18.09.2020 - 16:09 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Blick in historische Winkel

Gleich mit drei großen Baumaßnahmen beschäftigte sich der Bauausschuss des Stadtrates bei seiner ersten Sitzung. Vor allem für die neuen Stadtratsmitglieder wurden die Baustellen besichtigt. Das Resümee: Alles im Zeit- und Kostenrahmen.

Die Raumeinteilung derzukünftigen Tagespflege im Linkel-Haus ist bereits erkennbar.
von Jochen NeumannProfil

Für den Grundstücks- und Bauausschuss war es die erste Sitzung nach der Neuzusammensetzung aufgrund der Kommunalwahl. Mit Bürgermeister Johannes Reger ging es zur Besichtigung der drei großen Bauprojekte der Stadt mit der Tagespflegeeinrichtung, dem Museum „Flucht & Vertreibung“ und dem Bürgerhaus. Erste Station war das Linkel-Anwesen (Asylstraße/Kaiserberg), das zu einer Tagespflegeeinrichtung umgebaut wird. Vom Architektenbüro Rembeck und Partner waren die Architekten Helga Rembeck und Richard Krauß mit dabei.

Wie Helga Rembeck ausführte, war es eine besondere Herausforderung, im Erdgeschoss die Fußböden der beiden Gebäude auf das gleiche Fußbodenniveau zu bringen. „Immerhin betrug der Höhenunterschied in den ursprünglichen Anwesen rund 30 Zentimenter.“ Besonders ging sie auf die Vorgaben des Denkmalschutzes ein, die viele Gebäudeelemente als erhaltenswert einstuften. Eine Auflage war unter anderem, wieder Holzfenster zu verwenden. „In den nächsten Tagen wird nach dem Setzen der Fenster mit den Installationsarbeiten begonnen“, führte Rembeck weiter aus. Bürgermeister Reger ergänzte, dass die Umbauphase eng mit dem zukünftigen Pächter des Hauses, dem BRK-Kreisverband Tirschenreuth, abgestimmt wurde. „Gegenüber der ursprünglichen Planung wurden so einige Raumänderungen vorgenommen, die den Bedürfnissen einer Tagespflegeeinrichtung entsprechen.“

Nächster Ortstermin des Bauauschusses war das Anwesen Bräugasse 18, besser bekannt unter dem Hausnamen „Alte Schmiede“. In diesem Gebäude soll das Museum „Flucht und Vertreibung“ entstehen. Architekt Walter Bauer erläuterte dem Gremium die bisher ausgeführten Arbeiten. „Eine Herausforderung war das Unterfangen der Grundmauern“, stellte er fest. Denn teilweise waren diese nicht einmal einen halben Meter in der Erde. Maßnahmen seien auch zum Entfernen der Salpeterausbildungen im hinteren Gebäudeteil ergriffen worden.

„Im Erdgeschoss wird im Haupthaus auch eine Wand im ursprünglichen Zustand belassen“, erklärte Bauer. Denn damit sollen den zukünftigen Besuchern die verschiedenen Materialien, die vormals zum Bau des Hauses eingesetzt wurden gezeigt werden. Unter anderem bleibt auch die Esse, an der der „Noglschmied“ sein Eisen zum Glühen brachte, erhalten. Wie der Architekt weiter ausführte, wurde als zweiter Rettungs- und Fluchtweg eine Tür zum Kirchhof eingebaut, die auch als direkte Verbindung zum Heimat- und Bergbaumuseum genutzt werden könne. Reger wies darauf hin, dass nach Abschluss der Baumeister- und Installationsarbeiten mit der Einrichtung des eigentlichen Museums begonnen werden kann.

Beinahe in vergangene Zeiten tauchte der gesamte Bauausschuss beim Besuch des zukünftigen Bürgerhauses in der Bräugasse 23. Bürgermeister Johannes Reger ging hier insbesondere auf den vom Denkmalschutz geforderten Erhalts der Giebelwände ein. „Es wurden hierfür bereits Sicherungsmaßnahmen durchgeführt.“ Die eigentlichen Bauarbeiten werden im Frühjahr beginnen. „Nach der Ausschreibung steht demnächst die Vergabe der Aufträge an“, so Reger.

Die Ausschussmitglieder sind bei allen drei Bauprojekten überzeugt, dass nach Fertigstellung gelungene Anlagen entstehen. „Die Kosten- und Zeitrahmen können eingehalten werden“, stellte Bürgermeister Johannes Reger fest. „Eines haben unsere drei Projekte gemeinsam: Sie werden das Stadtbild aufwerten und vor allem die Innenstadt beleben.“

Der Bauausschuss mit Bürgermeister Johannes Reger am Bürgerhaus. Wo jetzt die Mitglieder stehen, soll zukünftig der Veranstaltungssaal seinen Platz finden.
Beim Nebengebäude der Alten Schmiede wurde der Dachstuhl neu aufgesetzt. Hier sollen Ausstellungsräume entstehen.
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