01.04.2021 - 14:38 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bauarbeiten am Erbendorfer Bürgerhaus gehen voran

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Das historische Anwesen mit dem großen Hoftor aus Granit in der Erbendorfer Bräugasse wird zum Bürgerhaus umgebaut. Nach der Winterpause haben jetzt die Bauarbeiten begonnen. Ein Projekt, das das Stadtbild positiv verändern wird.

Ortstermin im zukünftigen Bürgerhaus: Derzeit werden im Erdgeschoss die Vorbereitungen für die Einbringung der Bodenplatten getroffen. Auf dem Bild (vorne, von links) Bürgermeister Johannes Reger, Architekt Martin Ott vom Planungsbüro RSP-Architekten und Baustatiker Helmut Raps sowie (hintere Reihe) Werkpolier Thomas Hallermeier von der Baufirma Aumer und Bauamtsleiter Dieter Döppl.
von Jochen NeumannProfil

Seit Jahren steht das imposante Gebäude mit dem großen Hoftor aus Granit in der Bräugasse leer. Bereits unter der Amtszeit von Bürgermeister Hans Donko hat sich die Stadt das Ziel gesetzt, es als Bürgerhaus für Vereine und soziale Einrichtungen zu nutzen.

Wie Bürgermeister Johannes Reger bei einem Ortstermin ausführte, wurden jetzt die Bauarbeiten mit Volldampf aufgenommen, nachdem vergangenes Jahr die Ausschreibungen ausgeführt worden sind und der Stadtrat die Aufträge vergeben hat. „Sowohl die Planung als auch die Baudurchführung wird streng in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege durchgeführt“, bestätigt der Bürgermeister.

Giebel einsturzgefährdet

Hiervon sind vor allem die beiden Giebel des Anbaus betroffen, die sich seit einigen Jahren erheblich neigen. „Schon vor längerer Zeit wurden diese gesichert, um sie vor dem Einsturz zu bewahren“, erklärt Reger. Denn laut dem Denkmalamt sollen diese erhalten bleiben.

„Für die Baufirma ist dies eine Herausforderung“, stellte Werkpolier Thomas Hallmeier vom Bauunternehmen Aumer aus Roding fest. Denn die Giebel sollen in sogenannter Sandwich-Technik wieder senkrecht gestellt werden. Doch bis es so weit ist, sind die Bauarbeiter mit der Sanierung des Haupthauses beschäftigt. „Derzeit werden im Erdgeschoss Beton- und Mauerarbeiten durchgeführt.“ Unter anderem wird das Fundament für einen Aufzug gesetzt. Denn das Bürgerhaus wird barrierefrei gestaltet. Danach geht es ins erste Stockwerk und ins Dachgeschoss.

„Wenn diese Arbeiten in den nächsten Wochen abgeschlossen sind, geht´s an die Rückgebäude“, sagt Architekt Martin Ott vom RSP-Planungsbüro aus Bayreuth. Zuerst werden die Ziegelgewölbe in einem Teil des Anbaus saniert sowie der zukünftige Veranstaltungssaal im Nebengebäude ausgebaut. „Erst dann können die Giebelwände des Anbaus wieder senkrecht gestellt werden.“

„Es handelt sich um ein stattliches Bürgerhaus, das nach dem Stadtbrand von 1796 mit älteren erhaltenen Gebäudeteilen wieder aufgebaut wurde.“

Archivpfleger Jochen Neumann

Warum für das Bürgerhaus in diesem Anwesen so viel Aufwand betrieben wird, darauf hat der Rathauschef eine Antwort: „Denn vom Hoftor über das Haupthaus bis zu den Anbauten ist alles als Einzeldenkmal beschrieben und muss somit komplett laut dem Amt für Denkmalpflege erhalten bleiben.“

Nach Brand wieder aufgebaut

Mehr zur Geschichte des Hauses weiß Archivpfleger Jochen Neumann zu erzählen. „Es handelt sich um ein stattliches Bürgerhaus, das nach dem Stadtbrand von 1796 mit älteren erhaltenen Gebäudeteilen wieder aufgebaut wurde.“ Noch heute sei beispielsweise am Türstock die Jahreszahl 1777 zu sehen.

„In dem Anwesen hatte ein ,Fuhrunternehmen' im 19. Jahrhundert dort ebenso sein Zuhause, wie das Handwerk des Schusters und sogar ein Fahrradhandel“, erzählt Neumann. Doch in den vergangenen 30 Jahren wurde es ruhig um dieses Haus.

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Fichtelberg

„Mit dieser Maßnahme kann ein langer Leerstand beseitigt werden“, freut sich Reger. Nähere Angaben zur späteren Nutzung macht Bauamtsleiter Dieter Döppl: So sei vorgesehen, im Erd- und Obergeschoss Räume für Beratungs- und Sprechzimmer, für die Tafel, die Volkshochschule und für die örtlichen Vereine zur Verfügung zu stellen. „Herzstück wird der Mehrzwecksaal im Nebengebäude werden, der als Proberaum ebenso genutzt werden kann wie für kleinere Konzerte oder anderweitige Aktivitäten der Vereine“, erklärt Reger weiter. Immerhin hat der Saal eine Größe von 14 mal 8 Meter.

„Das Bürgerhaus wird das Stadtbild wesentlich aufwerten und ein Zentrum kultureller Aktivitäten in unserer Stadt werden.“

Ebendorfs Bürgermeister Johannes Reger

„Möglich wurde diese Baumaßnahme durch eine Förderung im Rahmen des Investitionspakets ,Soziale Integration im Quartier' des Bundes und der Länder, die damals Bürgermeister Hans Donko an Land ziehen konnte“, sagt Bürgermeister Johannes Reger. Die Gesamtkosten von 3 Millionen Euro werden aus diesem Topf mit 90 Prozent gefördert. Wenn alles gut geht, soll das Bürgerhaus Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. Reger ist zuversichtlich, dass der Kosten- und Zeitrahmen eingehalten werden kann. „Das Bürgerhaus wird das Stadtbild wesentlich aufwerten und ein Zentrum kultureller Aktivitäten in unserer Stadt werden.“

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