30.03.2020 - 16:15 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bienen und Imker in schwieriger Zeit

Die fleißigen Schwärmer haben keine Ausgangsbeschränkung. Wenn sich der Mensch den Coronavirus einfängt, geht es aber für die umtriebigen Insekten schlichtweg ums Überleben.

von Externer BeitragProfil

(exb) "An Corona können unsere Bienenvölker nicht erkranken", stellt Imkervereins-Vorsitzender Klaus Schmidt fest. "Doch würden unsere Bienen durch ihren Imker nicht mehr versorgt und betreut, wäre es mittelfristig schnell um die Völker geschehen. Werden die Bienen nicht regelmäßig durch ihren Imker gegen die gefürchtete Varoa-Milbe behandelt, würde dies der Großteil nicht lange überleben."

Doch auch die vor allem jetzt im Frühjahr erforderlichen Arbeiten an den Bienenvölker müssen vom Imker zeitgerecht erledigt werden. Würden die Völker jetzt aufgrund Corona sich selbst überlassen bleiben, besteht die Gefahr, dass sie verhungern oder sich in wenigen Wochen auflösen.

Große Verunsicherung

Viele Imker sind durch die Corona-Pandemie und die Einschränkungen bezüglich Ausgangs- oder Versammlungsverbot total verunsichert. "Im Rahmen der Fürsorgepflicht habe ich schon vor Wochen das aktive Vereinsleben unseres Imkervereins in Erbendorf bis auf Weiteres eingestellt. Kontakte zu den Mitgliedern sind derzeit nur mehr per E-Mail oder WhatsApp möglich", bestätigt Schmidt. "Doch unsere Bienen brauchen ihren Imker." Gemäß der Bekanntmachung des Staatsministerium für Gesundheit unter Punkt 5.h) ausgeführt, sind Handlungen zur Versorgung von Tieren als triftiger Grund aufgeführt. Damit sind alle Tierhalter angesprochen, vom Goldfischzüchter bis zum Imker. Das Vorliegen eines triftigen Grundes ist bei Kontrollen der Polizei glaubhaft zu machen.

Eine Ausstellung irgendwelcher Bescheinigungen oder Fahrgenehmigungen ist in Bayern aktuell noch nicht notwendig. Das bedeutet für die Imker, dass sie alle notwendigen und erforderlichen Arbeiten an den Bienenvölkern, wie Futterkontrollen, Nachfüttern, Durchsichten, aufsetzen und erweitern ausführen dürfen. Natürlich seien Standbesuche auf das unbedingt Notwendige zu begrenzen, erklärt Schmidt. Sofern ein Imker krankheitsbedingt seine Bienen vorübergehend nicht mehr selbst versorgen kann, so bittet der Vorsitzende um Mitteilung. "Wir werden dann vereinsintern eine Lösung finden, die Bienenstöcke des erkrankten Imkers vorübergehend mitzuversorgen", so Klaus Schmidt.

Versammlungsverbot beachten

Die Bienenvölker der Jung- und Probe-Imker am Lehrbienenstand wurden fast vollständig noch vor den Ausgangsbeschränkungen zu den Jung-Imkern nach Hause umgestellt.

Für die neun neuen Probe-Imker sollten 2020 nun am Lehrbienenstand wieder neue Bienenvölker nachgezogen werden. "Wie und wann was möglich sein wird, geben wir rechtzeitig bekannt." Alle Probe-Imker und Besucher des Lehrbienenstandes seien jedoch angehalten, das Versammlungsverbot einzuhalten. Somit dürften sich maximal zwei Personen mit dem vorgeschriebenen Abstand von zwei Meter zueinander dort aufhalten.

Neue Insektenhotels

Auch der designierte Bürgermeister Johannes Reger, der vor über einem Jahr sein Gartengrundstück dem Imkerverein kostenlos für die Nutzung als Lehrbienenstand zur Verfügung gestellt hatte, informierte sich dieser Tage über die Arbeiten. Dabei bekam er zwei neue Insektenhotels zu sehen, in welchen sich vor allem Wildbienenarten wie die rote und dunkle Mauerbiene einnisten und vermehren werden.

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