17.02.2020 - 15:15 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Faltenbacher klagt über zu wenig Nachwuchs

Die Jalousienbaufirma hatte die Freien Wähler zu Gast. Geschäftsführer Kurt Faltenbacher zeigte sich besorgt wegen des Fachkräftemangels. Er hofft, dass die Meisterschule für Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker nach Wiesau kommt.

Geschäftsführer Kurt Faltenbacher erläutert Rolf Hanauer, Bernhard Schmidt, MdL Tobias Gotthardt und Ely Eibisch (v.l.) Aufbau und Funktion seiner innovativen Isolierglaseinheit.
von Redaktion ONETZProfil

Kurt Faltenbacher, Geschäftsführer der gleichnamigen Jalousienbaufirma, erläuterte seinen Gästen der Freien Wähler den Aufbau und die Funktion der wohl einzigartigen Zwischenraum-Jalousie. Zwischen zwei Fensterscheiben befindet sich unter Argon-Schutzgas-Atmosphäre eine bewegliche Jalousie, die automatisch für optimale und individuell bestimmbare klimatische Bedingungen sorgt.

Diese Innovation wurde in der Steinwaldstadt entwickelt und ist nur eines von vielen neuartigen Produkten, die Faltenbacher im Angebot hat. Doch der Geschäftsführer ist auch wegen des Fachkräftemangels in der Region besorgt. "Immer weniger junge Leute begeistern sich für einen Handwerksberuf", erklärte Faltenbacher, "obwohl wir sehr gute Arbeits- und Gehaltsbedingungen bieten können."

Lehrlinge können schon länger die Ausbildung des Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers am Berufschulzentrum in Wiesau absolvieren. Laut Geschäftsführer Kurt Faltenbacher sei auch im Gespräch, dass die Meisterschule für den Beruf künftig nach Wiesau kommt. "Bislang gibt es zwei Meisterschulen in Ulm und Wiesbaden." Es sei möglich, dass die Schule von Ulm nach Wiesau kommt. "Wir planen weitere 10 Millionen in den Berufschulstandort Wiesau zu investieren", erläuterte Ely Eibisch, Landratskandidat der Freien Wähler, "um den dortigen Standort weiter aufzuwerten."

Die hochklassige Ausbildung seiner Mitarbeiter birgt nach Faltenbacher aber auch Probleme: "Derzeit haben wir keine Möglichkeit, unseren Produktionsstandort zu vergrößern." Bürgermeisterkandidat Bernhard Schmidt kennt die schwierige Situation. "Derzeit haben wir nicht einen freien Quadratmeter und es herrscht Stillstand um die vorgesehene Erweiterung." Um Vereinfacherungen bei den Dokumentationspflichten für kleine und mittlere Gewerbe zu erreichen, dafür setzt sich MdL Gotthardt im bayerischen Landtag ein. Besonders im Bereich Datenschutz kritisierte er: "Die Bundesregierung hat unnötigerweise Vereine und Kleinunternehmen mit einbezogen, was von der Europäischen Union so nicht vorgesehen war." Dies ließe sich einfach rückgängig machen. Jugendbeauftragter Martin Kastner freute sich, dass in Erbendorf derzeit zwölf junge Menschen eine Ausbildung im Jalousien-Baubetrieb machen.

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