24.11.2021 - 17:40 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bürgerversammlung in Erbendorf: Neue Pläne für Erweiterung des städtischen Kindergartens

Bei der Bürgerversammlung gab Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger einen Überblick zur Entwicklung der Stadt. Sorgen bereiten ihm sinkende Einwohnerzahlen. Wird der Wert von 5000 unterschritten, hat das Folgen für die Kommunalpolitik.

Die Stadt Erbendorf plant die Erweiterung des Kindergartens. Nach dem Kauf des ehemaligen Stromberg-Anwesens könnte der hintere Teil des Gebäudes als Anbau zum Kindergarten genutzt werden.
von Lucia Brunner Kontakt Profil

"Auch in Corona-Zeiten sollten demokratische Werte eingehalten werden", sagte Bürgermeister Johannes Reger in seiner Begrüßung zur Bürgerversammlung in der Stadthalle. Doch zu der Veranstaltung kamen lediglich elf Zuhörer. "Das ist schon beschämend", erklärte Zweiter Bürgermeister Bernhard Schmidt (FW) gegenüber Oberpfalz-Medien. Er war auch bei den Bürgerversammlungen in Siegritz und Grötschenreuth. In beiden Ortsteilen seien mehr Gäste anwesend gewesen. Er sieht den Hauptgrund für die wenigen Besucher in der allgemeinen Unsicherheit wegen der derzeitigen Corona-Lage. Aber die Menschen seien auch politikmüde. "Dabei ist es eine Möglichkeit, die Informationen aus erster Hand zu erfahren."

Abnehmende Einwohnerzahl

Bürgermeister Johannes Reger präsentierte zunächst Zahlen und Statistiken zur Entwicklung der Stadt. Dabei ließ er das Thema Corona nicht aus. Er appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen und die Testmöglichkeit in der Stadt zu nutzen. So werden freitags von 17 bis 18 Uhr in der Stadthalle kostenlose Schnelltests angeboten. Reger informierte über die Einwohnerzahlen. Aktuell haben 5016 Menschen ihren Hauptwohnsitz in Erbendorf, Tendenz sinkend. Gehe die Entwicklung so weiter, unterschreitet die Einwohnerzahl die 5000. Das sei eine Schallgrenze, die für die Stadt Änderungen bringe. "Haben wir jetzt noch 20 Stadträte, können wir dann nur noch 16 Stadträte einsetzen."

Die Anzahl der Schüler habe sich in den vergangenen Jahren stabilisiert. Sie liege knapp unter 300. Regers Folgerung aus den Zahlen: „Wir brauchen Zuzüge und müssen Wohnungen schaffen.“ Das solle über den Bau von Eigentumswohnungen, die Erschließung von Baugrund und durch die Sanierung der Innenstadt geschehen. Weiter ging er auf den Haushalt der Stadt ein. Zum 31. Dezember 2020 lag der Schuldenstand bei 9.202.943 Euro. Bedingt durch den Bau des Regenüberlaufbeckens erhöhen sich die Schulden. So wurden 2021 ein Darlehen in Höhe von 1.286.000 aufgenommen und 554.700 Euro Schulden getilgt. Deshalb belaufe sich der voraussichtliche Schuldenstand zum Jahresende auf 9.934.243 Euro. Reger betont an dieser Stelle: "Hier ist die Stabilisierungshilfe von 1,18 Millionen Euro noch nicht berücksichtigt." Des Weiteren würden sich einige Projekte in das nächste Jahr verschieben, was bedeute, dass der Betrag nochmals aktualisiert werde.

Um einen tieferen Einblick in den Vermögenshaushalt zu geben, zeigte Reger eine Übersicht aktueller Projekte. Dabei sprach er auch über laufende Maßnahmen. "In der ambulanten Tagespflege ist der Wasserschaden behoben."

Ideen zu Konzept verarbeiten

Der Innenausbau des Bürgerhauses schreite langsam voran. „Die Gruppenräume sind schon alle vergeben.“ Ein Zuhörer wollte wissen: "Es wurden zwei Keller entdeckt. Was wird damit gemacht?" Reger erklärte, dass der Stadt bereits vor dem Sanierungsbeginn die Keller bekannt waren. "Vielleicht können sie genutzt werden. Die Frage ist, ob es finanziell tragbar ist", erklärte er. So gelte es zu beachten, dass ein Fluchtweg und Brandschutzkonzept gebraucht werden. In Bezug auf das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept wurden Stadtspaziergänge mit Anwohnern organisiert. Andere Stadtspaziergänge, etwa mit der Jugend und Personen aus dem Blaulicht-Bereich, wurden aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen, sollen aber fortgesetzt werden. "Die gesammelten Ideen sollen zu einem Konzept verarbeitet werden", so Reger.

Beim Thema Bauen setzt die Stadt auf neue Baugebiete wie Naabhöhe II und Wildenreuth Nordost III. "Das Thema Flächensparen ist ein großes Drama bei der Regierung", sagte Reger. Deshalb sei die Stadt weiter am Ball, die Bauleitplanung für Wildenreuth durchzubringen.

Die Planungen für das Regenüberlaufbecken mussten nach Diskussionen mit dem Wasserwirtschaftsamt neu angegangen werden. "Nun ist der Bauauftrag vergeben und im März 2022 kann der Bau begonnen werden." Eine größere Aktion werde das neue Brandschutzkonzept für die Schule. "In jedem Klassenzimmer braucht es vorne und hinten eine Tür als Fluchtweg", erklärte Reger. Es werde versucht, die Umbaumaßnahmen so umzusetzen, dass möglichst wenig Unterricht der Schüler darunter leiden müsste.

Ausblick auf geplante Projekte

Der Friedhof ist ebenfalls ein großes Thema. Im Frühjahr 2022 sollen die Wege gemacht und auch eine Lösung für die aufgelassenen Gräber gefunden werden. Eine Dame fragte: "Werden die Hauptwege gepflastert?" Reger erklärte, dass dies nicht möglich sei aufgrund der abhängenden Lage des Friedhofs. Das mache die Gefahr größer, bei Glätte auszurutschen. Reger zeigte sich jedoch offen, sich hier weitere Vorschläge anzusehen. Eine große Baustelle sei das Leichenhaus. Ob das nächstes Jahr in Angriff genommen werden könne, hänge von der Umsetzung und den Kosten anderer Maßnahmen ab.

Weiter gab Reger einen Ausblick auf geplante Projekte. Neuigkeiten gab es bezüglich der Erweiterung des Städtischen Kindergartens. "Wir bringen die Kinder fast nicht mehr unter", sagte Reger. Bei der bisherigen Planung wäre eine Gruppe in ein Gebäude außerhalb des Hauptgebäudes untergekommen. Nun konnte jedoch das ehemalige Stromberg-Anwesen von der Stadt erworben werden. Das biete die Möglichkeit, den hinteren Bereich des Anwesens als Anbau des Kindergarten zu nutzen.

Beim Freibad sei das Ziel, Betriebskosten zu senken. So wurden schon Personalkosten im Bereich der Kasse, Reinigung, Steuerung und Wartung angepackt. Weitere Punkte sind Strom und Wärme. "Wir sind am Nahwärmenetz angeschlossen." Man dürfe aber in der Entwicklung nicht stehen bleiben. Der Einsatz von Photovoltaikanlagen und einer Wärmepumpe könnte helfen. Für die technische Sanierung erhält die Stadt einen Förderzuschuss aus dem Bundesprogramm für Sport, Jugend und Kultur in Höhe von 500 000 Euro. "Die Gelder fließen in kostensenkende Maßnahmen, damit das Freibad stabil betrieben werden kann."

Ein Kommentar zur Pressefreiheit bei öffentlichen Veranstaltungen

Erbendorf
Bürgermeister Johannes Reger (Mitte) sprach in der Bürgerversammlung in Erbendorf auch den Schuldenstand der Stadt an.
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