18.03.2020 - 14:54 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Fast alles fest verschlossen

Allmählich legt der Coronavirus das öffentliche Leben auch in der Steinwaldstadt lahm. Nach Schließung der Kindertagesstätten, Schulen und Gaststätten ist seit gestern darüber hinaus im Rathaus kein Parteiverkehr mehr möglich.

Beim Anblick des Bildes mit der Bräugasse könnte man meinen, es wurde an einem Sonntagvormittag aufgenommen. Weit gefehlt. Es ist eine Aufnahme vom gestrigen Mittwoch.
von Jochen NeumannProfil
Neben dem Wappentier der Stadt hängt das Schreiben: Das Rathaus ist bis auf weiteres für den Parteiverkehr geschlossen.

An den Eingängen zum Rathaus steht es in großen Lettern: „Das Rathaus ist ab sofort bis auf Weiteres für den allgemeinen Parteiverkehr geschlossen.“ Bürgermeister Hans Donko informiert in einem ausgehängten Schreiben, dass persönliche Vorsprachen nur noch in dringenden Fällen nach vorheriger Anmeldung möglich seien.

Des Weiteren werden die Bürger gebeten, ihre Anliegen – falls nicht aufschiebbar - per Telefon, E-Mail oder auf dem Postweg der Stadt zukommen zu lassen. Damit die Menschen vor Ort in Sachen Müll nicht auf dem Trockenen sitzen, sind Müllsäcke und Gelbe Säcke zwar auch weiterhin noch erhältlich, aber nur nach vorheriger Anmeldung. Denn die Ausgabe erfolgt am Eingang über den Rathausplatz.

Die Kindertagesstätten in der Steinwaldstadt sind bislang, wie auch die Schule und das Berufsbildungszentrum, vorläufig bis 19. April geschlossen. In einem Elternbrief, der auf den Webseiten der Stadt einsehbar ist, hat die Stadt Ausnahmen vom Betretungsverbot für Kinder vorgesehen.

Ausgenommen vom Betretungsverbot sind Kinder, deren Erziehungsberechtige in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind und aufgrund dienstlicher oder betrieblicher Notwendigkeiten an einer Betreuung ihrer Kinder gehindert sind. Hierzu zählen insbesondere alle Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen, der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen. Für diese Kinder wird ein Betreuungsangebot in der bisher besuchten Einrichtung zur Verfügung stehen.

Voraussetzung ist aber, dass kein anderer Erziehungsberechtigter verfügbar ist, um die Betreuung zu übernehmen. In Fällen, in denen nur einer der beiden Erziehungsberechtigten im Bereich der kritischen Infrastruktur beschäftigt ist, besteht keine Ausnahme vom Betretungsverbot, da dann der andere Elternteil die Betreuung übernehmen muss. Bei Alleinerziehenden genügt es, wenn der alleinerziehende Elternteil zur genannten Gruppe gehört. Für konkrete Betreuungsfälle stehen die Leiterinnen der Einrichtung zur Verfügung.Wie zu erfahren war, sind vereinzelt Anfragen eingegangen, von diesem besonderen Betreuungsrecht Gebrauch zu machen.

Jeder Tag ein Sonntag

In der Stadtmitte scheint es an Werktagen, wie an Sonntagvormittagen zu sein. Fast keine Menschen auf den Straßen. Das hat auch seinen Grund. Denn bis auf Banken und Lebensmittelgeschäfte, wie Bäckereien und Metzgereien, sowie ein Zeitschriftengeschäft und die Postagentur haben die anderen Geschäfte geschlossen. Ganz zu schweigen von den Gastwirtschaften, die seit dieser Woche ebenfalls geschlossen haben.

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