Update 03.11.2021 - 18:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bald rollt wieder der Verkehr über den Hessenreuther Berg

Darauf haben viele Autofahrer gewartet: Die Bundesstraße B 299 am Hessenreuther Berg zwischen Pressath und Erbendorf wird am Freitag, 5. November, wieder für den Verkehr freigegeben.

Die B 299 führt nun in einem sanften Bogen von Erbendorf aus auf den Abspann.
von Martin Maier Kontakt Profil

Seit rund drei Jahren ist die B 299 durch den Hessenreuther Wald gesperrt. Die Verkehrsteilnehmer müssen seitdem die Strecke weiteräumig umfahren. Damit ist es aber bald vorbei. Die Sperrung der Strecke wird am Freitag, 5. November, "provisorisch aufgehoben und der Verkehr wieder zurückverlegt". Dies teilte CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht in einer Einladung zu diesem Termin mit.

"Die Straße zwischen Hessenreuth und Erbendorf wird im Laufe des Freitagnachmittags freigegeben", erklärt Baudirektor Gerhard Kederer vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Einzige Einschränkung: Um die noch bestehende Brückenbaustelle wird provisorisch herumgeführt. Dabei handelt es sich um die geplante Fauna-Brücke am Abspann, deren Errichtung im Oktober begonnen hat. Zum Hintergrund: Der höchste Punkt auf dem Hessenreuther Berg wird Abspann genannt. Die Bauzeit für die Fauna-Brücke schätzt Kederer auf eineinhalb Jahre.

Jahrzehntelange Diskussionen

Trotzdem läuft ab Freitag nach über drei Jahren wieder der Verkehr über den Hessenreuther Berg. Der Spatenstich für den Ausbau der B 299 war Mitte August 2018. Vorher hatte es über 30 Jahre Diskussionen um dieses Projekt gegeben, bis Vertreter aus Politik, Straßenbau und Umweltschutz sich auf einen Kompromiss verständigen konnten. Die Straße zwischen Pressath und Erbendorf passierten bis 2018 rund 1700 Autos täglich. „Höhenunterschiede von 160 Metern, 14 Prozent Gefälle und eine Fahrbahnbreite von nur fünf Metern führt zu vielen Unfällen. Die Unfallhäufigkeit liegt rund fünf Mal höher", begründete der damalige Staatssekretär Josef Zellmeier beim Spatenstich die Maßnahme. Und der damalige Bauamtsleiter Henner Wasmuth erklärte: „Bei der Planung der Ausbaustrecke sind wir an die äußersten Grenzen unserer Sicherheitsrichtwerte gegangen.“

Zwei Bauabschnitte

Die Kosten für den Ausbau der B 299 waren zu Beginn des Projekts mit rund 21 Millionen Euro angegeben worden. Diese Zahl wird auch jetzt noch von Kederer genannt. Im ersten Bauabschnitt war das zwei Kilometer lange Teilstück auf Erbendorfer Seite, das nach Aschen- und Eppenhof führt, von rund 5 auf 7,5 Meter erweitert worden. Zudem war ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 1600 Kubikmetern gebaut worden. Im zweiten Bauabschnitt hatten die Baufirmen unter anderem drei Brücken, fünf Regenrückhaltebecken und mehrere Durchlässe errichtet. Außerdem trugen sie am Abspann Erde ab. Es folgte der Oberbau. Und nun ist die neue Strecke der B299 wieder befahrbar.

Baustelle B 299 bei Erbendorf: Das Jahr der Brücken

Erbendorf
Hintergrund:

Der Ausbau der B 299 in Zahlen

  • 4,75 Kilometer Baulänge
  • Fahrbahnbreite: 7,5 Meter plus zweimal 1,5 Meter Bankett
  • Kosten: rund 21 Millionen Euro
  • 9 Prozent maximale Steigung (vorher: 19 Prozent)
  • 157 Meter Höhenunterschied (von 538 bis 695 Meter)

 

 

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