24.01.2021 - 14:33 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Corona-Zeit in Erbendorf bislang gut gemeistert

Kaum ein Unternehmen bleibt von den Auswirkungen der Pandemie verschont. Auch im Gewerbegebiet in Erbendorf nicht.
Unterschiedlich sind die Folgen. Darüber informierte sich Bürgermeister Johannes Reger bei der Firma Metallbau Götzl.

Metallbauermeister Peter Götzl (rechts) mit Bürgermeister Johannes Reger im Konstruktionsbüro der Firma.
von Jochen NeumannProfil

Wie sich die Corona-Pandemie unterschiedlich auf die Erbendorfer Betriebe auswirkt, darüber informiert sich Bürgermeister Johannes Reger bei Besuchen in örtlichen Firmen. Erster Termin war die Firma Metallbau Götzl im Gewerbegebiet. Gemeinsam mit Firmenchef Peter Götzl sprach er über das Unternehmen, den Lockdown und die Probleme im Ausbildungsbereich. Die Firma Götzl ist im Rohrgeschäft tätig. Genauer gesagt im Rohrlaserbereich. Das Unternehmen bearbeitet Rohre rund oder eckig von 12 bis 254 Millimeter Hüllkreis per Laser. Dabei sind Einzelanfertigungen ebenso möglich wie die Massenfertigung. Im vergangenen Jahr, als die erste Corona-Welle etwas verebbte, überzeugte das Unternehmen bei der 27. Runde des Innovationswettbewerbs „Top 100“ unter dem Motto „Altes loslassen und Neues wagen“.

Der Erfolg von Peter Götzls Unternehmen begann im Jahr 2005. Mit dem Ablegen der Meisterprüfung als Metallbauermeister wagte er im Alter von 18 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. Seine Firma baute er zunächst in gemieteten Räumen im Gewerbegebiet auf. 2010 hatte er, ebenfalls im Gewerbegebiet, seine eigene Werkstatt mit Büroräumen errichtet.

Um neben dem Metallbaugeschäft ein weiteres Standbein aufzubauen, hat sich der Firmenchef der Rohrlasertechnik verschrieben. Seine erste Maschine: eine TruLaser Tube 7000. Dafür brauchte er Platz. Und so erfolgte 2014/15 die Errichtung einer Fertigungshalle mit gut 1250 Quadratmetern. Bei einer Lasermaschine blieb es aber nicht. „In diesem Jahr kommt voraussichtlich der dritte Rohrlaser“, so Götzl.

„Dank unserer hervorragenden Qualität und Zuverlässigkeit sind wir mittlerweile deutschlandweit tätig“, betonte der Firmenchef. „Wir finden für unsere Kunden immer die individuellen Lösungen“, so Götzl. „Das hilft uns auch über die Corona-Pandemie hinweg.“ Denn wie Götzl bestätigte, seien bei den Bestandskunden zwar Umsatzrückgänge zu verzeichnen, die aber durch Neukunden wettgemacht werden. „Denn wir haben bereits lange vor Corona eine Weichenstellung im Betrieb vorgenommen, die uns sozusagen in der derzeitigen Krise zu Gute kommt“, fuhr Peter Götzl fort.

Auf eine Frage von Bürgermeister Johannes Reger im Hinblick auf die Schließung der Schulen und Kindergärten führte Götzl aus, dass das Unternehmen im 3-Schicht-Betrieb arbeitet. „Das mit der Betreuung von Kindern unter einen Hut zu bringen, ist schwierig.“ Homeoffice sei in Einzelfällen möglich, aber nur im Bürobereich. „Im Moment funktioniert es“, stellte Götzl fest. „Aber je länger der Lockdown dauert, werden Probleme auf uns zukommen.“

Lehrlinge und Mitarbeiter gesucht

„Die Suche nach Auszubildenden gestaltet sich in der derzeitigen Situation schwierig“, erläuterte der Firmenchef. Bei den Bewerbungen für das neue Ausbildungsjahr ab September sei ein Rückgang um 80 Prozent zu verzeichnen. „Und das trotz unserer großen Aktivitäten in den sozialen Medien.“ Im vergangenen Jahr begann nur einer seine Ausbildung. „Über mehr Lehrlinge hätten wir uns gefreut“, stellte er fest. „Es ist derzeit einfach schwierig, an Auszubildende ranzukommen.“ Aber auch bei der Mitarbeitergewinnung sei es nach Auskunft Götzls schwierig. „Wir suchen derzeit Maschinen- und Anlagenführer.“

Im Betrieb werde das Hygienekonzept streng umgesetzt. Deshalb bietet Peter Götzl in der Coronazeit auch keine Betriebspraktika an. „Der Grund liegt darin, dass es zwischen den Praktikanten und den Mitarbeitern nicht möglich ist, den geforderten Mindestabstand einzuhalten“, betonte er. „Denn es ist eine große Gefahr für den gesamten Betrieb, wenn dadurch Ansteckungen übertragen werden würden.“ Im schlimmsten Fall müsste die Produktion eingestellt werden.

Metallbauermeister Peter Götzl (rechts) mit Bürgermeister Johannes Reger im Konstruktionsbüro der Firma.

Metallbau Götzl ist auf einem guten Weg

Erbendorf
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.