15.09.2021 - 08:35 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Erste Bio-Meile in Erbendorf: "Alle regionalen Bio-Produkte an einem Platz"

Ein voller Erfolg war die erste Bio-Meile der Steinwald-Allianz, es gab positive Resonanzen von Besuchern und den Standbetreibern. Auch die angebotenen Hofführungen wurden gut angenommen.

von Jochen NeumannProfil

Die Öko-Modellregion Steinwald hat mit der ersten Bio-Meile der Steinwald-Allianz ihr Ziel erreicht: Sie brachte interessierte Verbraucher mit Bio-Erzeugern und Bio-Verarbeitern zusammen. Die Veranstaltung trug somit dazu bei, das Bewusstsein für ökologisch erzeugte Lebensmittel zu stärken.

Erbendorfs Bürgermeister und Vorsitzender der Steinwald-Allianz, Johannes Reger, eröffnete die erste Bio-Meile am Festplatz bei der Stadthalle. „Heute sind alle regionalen Bio-Produkte an einem Platz vereint“, sagte er. Einen Dank sprach er dem Organisationsteam der Öko-Modellregion mit den Projektmanagern Elisabeth Waldeck, Günther Erhardt und Eva Gibhardt aus. „Das ist euer Werk.“

Regionale Produkte einbeziehen

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler betonte, dass er in der derzeitigen Klimadiskussion etwas vermisse: „Wir müssen auch die regionalen Produkte mit einbeziehen“, meinte er. Er verstehe nicht, dass Lebensmittel Tausende von Kilometern nach Deutschland gekarrt würden, wenn fast alles vor der Tür sei. „Unsere regionalen Produkte sind ein wichtiger Baustein für das Klima“, war sich Scheidler sicher. „Es darf nicht heißen Geiz ist geil, sondern Qualität ist geil.“

Projektmanagerin Elisabeth Waldeck führte die Ehrengäste, darunter die Bürgermeister der Steinwald-Allianz, die Landtagsabgeordneten Tobias Reiß, Annette Karl und Anna Schwamberger sowie Europaabgeordneter Christian Doleschal, Ikom-Stiftland-Vorsitzender Bernd Sommer und Ely Eibisch vom Bauernverband, über den Markt. Da war aber auch etwas Spazierengehen angesagt, denn wegen Corona wurde die erste Bio-Meile entzerrt: Marktstände und Infostellen standen nicht nur am Festplatz, sondern auch beim Schulschwänzerbrunnen in der Frühmeßgasse und am Rathaus.

Bunte Bandbreite

Vom Bio-Markt an der Stadthalle über die Frühmeßgasse auf den Marktplatz an der Schule konnten die vielen Besucher den ganzen Tag die bunte Bandbreite an Bio-Produkten und vielen Bio-Schmankerln aus der Region erleben, genießen und natürlich einkaufen. Für den kleinen Hunger gab es beispielsweise den Bio-Rinderburger aus dem Steinwald mit Bio-Rindfleisch oder auch einen Burger von der Bio-Pute im Angebot.

Verschiedene Bio-Direktvermarkter aus den vier nordöstlichen Öko-Modellregionen Steinwald, Stiftland, Siebenstern und dem Naturparkland Oberpfälzer Wald boten ihre Bio-Waren zum Verkauf an. Produkte wie Bio-Backwaren, Bio-Gemüse oder Bio-Nudeln waren nur einige davon. Mit dabei waren natürlich auch Backwaren mit Steinwälder Bio-Mohn und der Steinwald-Bio-Kaffee einer regionalen Rösterei. Auch der Mobile Dorfladen der Steinwald-Allianz war am Festplatz ein Blickfang.

Bienen und Insekten

Die Verantwortlichen legten auch viel Wert auf Informationen: Zwischen den Marktständen waren immer wieder Stellen zu finden, an denen die vier Öko-Modellregionen, die Steinwald-Allianz, die Erzeugergemeinschaft Öko-Rinder aus dem Steinwald und der Naturpark Steinwald über ihre Arbeit informierten. Der Ökologische Landbau in Bayern (LVÖ) informierte über Allgemeines zum Ökolandbau, zum Steinwald und zur Region.

Wie sich die „Förderung der biologischen Vielfalt“ auswirkt, konnte man am Rathaus und an der Geschäftsstelle der Steinwald-Allianz sehen. Durch ein Projekt wurden dort im Frühjahr insektenfreundlich bepflanzte Blumenkästen angebracht, die noch heute wunderbar blühen und Bienen und andere Insekten anziehen.

Bio-Hofführungen auf drei Betrieben

Bei Biohof-Führungen konnten Interessierte auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Der Naturland-Milchviehbetrieb Matthias Zahn in Eiglasdorf zeigte seinen Besuchern, wie die Bio-Milchviehhaltung mit Weidehaltung funktioniert.

Simon Zeitler zeigte auf seinem Bioland-Milchviehbetrieb in Thumsenreuth seine Methode, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und gesunde Kulturen im Einklang mit der Natur anzubauen. „Das A und O ist eine gute Fruchtfolge mit dem wichtigsten Fruchtfolgeglied, dem Kleegrasanbau“, erklärte Zeitler. Der Kleegrasanbau ist Zeitler deshalb so wichtig, weil der Boden dabei mehrere Jahre nicht umgeackert wird, ruhen darf und intensiv durchwurzelt wird. „So wird Bodenerosion vermieden und Humus aufgebaut, der im Nebeneffekt auch noch ein guter Wasserspeicher ist. Bei den sich häufenden anhaltenden Trockenheiten oder auch Starkniederschlagsereignissen können die Äcker dieses Wasserspeichervermögen auch brauchen.“ Außerdem binde Humus klimaschädliches CO2 im Boden.

Nicht zuletzt konnte auch der Bio-Legehennen-Betrieb der Familie Wenning in Wetzldorf mit seinem Direktvertrieb besucht werden.

Elisabeth Waldeck, Projektleiterin der Öko-Modellregion Steinwald, war über die positive Resonanz erfreut. „Es waren viele Leute mit speziellem Interesse für die Bio-Produkte da.“ Organisation und die Vorbereitungen hätten sich gelohnt.

Im Oktober lädt die Steinwald-Allianz zum Schlemmen

Wetzldorf bei Erbendorf
Info:

Öko-Modellregion der Steinwald-Allianz

  • Seit Herbst 2014 arbeitet die Steinwald-Allianz als anerkannte Öko-Modellregion intensiv mit am ganzheitlichen Ansatz der Bayerischen Staatsregierung, den Ökolandbau in Bayern zu fördern. Unterstützung erfährt der Zweckverband dabei vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz.
  • Nach dem Motto „Aus der Region - für die Region" versetzt die Öko-Modellregion die Steinwald-Allianz mit ihren Mitgliedsgemeinden in die Lage, weitere Anstrengungen sowie Überzeugungs- und Netzwerkarbeit für den Ökolandbau zu leisten – für eine intakte, touristisch interessante Natur, für gesunde Lebensmittel und für Arbeitsplätze vor Ort. Eben eine Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit.
  • Konventionelle Landwirte, die an einer Umstellung auf biologische Landwirtschaft interessiert sind sowie Bio-Landwirte mit Fragen können sich Hilfestellungen holen.
  • Das Gebiet der Steinwald-Allianz im Norden des Regierungsbezirks Oberpfalz gilt geografisch bedingt als Grenzgebiet und ist überwiegend strukturschwach. Durch die Lage zwischen Fichtelgebirge im Nordwesten und Oberpfälzer Wald im Osten, herrschen für die Landwirtschaft in der Region ungünstige klimatische Bedingungen und die Bodenqualitäten sind überwiegend unterdurchschnittlich.
  • Das Gebiet der Steinwald-Allianz liegt im Landkreis Tirschenreuth am nördlichen Rand des Regierungsbezirks Oberpfalz im Nordosten Bayerns. Die Entwicklung unserer Heimat wird seit dem Mittelalter von der Lage als Grenzregion zu Böhmen bzw. dem heutigen Tschechien geprägt. Spätestens seit der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 zeigen sich faszinierende Aspekte für diese Region in der Mitte Europas auf.
  • Die Gebietsabgrenzung der Steinwald-Allianz orientiert sich nicht an bestimmten administrativen Kriterien, sondern ist aus einer naturräumlichen Zusammengehörigkeit entstanden. In weiten Teilen decken sich die Gebietskulissen von Steinwald-Allianz und Naturpark Steinwald. Das verbindende landschaftliche Element ist der Steinwald im Zentrum des Allianzgebiets, der mit seinem über 900 m hohen Granitrücken das Landschaftsbild prägt. Seine bewaldeten Hänge sind von einem Ring tiefer liegender, hauptsächlich landwirtschaftlich genutzter Flächen in den Gemeinden umgeben.

„Es darf nicht heißen Geiz ist geil, sondern Qualität ist geil.“

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler

„Heute sind alle regionalen Bio-Produkte an einem Platz vereint.“

Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger

 

 

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