27.05.2019 - 12:01 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Erwin Otte veredelt künstlerisch den Erbendorfer Sitzungssaal

Schwarzer Adler auf goldenem Grund, mit rotem Schnabel, Krallen und einem roten Fürstenhut. So präsentiert sich das Wappen der Stadt Erbendorf, wie es seit dem 15. Jahrhundert bekannt ist. Den Wappenvogel hat Erwin Otte jetzt vergoldet.

von Norbert Grüner Kontakt Profil

Dreieinhalb Zentner wiegt der goldene Adler, der künftig das Erbendorfer Rathaus zieren wird. Seine Höhe beträgt 1,50 Meter, er ist 1,25 Meter breit und weist an der tiefsten Stelle 20 Zentimeter auf. "Wie man weiß, gilt Gold auch als ein Symbol höchster Vollendung", erklärt Otte. So ist das auch mit dem Adler, der in Zukunft nach der Philosophie seines Erschaffers im Sitzungssaal mit seiner Energie die Räte inspirieren soll, die richtigen Entscheidungen zum Wohle der Bürger zu treffen.

Vergolder Hans Donko

Der majestätische Vogel ist aus einem Lindenholzblock aus dem Steinwald gefertigt und metallisch blattvergoldet. Kürzlich hatte der Künstler Bürgermeister Hans Donko in sein Atelier eingeladen, um das Werk zu begutachten. Donkos Kommentar beim Anblick des in grelles Licht getauchten Kunstwerks: "Ich bin überwältigt." Otte hatte ein kleines Stück der Vergoldung ausgespart. Dort durfte der Rathaus-Chef selbst Hand anlegen und die hauchdünne Folie per Pinsel auftragen.

Auf Wunsch des Bürgermeisters hatte Otte im Frühjahr 2018 ein Konzept zur Gestaltung des neuen Rathaussaales erarbeitet und dem gesamten Stadtrat vorgestellt. Dabei empfahl er auch die Erhaltung einer freigelegten Ziegelwand als wichtiges Gestaltungselement.

Bei den Grobarbeiten zur Sanierung des Sitzungssaals sind die Arbeiter auf diese alte, zugeputzte Ziegelwand gestoßen. Man geht davon aus, dass sie aus der Zeit nach dem Stadtbrand von 1820 stammt. "Genauso gut könnte sie aber auch noch 300 Jahre älter sein", so Hans Donko.

Historische Ziegel

Die Wand wies defekte Stellen auf, die zwischenzeitlich ausgebessert wurden. Dazu wurden historische Ziegel vom Abriss eines alten Wohngebäudes in der St.-Veit-Straße verwendet. Die Ziegelwand ist insgesamt sieben Meter breit und knapp vier Meter hoch. Den Adler hat Otte in der Werkstatt von Georg Mark in Siegritz, zusammen mit dem Schreinermeister, gefertigt. Dabei kam auch die Motorsäge am Körper des Vogels zum Einsatz. Diese Strukturen suggerieren das Gefieder.

Auch die Decke des Sitzungssaals veredelt Otte. Ein ovales, drei mal fünf Meter großes Bild, genau in der Mitte der Decke zentriert, steht in der ausgeführten Farbigkeit im Dialog zum Naturpark Steinwald und zeigt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ihrer Ortsteile. Darunter eine Stadtsilhouette von Erbendorf, die Feldkapelle in Siegritz und die Steinwaldkapelle St. Peter in Wäldern. "Die Juli-Sitzung findet im sanierten Sitzungssaal statt", antwortet Hans Donko auf die Frage nach der Fertigstellung der Maßnahme.

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