22.11.2019 - 11:46 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Am Friedhof scheiden sich die Geister

Die Friedhofsgebühren wurden angepasst und die Friedhofssatzung auf den neuesten Stand gebracht. Der Stadtrat Erbendorf verabschiedete den Neuerlass der Satzungen einstimmig. Kritik wurde über den Zustand der Friedhöfe laut.

Nach der einstimmigen Votum des Stadtrats über die neuen Friedhofsgebühren prangerte Stadtrat Dr. Hans Rose den Zustand des Friedhofs an.
von Jochen NeumannProfil

In der Stadtratssitzung wies Bürgermeister Hans Donko darauf hin, dass die Satzung über das Friedhofs- und Bestattungswesen noch aus dem Jahr 1986 stamme. "Sie entspricht zumindest in Teilen weder den aktuellen Rechtsvorschriften noch den tatsächlichen Gegebenheiten."

Amtsrat Hubert Wojtenek sagte, dass neben den rechtlichen Aspekten unter anderem die Art der Grababdeckung neu geregelt und die Ruhefristen, insbesondere bei den Urnenfächern, angepasst wurden. "Die Ruhefrist bei Urnengräbern beträgt jetzt 5 anstelle von 15 Jahren." Damit komme man auch den Wünschen der Angehörigen nach. Donko wies zu den Gebühren darauf hin, dass diese in gewissen Zeiträumen der Kostenentwicklung anzupassen sind. Dies sei letztmalig 2016 erfolgt. "Die turnusmäßige Neukalkulation der Friedhofsgebühren zum 1. Januar hat nun ergeben, dass die bisherigen Gebühren für Grabplätze, Urnenstätten und die Leichenhausbenutzung angepasst werden müssen."

Einstimmig beschloss der Stadtrat unter anderem folgende Kostenanpassung: Jahresbeitrag Urnen 95 Euro (bisher 87 Euro), Einzelgräber 20,50 Euro (18 Euro), Doppelgräber 37 Euro (33 Euro). Leichenhausbenutzung einmalig: 133 Euro (bisher 130 Euro), bei Urnen 29 Euro (28 Euro).

Im weiteren Sitzungsverlauf griff Stadtrat Hans Rose (Freie Wähler) das Thema Friedhof mit persönlichen Worten nochmals auf. "Der Zustand der Friedhöfe ist ungenügend. Den Sitzbänken sieht man mittlerweile die Vergänglichkeit richtig an."

Den abbröckelnden Putz in und an der Leichenhalle sprach Rose ebenso an wie eine desolate Toilettenanlage. "Von der Barrierefreiheit ganz zu schweigen." Rose forderte abschließend im Haushalt mehr Geld sowie ein Gesamtkonzept für die Friedhöfe.

Im Blickpunkt

Info:

Siegritz wächst

Bauen auf dem Land: Anfragen junger Bauwilliger kommt die Stadt nun nach. In der Stadtratssitzung wurde eine Einbeziehungssatzung für weiteres Bauland in Siegritz beschlossen. "Im Ortsteil Siegritz verzeichnen wir vermehrt Anfragen junger Bauwilliger nach Bauplätzen", sagte Bürgermeister Hans Donko. Auch beabsichtige ein Landwirtschaftsbetrieb eine Erweiterung. "Wir müssen hier etwas unternehmen, um Bauland ausweisen zu können." Ein gut sieben Hektar großes Areal im Westen von Siegritz soll nun als Dorfgebiet ausgewiesen werden. Dazu erließ der Stadtrat einstimmig eine Einbeziehungssatzung. Donko merkte an, dass der Grundstückseigentümer, aus dessen Grund diese Teilfläche herausgelöst wird, keine Einwände gegen die Überplanung seines Eigentums erheben wird. CSU-Fraktionsvorsitzender Johannes Reger hoffte, dass diese Baulandausweisung auch von Erfolg gekrönt sein möge: "Wir müssen dafür sorgen, dass junge Leute am angestammten Ort bleiben können."

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