen Materialüberschuss." Jedoch wird im zweiten Abschnitt, der vom "Abspann" wieder Richtung Hessenreuth bergab führt, "jede Schaufel gebraucht".

Daher wird der Aushub mit vier großen Dumpern, von denen jeder 60 bis 70 Tonnen auf einmal bewegen kann, im Bereich des zweiten Bauabschnitts abgelagert. Dort werden auch teilweise schon Straßendämme aufgeschüttet, wie etwa bei der Einmündung der Kreisstraße nach Atzmannsricht, wo es nun neben der Fahrbahn etwa 15 Meter in die Tiefe geht. Die Spezialfahrzeuge, durch die man fast den Eindruck bekommen kann, man wäre auf einer nordamerikanischen Baustelle unterwegs, können nur innerhalb von abgesperrten Abschnitten eingesetzt werden: "Auf öffentlichen Straßen dürfen wir damit nicht fahren, aber hier sind sie ideal. Sie können auch dort fahren, wo man mit normalen Lkws nicht weiter kommt. Etwa 60 000 Kubikmeter haben wir hier schon transportiert", schätzt Polier Heigl.

Zur Zeit läuft die Ausschreibung für den Bau von drei Brücken, die im zweiten Abschnitt nötig sind. Mit diesen soll im Spätsommer oder Herbst begonnen werden. "Im Frühsommer 2020 werden die wohl fertig sein", plant Kederer. Anschließend beginne der weitere Ausbau der Strecke. "Brücken brauchen länger, deswegen bauen wir diese zuerst." Ob die Strecke zwischenzeitlich freigegeben werden kann, steht noch nicht fest. Das hänge von der weiteren Planung, vom Baufortschritt und der Bodenbeschaffenheit ab. Es müsse erst geklärt werden, ob es überhaupt möglich ist, Umfahrungen der Brückenbaustellen zu bauen.

Zusätzlich zur Fahrbahn der Bundesstraße wird auch ein Begleitweg gebaut. Dafür bleibt teilweise die bisherige Straße erhalten, die jedoch verschmälert wird. "Die Begleitstraße ist dann für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr. Und nicht zuletzt auch für Radfahrer." Die zukünftig deutlich geringere Steigung sollte mit modernen Elektrofahrrädern kein großes Problem mehr sein, ist sich Kederer sicher.

Eine weitere Besonderheit der Strecke wird erst am Schluss gebaut: Auf dem höchsten Punkt, dem "Abspann", entsteht neben einem Parkplatz für Wanderer und Langläufer auch eine 50 Meter breite "Fauna-Brücke". Über sie sollen Wildtiere die neue, breitere und sicherere Straße leicht überqueren können. Auch an Amphibien wird beim Neubau gedacht: An verschiedenen Stellen sind für die kleinen Tierchen Tunnel unter der Fahrbahn eingeplant.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.